Donnerstag, 12. Januar 2017

2016er Resterampe (4)

Kürzlich habe ich mich noch mal durch ein paar letztjährige Releases gezappt. Hier die erwähnenswertesten:

BAMBARA - Swarm
Dem „Gothic ist jetzt wieder hip“-Trend habe ich mich bisher ja ebenso eher ein wenig entzogen wie dem Tape-Revival (jetzt mal ehrlich…), aber von Cold Wave über Deathrock bis Industrial Metal gibt es derzeit ohne Frage eine Menge frischer, vielversprechender Bands.
Dazu gehören auch diese New Yorker, die einen ganz coolen Mischmasch aus atmosphärischem Düsterrock und partiell sogar recht krachigem Post-Punk fahren:




BLACK TABLE – Obelisk
Ob sich BLACK TABLE dauerhaft in der Szene etablieren werden können, das wird die Zeit jetzt zeigen müssen, denn irgendwie scheint die Band so ein bisschen Hochglanz-mäßig verpackt zu werden, was bei dem einen oder anderen „Hype!“-Ablehnungsreflexe hervorrufen könnte…
Grundsätzlich finde ich solchen Next-Generation-Metal zwischen Postrock-Anwandlungen und Extremgeknüppel aber relativ sympathisch. Noch dazu wurde „Obelisk“ von Billy Anderson eingefangen, was dem Ganzen ein recht makelloses klangliches Erscheinungsbild verpasst hat.




BLOOD INCANTATION - Starspawn
Um ganz ehrlich zu sein, bin ich in letzter Zeit ja eigentlich irgendwie ein bisschen Metal-müde geworden, vor allem was die Patronengurt-behangene Düstergeknüppel-Ecke angeht. Eine der aktuellen Underground-Sensationen, die (gefühlt) ringsherum so gefeiert wird, dass ich dann doch mal reinhören wollte, sind BLOOD INCANTATION.
Das Ganze ist schon ziemlich Morbid Angel, modrig-atmosphärisch, komplex verfrickelt und brutal zugleich. Was eine Art von Death Metal ist, mit der ich was anfangen kann, weswegen ich das an dieser Stelle durchaus gerne mal teile, aber irgendwie habe ich derzeit ja ehrlich gesagt auch weiterhin nicht soooo den Bock auf sowas… 




DOOMSDAY STUDENT - A Self-Help Tragedy
Die letzte letztjährige Amtshandlung von Skin Gtaft Records nach der geilen aber teuren Dazzling Killmen Wiederveröffentlichung war das dritte Album von DOOMSDAY STUDENT, eine Band mit gleich drei Ex-Mitgliedern von Arab On Radar.
Auch Three One G sind an diesem Release involviert, was im Grunde genommen auch schon alles über die Musik sagt, was man wissen muss.




GNAW THEIR TONGUES - Hymns For The Broken, Swollen And Silent
Den niederländischen Industrial-Black-Metallern GNAW THEIR TONGUES stehe ich ja ein bisschen ambivalent gegenüber. Irgendwie sind sie so ein Fall von „auf dem Papier könnte ich es gut finden, in der schlussendlichen Ausführung haut’s mich jetzt aber auch nicht gerad‘ um“.
Trotzdem komme ich immer wieder mal dahin zurück zu checken, wie sie aktuell gerade klingen mögen:


 

NARCOSATANICOS – Body Cults
Etwa zeitgleich mit den britischen Cattle taucht(e) mit den dänischen NARCOSATANICOS eine weitere Band auf meinem Radar auf, die Nosierock mit Saxophon-Einsätzen macht. Will man da noch an Zufälle glauben?
Scherz beiseite - das Selbstverständnis dieses Sextetts vermengt Proto-Punk- und Krautrock-Einflüsse mit zeitgenössischer Krachmusik:




PARDANS - Heaven, Treason, Women
Mit dem Stichwort „No Wave“ sollte man vorsichtig umgehen, aber es ist eine Assoziation die zum verqueren Atonal-Rock von PARDANS ganz gut passt. 

Irgendwie kommt das etwas schief um die Ecke, doch die Richtung ist dabei trotzdem die nach vorne.
Scheint ja ganz so, als hätte auch Dänemark gerade sowas wie ‘ne kleine Noiserock-Welle zu bieten…




SUPERJOINT - Caught Up In The Gears Of Application
Wäre fast durch‘s Raster gefallen, aber mal der Vollständigkeit halber: Die aktuelle SUPERJOINT ohne „Ritutal“ gibt’s auch auf Bandcamp.
Die Zeiten, in denen diese punkig schraddelnde Band von Phil Anselmo und Jimmy Bower ‘ne irgendwie spannende bis essenzielle Sache war, sind zugegeben auch schon (mehr als) ‘ne Dekade her, und Anselmo mag ein Idiot sein, aber hey… Superjoint Ritual haben damals mal in einem Metal-szenischen Klima, in dem ein ganz anderer Wind wehte, musikalisch und attitüdisch durchaus so ein bisschen die richtige Fahne hochgehalten…




TERMINAL CHEESCAKE - Dandelion Sauce Of The Ancients
Dieser Eintrag in der Liste ist eigentlich vor allem eine Notiz an mich selbst, mich endlich mal etwas mehr mit TERMINAL CHEESCAKE zu beschäftigen. Die seit 1988 aktiven Briten verfolgen eine ganz eigene Vision gleichermaßen lärmiger wie psychedelisch-hypnotischer Musik, und treffen damit eigentlich schon ziemlich meinen Nerv. Also nehmen wir uns das aktuelle Album zum Anlass, nach bisher nur sporadischen Berührungen endlich mal tiefer einzutauchen:




TROLLER - Graphic
Noch mal Gothic-lastiges, dieses mal sogar ganz ohne vordergründigen Gitarrenlärm: Die Synthie-lastige Musik von TROLLER ist tatsächlich so dunkel-atmosphärisch, dass auch ich dem Ganzen nicht eine gewisse Faszination absprechen kann. Bei dem, was sie machen, machen diese Texaner wirklich verdammt viel richtig:




THE SWEET RELEASE OF DEATH – s/t
Das Beste zum Schluss? Vielleicht. Als „Noise-Pop“-Band verstehen sich diese Rotterdamer. Nenennswert poppig finde ich persönlich das ja sogar eigentlich noch nicht mal, aber THE SWEET RELEASE OF DEATH haben so ein gewisses Shoegaze-Flair, von dem aus sie ja doch ganz schön breite Krachwände hochziehen.
Und mir gefällt das sogar ziemlich gut:


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