Montag, 20. Juni 2016

Virus - Memento Collider

Auf dieses, diesen Monat veröffentlichte Album - das ich wohl zugegeben gar nicht testgefahren hätte, wenn es mir nicht zufällig von anderer Stelle so nahegelegt worden wäre, dass ich es nicht ignorieren konnte - möchte ich, wo es schon auch bei Bandcamp (s.u.) ist, dann doch auch mal hinweisen:

Die norwegischen VIRUS sind ja die Nachfolgeband von VED BUENS ENDE, welche bereits einen ziemlichen Prog-/ Avantgarde-Ansatz aus ihren Black-Metal-Wurzeln zogen.
Mittlerweile fahren sie einen ganz eigensinnigen Progrock-Sound, der sich ein ganzes Stück weiter von Metal-Knalleffekten entfernt hat.
Vergleiche, die an anderen Stellen schon getätigt worden sind, wie z.B. mit Voivod (wohl vor allem „Nothingface“) und auch King Crimson (hier wohl vor allem auch die der 80er und 90er, mit Adrian Belew’s Gitarrenarbeit), kann ich zwar nachvollziehen, finde sie aber eher etwas irreführend.
Eigentlich sehe ich VIRUS in einer stilistischen Liga mit z.B. finnischen Nachbarn wie Oranssi Pazuzu, Atomikylä und Abyssion, die auch alle ihre Black Metal Wurzeln um Einflüsse aus Prog, Krautrock u.ä. vermengt zu was anderem geführt haben, und meinetwegen auch ein bisschen in der Nähe einer Band wie Aluk Todolo, die ebenfalls Metal-Dunkelheit in ihrem musikalischen Grundstein hat, dabei aber eher eine ziemlich eigene Schiene mit angehobenem Spielwitz fährt.
Alles in allem sind VIRUS nämlich trotz aller „spaceigen“ Ambitionen und bei allem Vorreiterrollencharakter eine Band, der man die „hässliche“ (Black) Metal-DNA dann eben doch noch sehr anhört. Das muss nicht per se etwas negatives sein, macht sie dann meiner Meinung nach aber eben doch eher zu einer dieser Bands, die vor allem von sich selbst als gerne mal über Tellerränder blickend empfindenden Metalheads goutiert wird, als dass sie für Musikfans interessant wäre, die eher von außerhalb dessen kommen. Wenn Ihr versteht, was ich meine.

Einen Anstandsapplaus zur Weitergabe an potenziell zugeneigte war es mir dann aber doch mal wert.


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