Dienstag, 4. Oktober 2016

The Shape of „Post-Metal“ to come?

“Support the Underground” und “checkste mal den Nachwuchs” dachte ich mir so, als ich gestern im Dortmunder Recorder landete, der zum Livemusikabend mit zeitgenössischem Metal/ Hardcore rief.   
Dort wurde aus der angegeben Marschroute „pünktlicher Beginn 19:00, Ende 22:00“ nix, denn es ging erst 19:30 los und die letzte Band um 21:50 auf die Bühne… Anyway.

Die ersten waren Dortmund’s aufstrebende Doom-Jungspunde HEXER, die sich langsam aber sicher immer mehr machen. Dass die Jungs Yob mögen und außerdem das eine oder andere von Neurosis gehört haben kann man nicht verneinen. Wenn sie irgendwann mal ihre Songarrangements noch ein bisschen flüssiger und schlüssiger hinkriegen, anstatt einfach nur Atmo-Parts und Gröl-Stampf-Parts aneinanderzureihen, könnte das mit denen noch mal was werden. Es kann aber auch der Pisselanlage im Studetenkeller geschuldet sein, dass sie an diesem Abend nicht so mächtig rüberkamen wie sie gerne würden…

Die folgenden EWIG.ENDLICH. erinnerten mich an die Zeit, zur der mir Kill.Kim.Novak bzw. Andorra Atkins mal kurz den Screamocore nähergebracht hatten.  Soundwand-Gitarrengeschrubbe und garstiges Geballer trifft auf Muttersprachengeschrei mit reflektierter Schlaumeier-Schlagseite, dazu noch ein paar Samples. Erinnert schon irgendwie an KKN damals, nur waren die bekanntlich vor Deafheaven, und so kann man in EWIG.ENDLICH. tatsächlich sowas wie „Blackgaze“-Elemente ausmachen. Fands jetzt nicht wirklich schlecht, aber so 100%ig mein Ding ist derartiger Studentencore für einen alten Metal-Sack wie mich dann irgendwie doch nicht...

Punktsieger des Abends sind tatsächlich die Leipziger OAKEN HEART. Ähnlich wie die Band davor flirtet ihr Screamo/ Post-Hardcore-Kram mit extremmetallischen Einflüssen samt Hypberblast-Geballer, aber irgendwie kommt das Ganze noch knackiger auf dem Punkt, ist tight rausgebrettert und weckt von Fugazi bis Powerviolence eigentlich nur gute Assoziationen.  Auch hier: Nicht sooo 100%ig mein Ding, aber wenn das eine der Bands sein sollte, die der Indie-Hype um Mittelmaßkapellen wie Liturgy und Deafheaven mit hervorgebracht hat (schließlich schreibt man sich auf die Fahne, was mit Black Metal am Hut haben zu wollen), dann ist diese Welt ja doch noch ein Stückchen in Ordnung.

Zum Bilder machen war ich im Übrigen zu faul.

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