Sonntag, 24. April 2016

Roadburn 2016



Ganz ehrlich: Auch wenn’s eh kaum jemand liest wünschte ich wirklich, ich käme mit dem bloggen (bzw. auch mit dem Musik anhören und hier drüber schreiben) so hinterher, wie ich gerne würde, aber dieser Blog ist als klitzekleines Selbstbeschäftigungstherapie-Hobby aus Gewohnheit halt eben doch auf der Prioritätenliste etwas weiter unten, wenn der Dayjob mir mal wieder viel Zeit und Nerven raubt, die Nebentätigkeits-Autorenschaft an anderer Stelle auch so ihre Deadlines mit sich bringt, und eigene Bandproben einfach auch noch mehr Spaß machen, mir aber fernere Zeit und Energie rauben. Ganz abgesehen davon, dass der allgemeine Vitalitätslevel diese Woche 'n bisschen weiter unten lag.
Bevor wir uns missverstehen: Ich beschwere mich nicht, sondern wollte nur mal eben zu Protokoll geben, dass es Gründe gibt, warum hier trotz eigentlich in letzter Zeit ja doch wieder recht hoher Postingfrequenz quantitativ eben doch weniger passiert, als ich eigentlich gerne raushauen würde. Deswegen wird das Roadburn-Resümee dieses Jahr, bevor es mir noch gänzlich durchs Raster fällt, mal eben nur im Telegramstyle durchgezogen:


Mittwoch
Tilburg, sweet Tilburg. Warm Up im Cul de Sac. Das JUCIFER-Gewitter macht tierisch Bock.

Donnerstag
Bei CULT OF LUNA, die ihr langweiligstes Album am Stück spielen, ist es bereits brechend voll in der Haupthalle. Die Show ist ganz gut.
Überspringen wir das nur okaye zwischendurch und kommen zu den Highlights: ORANSSI PAZUZU gehören zu den Gewinnern des ganzen Wochenendes. Was für eine geile, noisige, atmosphärische, mitreißende Show. „Saturaatio“ ist auch live ein geiler Opener, „Uraanisula“ groovet auch live wie Sau und überhaupt funktioniert das Ganze live sogar ein Stück besser, als ich erwartet hätte. Geil, geil, geil!
Die „Jane Doe“-Show von CONVERGE macht Bock, und genau das machen auch THE BODY in sehr stimmungsvoller Beleuchtung mit ihrem Noise-Metal.
Ganz witzig zum Abschluss kamen ABYSSION mit ihrem recht eigenwilligen Kram. Keine Ahnung, ob ich das von Konserve hören müsste, aber spät am Tag mit einem im Tee fand ich's ziemlich unterhaltsam.


 

Freitag
Ich kann ja jetzt mal damit angeben zu den geladenen Freunden der Familie gehört zu haben, die vorm Start des Festivals-Tags schon mal im Keller das kommende neue Neurosis-Album gehört haben. Für ein abschließendes Urteil müsste ich es dann aber doch erst noch  ein paar mal hören...
Zum Festivalprogramm:
DIAMANDA GALÁS– well, that was something!
REPULSION – wie erwartet ein Fest!
WITH THE DEAD – sehr geil!
G.I.S.M. - zum ersten mal außerhalb Japans und seit zehn Jahren und überhaupt blablabla... es war geil! Hammerirrerdrummer, super Band, geiles Gerumpel, geile Strichmännchenpornoanimationen, geil!
PENTAGRAM legten ebenfalls einen ihrer erwähnenswerteren Gigs hin.
Der Kürbisburger bei Polly Magoo kann übrigens so einiges.


 

Samstag
YODOK III – Jazzy Drone-Kram. Gefällt. Muss ich mal von Konserve checken!
Fett, fetter, BROTHERS OF THE SONIC CLOTH! Tad Doyle und Anhang regeln als Main Stage Opener alles. Ja, alles!
Danach TAU CROSS mit einem „We Control The Fear“ / „Hangman's Hill“-Traumfinale. Auch geil!
MISPYRMING blieben leicht hinter meinen Erwartungen zurück, dafür machen LA MUERTE schwer Bock. (Bei denen ist inzwischen einer von den komplett abgehalfterten Channel Zero dabei? Sachen gibt’s...)
Hammerfinale mit der Jubiläumsshow von NEUROSIS, Teil 1! U.a. „To What End?“, Joy Division Cover. als Endspurt „Through Silver In Blood“ und als Schlusshöhepunkt „Stones From The Sky“. Das war groß!

