Montag, 21. Dezember 2015

Klassiker@Bandcamp: Vaz - Dying to Meet You

[Bla bla bla]

These: Wäre die Produktion vielleicht noch einen Ticken stringenter als sie ist, und hätte vielleicht ein bisschen Promo dafür stattgefunden, dann würde das zweite Album von VAZ aus dem Jahre 2003 in der Wahrnehmung der etwas geschmackvolleren Leute unter den Visions-hörigen Indieköppen vielleicht ganz weit oben mit rangieren.




Der Reihe nach? Der Reihe nach! In den 90ern veröffentlichte eine amerikanische Band namens Hammerhead drei Alben, eine EP und ein paar Kleinformate über u.a. Amphetamine Reptile Records, die zu den essenziellen Must-Haves einer jeden ernstzunehmenden Noiserock-Plattensammlung gehören. Allen voran „Into The Vortex“, aber im Grunde genommen alle, so z.B. gerade auch die „Evil Twin“ EP.
Bevor sie in jüngerer Vergangenheit wieder auf der Bildfläche auftauchten, lösten sich Hammerhead allerdings 1996 auf. Woraufhin die Rhythm Section weiterzog, VAZ zu gründen.  VAZ haben seit 2001 immer wieder Alben veröffentlicht, auf denen sie es wie kaum eine zweite Band schaffen Noiserock-Sperrigkeiten mit einem gewissen Pop-Appeal unter einen Hut zu kriegen.
„Dying To Meet You“ ist die absolute Spitze davon. Der rasante Opener macht grob klar, worum es geht. Das folgende „Blue Lip Special“ ein ein charmanter Indiepoprocker, den auch Sonic Youth nicht besser hinkriegen würden. Der erste Maulsperrer kommt mit dem fast schon roboterhaft groovendem „Elastik-C“ und der zweite mit dem Feger „White World of Death“ hinterher. Was für eine Wahnsinnsgitarrenarbeit mitunter etwas unorthodoxerer Art und was für ein unfassbar geiles Drumming des hier unter Deft Garlands firmierenden Jeff Mooridian Jr., der zu der Zeit mutmaßlich Drum'n'Bass o.ä. für sich als Inspiration entdeckt haben dürfte. Nach dem Doppelinferno setzt das mit dezenten Piano-Einlagen angereicherte „Headless Statue“ als eher hymnisch-getragene Nummer den nächsten Kontrastpunkt.Auch die noch folgenden neun Songs werfen noch einiges an Highlight-Momenten ab.
Auf dem Punkt: „Dying To Meet You“ kann a-l-l-e-s und ist nicht nur in der Nosierock-Ecke ein zwingendes Album, sondern vielleicht sogar darüber hinaus in der Alternative-/ Indie-Ecke bisher sträflich wenig beachtet worden. Außerdem kann ich nur noch mal betonen, dass Jeff Mooridin ein unfassbar grandioser Drummer ist, der bisher ebenfalls noch nicht das Ausmaß an Anerkennung bekommen hat, das ihm eigentlich gebührt.

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