Freitag, 4. November 2016

Nadja und so

Mal wieder ‘n interessanter Veröffentlichungstag heute: Die neue DEATHSPELL OMEGA, was wegen gewisser Beteiligter gelinde gesagt ein ambivalentes Thema für sich ist, erscheint eigentlich kommenden Dienstag aber ist bei Bandcamp schon längst zu hören, bei Totem Cat ist mal gerade ‘n halbes Jahr nach dem letzten ein neues FISTULA-Abum namens „The Shape Of Punk To Cumm)))“ raus, es gibt ‘ne neue DISHARMONIC ORCHESTRA und außerdem ein Kooperationsalbum der japanischen Krachmacher BORIS + ENDON. Gerade die Torche-Fanatics unter den Stonern sollten außerdem JUNIOR BRUCE auf dem Radar haben.
Ich will mich an dieser Stelle aber mal auf das eine, für mich interessanteste heute konzentrieren:

NADJA - The Stone Is Not Hit By The Sun, Nor Carved With A Knife
Beim Gesamt-Output von Aidan Baker mitzukommen – denn da gibt es Solo-Alben, diverse Kollaborationen und last but not least die durch seine Lebensgefährtin Leah Buckareff komplettierte Hauptband NADJA – ist auch schon eine Aufgabe für sich: Im Frühjahr erschienen von NADJA noch eine Live-Aufnahme und ein ganz cooles Onetrack-Ding, vor nicht allzu langer Zeit außerdem ein jazziges Doppelalbum von Aidan in Zusammenspiel mit Schlagzeuger Tomas Järmyr (Zu), und dann letztens auch noch die Live-Aufnahme einer Impro-Session, die auf einer Hochzeit (!) in Zusammenarbeit mit zwei anderen Drone-Künstlern (N und Dirk Serries) stattfand. Und ich hab‘noch nicht mal wirklich in alles davon reingehört, da kommt schon wieder das nächste NADJA-Album mit dem Titel „The Stone Is Not Hit By The Sun, Nor Carved With A Knife“…


 


Was ich an NADJA mag: Sie haben einen ganz eigenen Sound und Stil, den man direkt erkennen kann, aber sie sind nach wie vor immer noch dabei, ihr eigenes musikalisches Territorium weiter zu erforschen. 
Vergleichbar mit The Angelic Process bauen die kanadischen Wahlberliner als Kernelement dichte, kühle aber dennoch lebendige Soundwände zwischen Stichworten wie Shoegaze, Drone und Doom-Metal auf. Drumcomputer-Rhythmen geben dem Ganzen dann oft auch noch eine behäbig groovende Schwere, die stark an Godflesh erinnert.
Im Laufe der Jahre haben sie das Ganze aber immer wieder anders gewichtet und mit verschiedensten Herangehensweisen experimentiert: Mal liegt das Hauptohrenmerk mehr auf den Ambient-Soundscapes und man neigt auch schon mal stärker in Richtung Postrock, auf einem weiteren Release wiederum mag dann auch schon mal das Metal-Element inkl. böserer Vocals in den Vordergrund rücken. Ein Coveralbum spannte gekonnt und beachtlich homogen den Bogen von A-Ha bis Slayer und das Live-Schlagzeug auf dem 2012er „Dagdrøm“ spielte dann mal eben kein Geringerer als Mac McNeilly von den Noiserock-Titanen The Jesus Lizard.
NAJDA gibt es mal mit und mal ohne Vocals, mal mit und mal ohne Beat-Stützung, mal freier und mal strukturierter, mal positiver und mal düsterer. Auch nur sowas wie einen Kurzabriss zu ihren interessantesten und essenziellsten Veröffentlichungen zu machen würde an dieser Stelle jetzt den Rahmen sprengen, aber vielleicht mache ich das nach weiterer detaillierter Beschäftigung mit ihrem Output zu einem anderen Zeitpunkt mal…
Mit „The Stone Is Not Hit By The Sun, Nor Carved With A Knife” ist heute jedenfalls mal wieder ein weiteres Mosaikstück des musikalischen Schaffens von Baker und Buckareff erschienen und ich habe durchaus Spaß daran, mal wieder in den ganz eigenen Klangkosmos der beiden einzutauchen…

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