Sonntag
MIRROS FOR PSYCHIC WARFARE bringen den Green Room zum vibrieren, BLIND IDIOT GOD sind total geil, CHAOS ECHOES machen wie erwartet mit ihrem Atonal-Gerumpel durchaus Laune.
Ein deutscher Vollprofimusikjournalist, nennen wir ihn Jan S., faselt derweil was davon, dass die isländischen Black-Metaller Mispyrming für ihn „einen Post-Hardcore-Vibe“ haben und ich solle mir unbedingt mal ECSTATIC VISION ansehen, weil die so Killing-Joke-mäßig sein sollen. Äh, ja. Ohne Worte. Einfach nur ohne Worte.
Falafel-Broodje bei Karnak war übrigens ganz gut.
NEUROSIS eröffnen ihren zweiten Jubiläums-Set mal eben mit „To Crawl Under One's Skin“ und haben damit schon wieder gewonnen.




Ja doch, es hat sich mal wieder gelohnt, den eben gar nicht mal so weiten Weg nach Tilburg anzutreten. Wenn jetzt nicht noch 1-2 Angehörige meiner Reisegruppe ziemliche Mimimimi-Menschen wären (2. Edit), wär's 100%ig super und entspannt gewesen.
Erwähnenswert im Übrigen auch, dass im umgebauten 013 auch die Anlage aufgestockt wurde, denn der Sound war, obwohl man dort schon einiges gewohnt war, echt nicht ohne. Bin mal gespannt, was Walter nächstes Jahr so auffährt...

Kommentare:

  1. hab es dieses jahr auch mal wieder zum roadburn geschafft. viele nette menschen kennengelernt. aus der türkei, griechenland, finnland, ausm pott jede menge gesocks :), portugiesen, franzosen, norweger, ex-ostblocker uvm. 2x "rausgeflogen", weil sich unsere reisegruppe (3 P) bei den shows zu laut unterhalten hat. bei CHAOS ECHOES (Extase) und bei der chillout show von AMENRA. ein highlight jagte das nächste. endlich mal REPULSION gesehen. nostalgie bei PARADISE LOST. nick holmes mit einem heckler ausm konzept gebracht ("Nick, where is your hair?") das cul de sac bei COCAINE PISS und GRIMSONS auseinandergenommen, bei blood moon-CONVERGE gechillt, bei DIMANDA GALAS einen mittagsschlaf gehalten, weil man ja nix trinken und nicht raus durfte. 2x bei NEUROSIS "zu hause" angekommen. mehrmals das petronaat verflucht, weil ich zu doof war, mal vor der stage time da zu sein. und ich hab es als aufmacherbild ins holländische "never mind the hype" e-zine geschafft und oute mich hiermit als PETER PAN SPEEDROCK asi-fan http://nmth.nl/vetste-van-roadburn-amenra-dool-death-alley-neurosis/

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    1. Haha, ich fass es nicht. Lese gerade erst den Bericht und überfliege den Kommentar... Ihr wart aber auch Vollasis! Kumpel von mir meinte, ihr hättet ziemliches Glück gehabt, dass ihr gerade noch rechtzeitig aus dem Extase rausgeschmissen worden seid. Jetzt weiss ich auch wieder die Visitenkarte zuzuordnen, die du mir anscheinend irgendwann in die Hand gedrückt hast und die ich gestern in meiner Jackentasche wiedergefunden hab. Haben uns nach Alkerdeel vorm Cul de Sac getroffen und dann sass ich hinten im letzten Bus zurück zum Park am Montagmorgen, als meine beiden Jugofreunde angefangen haben Partisanensongs zu singen. Sehr schön, das alles hier zu lesen. Und @Simon: Arne und dich hab ich dieses Jahr gar nicht getroffen. Hab nur einmal vollgesoffen (mein 10. Roadburn) einen Iron Monkey Pulli von hinten gesehen. Lag wohl irgendwie an den 800 Leuten mehr dieses Mal (hab beim Patronaat-Anstehen jedes mal versagt). Gruß aus Köln, die Herren und bis zum nächsten Mal.

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  2. Ja Mensch, was ist denn hier los?!
    Habe kurz 'n Kollegen von Dir getroffen, Thomas, aber auch nur ein mal kurz... Scheint, als hätte es sich dieses Jahr tatsächlich etwas auseinandergelaufen...

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