Mittwoch, 28. Oktober 2015

Corrections House - Know How To Carry A Whip

Etwas unerwartet und überraschend erschien kürzlich auch noch das zweite Album von CORRECTIONS HOUSE – und die sind und bleiben mal ein wirklich ziemlich seltsames Projekt.
Um die Namen noch mal zu droppen – gemeinsame Sache machen hier: Mike IX Williams, Schreihals der Sludge-Urviecher EyeHateGod, Scott Kelly, u.a. und vor allem einer der Gitarristen und Sänger der Avantgarde-Hardcoreler bzw. Post-Metal-Vorreiter Neurosis, Saxophonist Bruce Lamont von den seit jeher sehr eigenwilligen Prog-Krachmachern Yakuza (mit denen ich trotz Affinität zu derartigem früher nie so richtig warm geworden bin) und Sanford Parker, Produzent für all things Hipster-Metal und über die letzten Jahre in diversen Bands aktiv (Minsk, Nachtmystium, The High Confessions).

Musikalisch flirtete das „Künstlerkollektiv“ von Anfang an mit anachronistischen Industrial-Gefilden, welche den Rahmen für Williams‘ Poesie, Lamont’s Drone-Getröte und Kelly’s Geklampfe mit sowohl der akustischen als auch elektrischen stellen. Parker hält das Ganze mit Drumcomputer-Beats zusammen, die wie schon gesagt direkte Erinnerungen an die Spät80er/ Früh90er-Pionierzeit von sog. Industrial-Musik bzw. Industrial Rock/ Metal à la Skinny Puppy, Frontline Assembly, KMFDM, Ministry und co. wecken.
Gelegentlich funktioniert das. Es funktionierte schon mal bei ihrer Debüt-Single „Hoax the System“ und es funktioniert auch hier bei ein paar Passagen. Wie schon ihr(e) Auftritt(e) beim letztjährigen Roadburn-Festival und auch das Vorgängeralbum „Last City Zero“ umweht allerdings auch „Know How To Carry A Whip“ eine Aura von totalem Chaos. All die dystopische Mottoverpackung drumrum kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass CORRECTIONS HOUSE ziemlich offensichtlich etwas ist, das für die meisten Beteiligten mehr so nebenbei zwischen Tür und Angel stattfindet. Denn auch dieses Album wirkt irgendwie unausgegoren. Dass Parker sowieso nicht gerade der begnadetste Produzent unter der Sonne ist, hilft natürlich ferner nicht wirklich.
Naja. Nicht unbedingt tatsächlich schlecht, aber eben auch nicht wirklich nennenswert berauschend, sondern nach wie vor mehr so im ambivalenten Mittelfeld.

Und wieso stoße ich eigentlich jetzt erst so wirklich darüber, dass Neurot Recordings tatsächlich auch ‘ne Bandcamp-Seite haben?



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