Mittwoch, 30. November 2016

Diese Woche bei Profound Lore raus

Die beiden interessantesten Neuerscheinungen dieser Woche (zumindest auf meinem derzeitigen Radar) kommen über das kanadische Label Profound Lore Records.
Es muss so 2009 gewesen sein, dass sich Profound Lore nach einer bereits mehr als nur vielversprechenden Entwicklung (mit Veröffentlichungen von u.a. Hammers of Misfortune, The Gates of Slumber, Krallice, Nachtmystium, Nadja, Portal, Alcest, ...) endgültig zu einem der interessantesten und wichtigsten Impulsgeber-Labels des aktuellen Metal-Undergrounds mauserten, denn in dem Jahr erschienen dort Altar of Plagues‘ „White Tomb“, Cobalt’s „Gin“ und Yob’s „The Great Cessation“. Drei Alben, die absolut ins Plattenregal eines jeden gehören, der sich als Connaisseur nicht ganz anspruchsloser Krachmusik sehen möchte.
Was ich persönlich an diesem Label ferner besonders mag ist, dass Macher Chris Bruni nicht nur ein Gespür für 1.) schlichtweg gute extreme Bands mit eigener Note und 2.) Sachen, die wenn man so will auf der Schnittstelle zwischen „Trueness“ und „Hipstertum“ (gna) funktionieren (Pallbearer!) hat, sondern – am wichtigsten! - er darüber hinaus auch weiter über Tellerränder blickt, als es mutmaßlich große Teile seiner Hauptzielgruppe tun dürften.
So veröffentlichte er neben vielem an Doom und Black Metal eben auch Alben der Noiserocker Ken Mode und der Instrumental-Lärmer Dysrhythmia, die ruhigere Musik von Amber Asylum und Worm Ouroboros, elektronisches von Prurient und Wife, oder auch den düsteren Alternative-Hip-Hop der legendären Dälek.
Eine, fragt man mich, schlicht und ergreifend wirklich sehr sympathisch geschmackvolle und weitsichte Mixtur.

Kommen wir zu dieser Woche:




ASH BORER - The Irrepassable Gate
Eine Split-Veröffentlichung mit den stilistisch verwandten Fell Voices 2010 und das selbstbetitelte Langspieldebüt ein Jahr später machten ASH BORER direkt zu einer Marke des US-Black-Metal. Sie wuchten den epischen „Cascadian“-Ansatz (bla) in eine noch mal etwas räudigere und fiesere Ecke, was sie eben interessanter und bestechender macht als überschätzte Blackgaze-Lachnummern wie Deafheaven. Allerdings muss ich persönlich zugeben, dass mich ihr zweites Album musikalisch ja nicht gerade sonderlich umgehauen hat.
Auf „The Irrepassable Gate“ scheinen sie nun einen Schritt nach vorne gewagt zu haben, zu… na sagen wir mal mehr Produktion und mehr Komposition. Für die Beantwortung der Frage wie gut mir das dieses mal somit vielleicht doch wieder gefällt werde ich dann wohl allerdings selbst erst mal noch ein paar Testdurchläufe brauchen…




WORM OUROBOROS - What Graceless Dawn
Bei WORM OUROBOROS geht es nicht so ganz ohne Namedropping: Am Schlagzeug sitzt seit einiger Zeit Tausendsassa Aesop Dekker (Vhol, Ludicra, Agalloch, …) und an Bass und geteiltem Gesang finden wir Lorraine Rath vor, die man auch von Amber Asylum und dem doomigen Einalbum-Wunder The Gault (aus denen wiederum die USBM-Vorreiter Weakling hervorgingen) kennt. Letztere veranschaulicht dann auch so ein bisschen die musikalische Marschroute von WORM OUROBOROS, die ich mal als minimalistischen Doom-Rock bezeichnen würde. Eher die Ambient- und Folk-Seiten betonend, als auf metallische Breitwand-Härte setzend.
Das ist dann Musik, die bei mir zugegeben auch nur mal alle Jubeljahre rotiert und nix, was rund um die Uhr laufen würde. Aber einen gewissen Charme kann man WORM OUROBOROS halt eben so wenig wie Amber Asylum absprechen…

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