Montag, 9. Mai 2016

Acherontic Arts II

 
Joah, zugegeben, irgendwie war es schon seltsam am ersten richtig sonnig-warmen Wochenende des Jahres einen beträchtliche Zeit gleich zweier Nachmittage/ Abende in einer Konzerthalle mit Düstermetalgerumpel und stimmiger Lightshow zu verbringen, aber auch die zweite Ausgabe des ACHERONTIC ARTS hat mit seinem geschmackvoll-abwechslungsreichem Billing wirklich Spaß gemacht, wenn man das denn bei solcher Musik so sagen möchte.
Highlights und erwähnenswertes im Schnelldurchlauf:
MORAST waren mit ihrem sludgeig-punkigen, vernebelt-atmosphärischem und auch brachialst stampfendem Death-Doom-Gegroove samt Tom-Warrior-Kante ein saugeiler Opener und ich freue mich schon drauf, wenn es die live gespielten Songs, die nicht auf ihrem aktuellen Demo sind, demnächst mal in Konservenform geben wird.
Der andere Tag wurde von FUNERAL PROCESSION eröffnet, deren Black-Metal-Klischeeparade alter Schule inkl. verstimmte Gitarre schon was amüsantes hatte.
ALMYRKVI hatten was von französischem Avantgarde-Black-Metal, ebenso wie diese traten die straighter rumpelnden KOSMOKRATOR vermummt auf, was dann wohl optisch wie musikalisch ganz gut in aktuelle Trend passt, auch wenn ich beide Bands eher unter „gutem Durschnitt“ als unter „umwerfend“ o.ä, verbuchen würde.
DREAD SOVEREIGN waren okay bis ganz spaßig, geiler Poser-Gitarrist!
(DO
LCH) profitieren sehr von der wirklich coolen Lightshow, denn jene harmonierte mit ihrem Sound und Auftreten perfekt.
KALMEN gehörten für mich, eigentlich schon wie erwartet, ganz klar zu den zwingendsten Bands des Wochenendes. Was die Band zwischen Psychedelic-Nebel und Schwarzmetall-Bissigkeit auffährt ist einfach nur völlig geil. 
Was URFAUST betrifft, wittere ich hier einen neuen Trend: Duoformationen, deren Clownschlagzeuger mir irgendwie auf den Sack geht. Schon bei den ursprünglich mal geschätzten Noiserockern Dyse wurds live zuletzt etwas schwierig, weil sich deren Trommler für Helge Schneider hält. Bei URFAUST finde ich das etwas übertriebene Gepose von Schlagzeuger Jimmy Blitzer und seinem Schnauzbart auch irgendwie ein bisschen drüber. Die Ironie an diesem Trend dürfte wohl sein, dass die Duoformation dessen Schlagwerker ich bin demnächst auch noch einiges vorhat… nun ja.  
Zu den kleinen unerwarteten Highlights gehörten auf jeden Fall OUR SURIVAL DEPENDS ON US, die irgendwie als sowas wie ‘ne Alpen-Version von Neurosis durchgingen und dabei gar nicht mal durchgängig so aufgesetzt-sakral rüberkamen wie vom Testhören ihres aktuellen Albums erwartet. Könnte man auch albern finde, aber ich fands nicht schlecht!


 

In der schicken Festival-Jutetasche landeten dann in Zwölfzoller-Form übrigens noch neben dem aktuellen Album von Universe217, welches wirklich sehr, sehr gut ist, auch noch die Erstpressung von Ultha's „Pain Cleanses Every Doubt“ und eine Reissue von Corrupted's „Nadie“-Album für jeweils 'n Zehner (!).
Als so’ne Art von Mini-Roadburn vor der Haustür war‘s auf jeden Fall mal wieder ein sehr cooles Wochenende.
(Auf Bilder klicken zum vergrößern)


 





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