Dienstag, 11. Oktober 2016

Strahlemänner

Ich habe da gerade ein paar interessante Parallelen entdeckt, was die nahenden Alben von BÖLZER und WHORES. betrifft.
Beide veröffentlichten 2013 ihre jeweils zweite EP, die in spezielleren Szenekreisen zwischen
kredibilen Krach-Nerds und angeblichen Hipster-Blogs bombig einschlug.
Beide gelten als alles umblasende Live-Bands.
Beide sind dank größeren Festivalauftritten u.ä. auf dem Sprung zu weiterer allgemeiner Aufmerksamkeit.
Von beiden erscheint dieser Tage der langerwartete erste Longplayer und beide wollen sich dabei mit gewisser Strahlkraft präsentieren: BÖLZER sind der hell scheinende „Hero“ und WHORES. kommen mit typischer Selbstironie in „Gold“.




Im Mikrokosmos semiprofessioneller Krachmacherkapellen könnten sie dabei im Übrigen allerdings kaum unterschiedlicher sein:
Die stilistische Heimat des Schweizer Duos BÖLZER liegt in gleichermaßen atmosphärischen wie brachialen Black- und Death Metal-Gefilden, samt entsprechender Erscheinungsklischees; das Ami-Trio WHORES. wiederum steht in der eher etwas trockenen Tradition von Nosierockern wie Unsane, Jesus Lizard, Hammerhead, Ken mode und Pissed Jeans. 

Dabei sind es überraschenderweise BÖLZER, die etwaige Erwartungshaltungshalten in die Tonne treten, indem ihr „Hero“ anders ist. Melodischer als die vorangegangenen EPs und der Typ an Gesang und Gitarre lässt darauf schon mal zu Jaul-Vocals hinreißen, die vielen Extrem-Metal-Lifestylern und
puristischen Schubladen-Polizisten mit Sicherheit übel aufstoßen werden


 

Das überraschende an der neuen WHORES. wiederum ist, dass diese tatsächlich über Steamhammer/SPV kommt. Ein, das kann man schon so sagen, eigentlich schon etwas abgehalftertes Label mit Hardrock- und Metal-Schwerpunkt. So richtig gut zusammenpassen will das nicht. Wenn das aber bedeuten sollte, dass eine wirklich grandiose Noiserock-Band ein bisschen mehr Aufmerksamkeit in der hiesigen Rock-Presse erhalten könnte, dann soll mir das natürlich recht sein…



„Gold” von WHORES. erscheint Ende des Monats, BÖLZER’s „Hero“ folgt ein paar Wochen später via Iron Bonehead. Auf beide ist man zu Recht ziemlich gespannt!

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