Mittwoch, 20. Juli 2016

Keelhaul II (Klassiker@Bandcamp)

Aktuelle Veröffentlichungen sind gerade zwar auch schon wieder 2-3 interessante auf dem Radar - bevor ich mich denen widme möchte ich aber mal eben auf das inzwischen auch schon wieder 15 Jahre alte „II“ von KEELHAUL zu sprechen kommen, weil’s zuletzt zufällig mal wieder vor meiner Nase bzw. in meinen Ohren landete …

KEELHAUL lernte ich etwas zeitverzögert als Tipp in einem Internetforum kennen. Damals stand ich ziemlich auf Mastodon, deren progressiv angehauchter Sludge-Metal mit Show-off-Drummer auf „Remission“ und „Leviathan“ sehr meinen Nerv traf.
KEELHAUL, deren ersten beiden Alben schon vorm Mastodon-Debüt erschienen, könnte man stilistisch tatsächlich mit in die gleiche Schublade packen, und doch sind sie total anders.


Gerade „II“, mein Lieblingsalbum der Clevelander, hat etwas eskalierendes.
Der nur nach vorne flüchtende und selbst während seiner etwas episch-atmosphärischer tönenden zweiten Hälfte immer noch recht wild peitschende Opener „360“ kann alleine für sich schon mehr als von anderen Bands ganze Alben.
Wie die wilde Blastbeat-Kurznummer „Unwound“ nahtlos in das monströsestens groovene „Practising“ übergeht, wie „Lackadaisical Chinese Tubesocks“ die Frickel-Schraube noch mal anzieht, dabei aber trotzdem nach vorne treibt, und wie einen die Schlussnummer „LVN“ versöhnlich-mitsummtauglich verabschiedet… das sind die Höhepunkte eines makellosen Albums, das vor allem durch seine krude Grobheit, Schnellzugfahrten kurz vor der Entgleisung und konventionelle Songstrukturen umgehende Eigenwilligkeit besticht.
Und dann ist da noch dieser Drummer: Will Sharf (auch Craw). Seine untechnisch-grobschlächtige, dennoch versierte, agile und vor allem auch höchstkreative Spielweise gibt dem Ganzen den Extra-Kick.


The Rest is History: Mastodon sind bald ‘ne große Nummer geworden, aber musikalisch inzwischen eher uninteressant. KEELHAUL sind immer noch eine obskure Band, an der sich lediglich eine Handvoll Nerds erfreuen, die vor allem auf sowas wie Melvins und Pig Destroyer stehen. Ihr letztes Album war zugegeben kein Überflieger, dafür war der darauf enthaltende „Kirby Wurm“ aber dennoch ihr vielleicht sogar bester Song.

Komme ich nach wie vor immer wieder zu zurück und werde es wohl auch niemals satthaben:


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