Donnerstag, 21. Juli 2016

Wreck and Reference - Indifferent Rivers Romance End

WRECK & REFERENCE sind ja für mich ehrlich gesagt irgendwie eine dieser „finde ich prinzipiell gut, höre ich ehrlich gesagt aber eigentlich nur selten“-Bands.
Man konnte sie anfangs grob unter „Noiserock“ eintüten, aber wenn man bei diesem Etikett primär an irgendwas von Sonic Youth bis Unsane denkt, trifft es das nur bedingt. Viel mehr steckt die Musik von W&R ein Feld ab, das irgendwo bei dunklem Postpunk anfängt, über Drone-Klangkonstruktionen geht und bei sowas wie rauem Grindcore aufhört, dabei auch gerne mal ziemlich verquer arrangiert daherkommt und eher experimentell als rockig anmutet. Eher „Extrem-Indie“ als irgendwas mit „Metal“. Hinzu kommt eine ungewöhnliche, wenn man so will nur halb „handgemachte“ Instrumentierung, die in Richtung von sowas wie J.G. Thirlwell oder Young Gods schielt (wenn auch vermutlich eher ungewollt) und neben einem derb guten Drummer, sowie (klar) Geschrei und Gesang keine wirklichen Gitarren, sondern lediglich Lärm aus der Samplekonserve auffährt.
Da kann man von halten, was man will, schlechter oder uninteressanter macht das das Ganze aber mitnichten.

„Indifferent Rivers Romance End“ setzt nun die auf dem letzten Album „Want“ bereits angedeutete Entwicklung fort, noch ein bisschen mehr Goth zu werden. Es gibt auf dem besser  denn je produzierten Teil stärkere Anflüge von Dunkel-Pop, und während die Post-Hardcore-Aura der Kalifornier immer noch präsent ist, sind die metallischen und noiserockigen Versatzstücke noch einen ganzen Schritt weiter hinter die (Post-)Industrial-Schlagseite der prädominanten Synthie-Sounds gerückt.

Für wen das was ist? Ich sach ma' für Leute, die Nine Inch Nails immer noch genauso mögen wie „The Shape Of Punk To Come“ und die sich ebenso gerne mal was von Zola Jesus reinpfeifen wie von The Locust. 


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