Freitag, 25. November 2016

Bölzer - Hero

Heute raus: Das BÖLZER-Album „Hero“!


Eigentlich wollte ich dazu gar keine längere Abhandlung fabrizieren, dann wiederum gibt es aber doch min. fünf Gründe, das mal zu tun:

01.) Die Vorgeschichte: Von Extremmetall-Lifestylern bis zu Hipster-Musiknerds waren viele sehr gespannt auf dieses Langspieldebüt. Die 2013er EP „Aura“ schlug allgemein bombig ein, die Band gab live eine Superfigur ab, die Nachfolge EP „Soma“ hielt allerdings nur solide das Niveau, ohne ferner umzuhauen. 


02.) Schon im Vorfeld war zu diesem Album auch schon einiges an Kritik und Ablehnung zu lesen. Allerdings von Seiten aus, bei denen ich persönlich sagen muss: Wenn Typen, die sich echt jeden unterklassigen Unrat an 08/15-Death- und/ oder Black-Metal reinziehen, ‘ne Band angehen, weil sie weiter aus generischen Standardstilmustern ausbricht, macht mir das diese Band erst mal eher noch sympathischer. 


03.) Ja, das mit den Vocals auf „Hero“ ist so eine Sache. Gerade bei Extrem-Metal, welcher genauen Unterschublade auch immer, ist das mit Wechselspielen aus Röchelkeif- und Jammergesang manchmal schwierig. Aus diesem Grund tue ich mich selbst durchaus auch mit aktuelleren Ahab und dem einen oder anderen von Enslaved manchmal doch etwas schwer. Warum ich es hier trotzdem gut finde: Es kommt authentisch, auch weil leicht dilettantisch und neben der Spur daher, und eben nicht bewusst auf zugänglich schielend, oder artsyfartsy, oder sonst irgendwie aufgesetzt. Es passt zu den Songs, und die Songs sind gut und bleiben echt hängen. Was die Hauptsache an Musik ist.
 

04.) Dieses stilistische Neuland macht aus „Hero“ tatsächlich ein sehr interessantes und hörenswertes Undergound-Metal-Album. „Aura“/ „Soma“ Revisited als Abendfüller hätte ich persönlich sowieso nicht so unbedingt gebraucht, weswegen mir dieser frische und unerwartete Ansatz gut reingeht.
 

05.) Natürlich kann man nie wissen, wo beim Schweizer Duo die Reise zukünftig hingehen wird. Vielleicht rümpfe ich ja beim nächsten Album selbst ja auch schon die Nase, weil sie wie Primordial werden oder sowas. Ändert dann aber auch alles nix daran, dass „Hero“ auf dem weitestgehend vermeintlich truem Metal-Sektor eines der allerbesten Alben des Jahres ist.

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