Donnerstag, 8. Oktober 2015

Dope Body..

 
Kunk“ ist die Überraschung des Jahres. So richtig auf den Plan traten DOPE BODY für mich erst mit diesem Album, welches sowas wie ein glückliches Zufallsprodukt ist, denn Grundbestandteile davon entstanden ganz spontan während der Arbeiten an ihrem Ende letzten Jahres veröffentlichten „Lifer“. Man wurde sich schnell bewusst, da was zu haben, und schob „Kunk“ so schnell wie möglich nach.
Auf Alben wie eben Lifer“ oder dem 2012 Vorgänger „Natural History“ waren DOPE BODY fast schon eine noch eine Band, wegen der ich nicht an einem Mittwoch Abend bis nach Köln gefahren wäre, doch ob dieses entrückte Inferno der aktuellen Konserve live auch derart wild rüberkommt, musste ich einfach herausfinden...  

Der Sonic Ballroom im Party-Viertel von Köln-Ehrenfeld (Live Music Hall, Underground, Werkstatt und co. sind alle buchstäblich um die Ecke) kann eine gewöhnungsbedürftige Location sein. Als Konzertbesucher von außerhalb hat man hier nämlich immer wieder mal das Gefühl, es mit einem ganz seltsamen, auch latent unangenehmen Stammpublikum zu tun zu haben. Was auch tatsächliche Kölner mitunter selbst bestätigen.

Im zehn nach neun nur mäßig gefülltem Laden legte erst mal der Local Support MINUSMEN einen aufs Parkett. Ganz okay, aber einen Hauch zu heterogen. Der Heavy-Riffrocker und die Indie-Hymne, der kurz-und-knackige Punker und der ausufernde Psychedelic-Jam... irgendwie war alles dabei, im Sinne von eigentlich schon zu viel. Aber es war ziemlich okay!
Knapp über 'ne Stunde später legen DOPE BODY ohne Soundcheck direkt los. Was die beiden unkoordiniert rumpogenden Spackenkinder mit den „Dope Body Euro Tour 2012“-Shirts so überrascht, dass sie erst zum zweiten Song vom rauchen draußen wieder drin sind.
Die spielt sich quer durch ihre Alben. Der Übersong der aktuellen, „Obey“, wird dabei schon als drittes verschossen, in einer total anders klingenden, längeren Version.
Ihr Sänger ist auf seine plinsig-tuntig-pseudolasziv (sorry) tänzelnde Art etwas gewöhnungsbedürftig und amüsant zugleich, der Rest der Band allerdings der Knaller: Der auch mit Loops und diversen Effekten arbeitende Gitarrist ist wie ein nerdiger Tom Morello, der sich immer wieder mit vollem Körpereinsatz im eigenen Lärm wiegt, der Drummer kloppt einen Big-Paul-Groove nach dem anderen raus, und der hält alles mit einer Spielweise zusammen, bei der er sich nicht langweilen muss. Tatsächlich fühlte ich
mich gerade auch rhythmisch nicht nur ein mal an Früh80er-Klling-Joke erinnert, wie die Band ihr eigenes Ding zwischen mathigem Indierock und breitbeinigem Alternative-Metal durchzieht.
Gute, etwas zwischen den Stühlen stehende Rockband, die auch live wirklich Laune macht! Dem aktuellen Album wurde es live nicht ganz gerecht, aber wenn man mal ein paar Songs im ganz eigenen Dope-Body-Groove drin ist, könnte man sich direkt vorstellen, sich das beim nächsten mal wieder zu geben...


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