Donnerstag, 2. Juni 2016

Klassiker@Bandcamp: Godflesh - Streetcleaner

Früher oder später landen auch alteingesessene Label bei Bandcamp, nachdem schon z.B. Relapse einen Großteil ihres Katalogs dort reingestellt haben. Nun hat es auch das britische Label EARACHE erwischt.
Da diverser Früh-/ Mittneunziger-Kram aus dem Hause Earache eine nicht unbedeutende Rolle dabei spielte, wie sich mein Hardrock- und Metal-Musikgeschmack in extremere und auch alternativere Richtungen weiterentwickelte (Napalm Death! Entombed! Fudge Tunnel! Iron Monkey! Carcass! Brutal Truth! Bolt Thrower! Cathedral! ...), wird mir das wohl auch noch den einen oder anderen Post in der Serie
„Klassiker@Bandcamp“ wert sein.

Heute: „Streetcleaner“ von GODFLESH. 
Eine Band, deren Musik im allgemeinen, früher Kram im speziellen, Rock-/Metal-Puristen und Soundästheten bis heute das Grausen lehrt, da sie Grindcore-Wurzeln (Mainman Justin Bradrick war zuvor bei Napalm Death) und einen entsprechend schroffen Klang und Stil an Gitarrenlärm und Gegröle mit der maschinellen Kühle stampfender Drumcomputer-Grooves und damit zusammenhängenden Einflüssen anderer Musikstile kombinierte und somit auch einen gewissen Kontrastpunkt in dem Programm setzte, das den Death-Metal-lastigen Großteil des damaigen Earache-Rosters ausmachte.
Der Einfluss, den Broadrick und Basser G.C. Green mit ihrem Industrial-Metal – lange bevor ein derartiges Etikett zum Schimpfwort fürs Unstyle-Schaulaufen in der Goth-Disco zu grottenschlechter Billigmusik wurde - auf verschiedene Undergroundströmungen, auch in Richtungen wie Sludge und „Post-Metal“ hatten, ist einem dabei erst dieser Tage so richtig gewahr geworden.
Und wenn es sowas wie das eine GODFLESH-Album geben sollte, dann dürfte das wohl ohne Frage das 89er Langspieldebüt „Streetcleaner“ sein. In der CD-Version zusätzlich mit den vier Songs der nie separat veröffentlichten "Tiny Tears"-Session, dessen Track "Dead Head" dann auch noch so ziemlich alles kann:



An dieser Stelle kann ich jetzt vielleicht auch noch mal erwähnen dass die „Streetcleaner“-am-Stück-Performance von GODFLESH beim Roadburn 2011 in ihrer beachtlichen Brachialität der Wahnsinn in Tüten war und ich auch sehr froh darüber bin, mir als Erinnerung daran die Konserve besagter Show auf Vinyl eingetütet zu haben

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