Mittwoch, 9. September 2015

Neu bei Bandcamp raus


Passend zum Herbstbeginn:

MGLA - Exercises in Futility

Diese Polen gehören aktuell zum ganz heißen Scheiß der Black-Metal-Ecke. Das 2012er „With Hearts Torwards None“ gilt bereits als Genre-Klassiker und die Erwartungshaltungen an dieses Album waren groß. MGLAs größter Trumpf im Ärmel ist im Übrigen ihr Drummer. Auf beiden Alben (sowie „Enemy Of Man“ von einem albern benannten Nebenprojekt) fällt mir persönlich immer wieder die straight treibende, in seinem Rahmen dennoch verspielte Schlagzeugarbeit auf, die den rohen, trotzdem hochatmosphärischen und melodischen No-Bullshit-Black-Metal von MGLA tatsächlich min. eine Ebene über den Szene-Durchschnitt hebt, obwohl sich die Songs ansonsten gar nicht mal groß aus der entsprechenden Komfortzone wagen. MGLA haben einfach eine gut funktionierte Formel gefunden, die sie beachtlich fest im Sattel sitzend beherrschen.
Dass man an dieser Stelle über Label-Verstrickungen auch schnell bei Bands landen kann, denen der Stinkefinger und die rote Karte gebührt… nun, das lässt sich halt nicht immer vermeiden. Es ist ein supermüßiges Thema und in diesem Fall auch noch eine Ecke weniger akut als bei einem aktuellen BM-Hype aus hiesigen Laden, bei dem man es von Seiten der ganz aufrechten Szenewärter nach wie vor gut drumrumzureden schafft….
Bandcamp: hno-solace.bandcamp.com/album/exercises-in-futility-lp-2015

PLANKS – Perished Bodies
 
Hier also das Abschiedsalbum der Mannheimer, deren Gitarrist/ Gröler mit Ultha bereits eine neue (Kölner) Band hat. Da er mit jener seine Black-Metal-Vorlieben auslebt verwundert es auch nicht, dass das letzte PLANKS-Album weniger schnelles Geknüppel auffährt als vorangegangene Releases, sondern sich noch mehr ins atmosphärische driftet. Mutmaßlich eher von Düsterrock-Klassikern wie Joy Division, The Cure oder Killing Joke beeinflusst als wirklich gewollt tiefer mit „Post-Metal“ und Doom flirtend ist „Perished Bodies“ dann vielleicht sogar das interessanteste PLANKS-Werk geworden, das am interessantesten und packendsten ist und möglicherweise von nachhaltigerer Wirkung, als der eigentlich auch schon schwer okaye Vorgänger „Funeral Mouth“, von dem mir allerdings die eine stimmungsvolle Instrumentalnummer schon besser gefallen hatte als der „normale“ Prügelgröl-Kram.      
Passend dazu zeigt sich Svffer-Frontgirl Leonie bei ihrem Gastbeitrag hier im Übrigen von einer ruhigen und melodiösen Seite. Wer hätte das gedacht?
Seht mal her Kylesa, so geht „Weiterentwicklung“ ohne gleich prätentiös oder langweilig werden zu müssen.
Bandcamp: planks.bandcamp.com/album/perished-bodies

Und wir hätten außerdem noch:

JK FLESH - Nothing Is Free EP

Justin Broadrick hat generell nie Langeweile und JK FLESH ist das interessanteste seiner Solo-Alter-Egos. Führte das Debütalbum „Posthuman“ mit einer Kombination aus E-Gitarrenlärm und Breakbeat-Massakern ein bisschen die Richtung von einigen Ansätzen auf dem Godflesh-Album „Us and Them“ oder dem Nebenprojekt Curse Of The Golden Vampire weiter fort, wagte das Material auf der Split-Veröffentlichung mit Prurient (eine der letzten Amtshandlungen von Hydrahead Records) den Sprung zu noch mehr Breakcore-Verquertheit.
Die ironischerweise im Zweifelsfall auch gratis runterladbare „Nothing Is Free“ EP sammelt Tracks, die sich als durchgehende Aneinanderreihung straighter Beat-Wummsereien präsentieren und dabei weder (wie es „Posthuman“ noch tat) von rockmusikalischen Stilelementen Gebrauch machen, noch (wie die Prurient-Split) ins abgedrehte driften.
Und ich persönlich finde das tatsächlich ganz geil, aber ich bin auch generell ein Musikmensch mit hoher „Perkussionsaffinität“. Das Breakbeat-Geschepper von „Peace In Pieces“ z.B. ist genau die Art von Rhythmus-betonter elektronischer Musik, die ich mag. 
Bandcamp: jkflesh.bandcamp.com/album/nothing-is-free

Last but not least… kein Bandcamp-Link, aber das Album von THE SPIRIT CABINET, von dem ich sehr begeistert bin, gibt es jetzt auch komplett als Soundcloud-Stream: soundcloud.com/v-n-records/sets/the-spirit-cabinet-hystero-epileptic-possessed

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