Montag, 30. März 2015

Altar of Plagues

Live gesehen und kurz notiert, zum zweiten: Ja, ich habe es tatsächlich auf mich genommen, für ein Konzert der eigentlich bereits „abgeschlossenen“ und eine Extra-Abschiedsrunde drehenden ALTAR OF PLAGUES vom Pott in die Bundeshauptstadt rüberzufahren.

Um nicht zu lange drumrum zu reden: Die eröffnenden MALTHUSIAN waren mit ihrem zeitgenössischen Extremmetalllärm zwischen BM-Einflüssen und Neurosis-Momenten tatsächlich eine perfekt passende Vorgruppe, die ich von Konserve irgendwann zwischen jetzt und demnächst auf jeden Fall noch mal genauer unter die Lupe nehmen werde, sobald ich mal wieder mehr Zeit und Langeweile haben sollte…

Das Wiedersehen mit ALTAR OF PLAGUES war danach ein mitunter auch seltsames: Die Truppe ist inzwischen vom Quartett zum Trio geschrumpft; den spielerisch sichtlich gewachsenen Schlagzeuger hätte ich fast nicht wiedererkannt und irgendwie klangen einige Songs ganz schön anders als von (Schall- oder Fest-)Platte. Ich bin außerdem sehr froh darüber damals dabei gewesen zu sein, als die Iren ihr frühes Magnum Opus „White Tomb“ beim 2010er Roadburn Festival am Stück spielten, denn an diesem Abend in Berlin gab es ausschließlich Songs der letzten beiden Alben zu hören. Darunter den epischen Mammutbrocken ‚Neptune is Dead‘ und allerlei Material der experimentellen Verquerheit eines Albums „Teethed Glory and Injury“, das live erstaunlich gut funktionierte.
Summa summarum war es trotz allem ein geiles Konzert – hochatmosphärisch, interessant und brutal. Und vor allem sehr gute, für sich sprechende Musik ohne irgendeinen Image-Firlefanz.
Bezeichnend ist außerdem mal wieder, dass ich von den Leuten, die ein totales Gewese um Liturgy und Deafheaven machen, beim Konzert der wirklichen Champions derartiger Stilgefilde natürlich niemanden gesehen habe (sorry, aber ohne den Geschmacksblockwart-Holzhammer kann ich's halt nicht...). 

(Bilder sind von u.a. AoP’s Facebook geklaut; ich wollte das hier nicht ganz ohne visuelle Reize raushauen)

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