Freitag, 25. November 2016

Resterampe 2016 (2)

(- Resterampe 2016 Teil1

Diesjährige Musikveröffentlichen, die um den Release-Zeitpunkt rum durchs Raster fielen oder sowas, aber dennoch mal eine Erwähnung verdient haben, Teil 2.
Und bevor irgendein Schlaumeier damit kommt: Ja, einiges davon ist auch gerade mal diesen Monat raus…


AUTOKRATOR – Obedience To Authority
Ultradüsterer Death Metal mit schwerer Industrial-Schlagseite, surrealen Ambient-Schulterblicken und dann auch noch dystopisch-totalitären Motiven ist etwas, bei dem ich mich (auch als jemand, der damals z.B. „Submit“, „Jagd“, „Embedded“ und „Passage“ gehört hat) 2016 ja so ein bisschen frage, ob ich das Ganze völlig dated oder irgendwie doch schon wieder „retro-chic“ finden möchte. Vielleicht ist sowas im sog. Anthropozän aber auch schlichtweg eine völlig logische Kunstform und eigentlich ist das im konkreten Fall auch schon wieder was, das man in einer Reihe mit etwa Blut aus Nord, Terra Tenebrosa, P.h.o.b.o.s., T.o.m.b. u.ä. sehen kann.
Life (s.u.) finde ich persönlich dann aber doch min. 1-2 ganze Stufen bestechender.  




COKEGOAT – Drugs and Animals
Natürlich ist der Name bereits so herrlich beknackt, dass man es schon deswegen alleine mal anzappen musste.
Mit ihrem teils temporeich fräsenden, teils ins stoner-doomige driftenden Kram samt progressiver Note erinnern mich COKEGOAT aus Chicago ein bisschen an die Kylesa, die ich sehr mochte, bevor sie dann auf den Alben nach „Static Tensions“ immer mehr in die falsche Richtung abbogen…
Macht durchaus Bock, checkt die mal aus!  




HASHSHASHIN - nihsahshsaH
Jaja, “Gesundheit”, höhö. Die Liste an Vergleichsreferenzen, die Anderen schon zu HASHSHASHIN in den Sinn gekommen sind, ist recht bunt.
Die Australier machen instrumentalen Progrock mit psychedelischen, jazzigen und orientalischen Elementen.
Haut mich zwar jetzt auch nicht völlig um, aber wenn es ein mal läuft finde ich es dann doch zu cool, um es auszumachen…


 

JULEE CRUISE + KING DUDE - Sing Each Other's Songs For You
Dieses Gewese, das in einigen Kreisen um KING DUDE gemacht wird, habe ich persönlich ja ehrlich gesagt noch nie sooo ganz verstanden. Dass der Typ seinen Referenzen neben einer Kooperation mit Chelsea Wolfe nun auch noch einen für JULEE CRUISE geschriebenen Song hinzufügen kann, die durch David Lynch’s „Blue Velevet“ und „Twin Peaks“ bekannt ist, das ist dann aber mal natürlich Kult hoch zwölf.
Die B-Seite ist ein Cover von eben jener, das er selbst singt.  




KHEMMIS - Hunted
In einigen Kreisen gelten KHEMMIS als der ganz, ganz heiße neue Scheiß an zeitgenössischem Echtmetall bzw. Doom. Das Decibel Magazin ernannte „Hunted“ gar kürzlich schon zum Album des Jahres.
Ich persönlich würde mir ihre beiden bisherigen Alben ja allein schon ins Regal stellen, weil ich diese cheesy Old School Fantasy-Romancover-Artworks irgendwie ganz geil finde.
Was die Musik betrifft, sind KHEMMIS jetzt echt keine Band, der ich persönlich einen Altar bauen müsste, aber diese Mischung aus groovendem Schwergewichtssound und Predigerklargesang haben sie schon echt sehr, sehr gut drauf: 


 

LIFE – Kill
Der Name könnte es ihnen etwas schwierig machen, allerdings klingt „Kill“ von LIFE - von denen ich bisher nicht mehr weiß, außer dass ihr Label aus Buenos Aires ist – passagenweise immer wieder mal wie eine völlig irrsinnig aus dem Ruder laufende Version von Godflesh.
Und das ist ja schon irgendwie ein bisschen meine Kragenweite. 

Was ein geiler Lärm:



MANTIS - Mantis II
Kann man kurz und knapp abhaken: Nach einer selbstbetitelten EP im März hauen die belgischen MANTIS noch im gleichen Jahr Teil römisch zwei raus.
Geboten wird knalliger Instrumental-Rock, der ganz gut gefällt:




MARTYRDÖD – List
Das Vorgängeralbum und einen Auftritt der Band letztes Jahr fand ich ja insgesamt mehr nur so mittel, aber das ganz frische „List“ gefällt mit seiner Kombination aus Crust-Geballer und Leadgedudel ganz gut. 

Witzige Bolt Thrower Hommage beim Schlusssong im Übrigen. 
Können wir dann jetzt allerdings bitte auch endlich mal wieder was neues von Agrimonia hören?



SPIRITUS MORTIS – The Year Is One
Kann man auch mal eben relativ kurz abhaken: Wenn schon klassisch-zeitloser Doom Metal mit rockiger Kante, dann so wie ihn die altgedienten Finnen von SPIRITUS MORTIS hier auffahren.
Es ist echt nichts auffälliges oder besonderes, aber besser kann man derartiges wohl trotzdem nicht machen. Inwieweit man das mit der o.g. Khemmis wertend vergleichen will, sei jetzt mal jedem selbst überlassen.
Sami Hynninen ist außerdem ein hörbar besserer Sänger als früher (und das sage ich als Fan des bizarren Reverend).




VERBERIS – Vexamen
Aus der interessanten Masse undergroundiger Thrash-/ Death-/ Black-Metal-Rumpelkappelen solcher Label wie NWN, Invictus oder eben Iron Bonehead stachen dieses Jahr vor allem auch VERBERIS heraus. Ich will ja eigentlich nicht schon wieder diesen abgelutschten Voivod-Vergleich auspacken, aber ein Hauch von denen schwingt auf „Vexamen“ mit. 

Extrem-Metal, der jetzt vielleicht auch kein völlig weit rausgehendes Hexenwerk ist, dafür aber mit speziellerer Düster-Atmosphäre, interessanten Songarrangements und der einen oder anderen kleineren Schrägheit zu verzücken weiß:
 

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