Dienstag, 13. Januar 2015

Hull no more

Als HULL-Gitarrist Nicholas vergangenen Dezember als Guitar-Tech mit einer anderen Band durch die Gegend kam, offenbarte er mir bereits das nahende Ende besagtem Metal-Ensembles.
Gestern haben sie offiziell ihre Abschiedsshow angekündigt.

Die gefühlt kurze Nicht-Karriere von HULL war eine etwas seltsame.
Nachdem von ihrem 2009er Debüt-Longplayer „Sole Lord“ – ein gutes, aber nicht berauschendes Doom/ Stoner Metal-Album mit gewisser klanglicher Nähe zur „Rot-/ Blau-Phase“ von Baroness – keiner so wirklich Kenntnis nahm, fingen sie in ihrer Heimat New York City an, live hier und da Aufsehen zu erregen.
Mit der EP „Viking Funeral“ wiederum katapultieren sie sich 2011 in der Gunst einiger Krachliebhaber wie mir raketenartig nach ganz oben. HULL verstanden es wie keine andere Band, dem Zeitgeist des amerikanischen Metal-Undergrounds zu entsprechen, dabei allerdings eine sehr eigenständige Mixtur aus Stoner-/ Doom-Wurzeln und brodelndem Sludge-Sound, sowie rasanten Hardcore-, Thrash- und Extrem-Metal-Stilbestandteilen aufzufahren.
Ihr zweiter Longplayer „Beyond The Lightless Sky“ trieb diese Herangehensweise auf die Spitze. Postrock-Instrumentals auf der einen, räudiges Geballer auf der anderen Seite. Weit weg von der Kühle vieler Post-Metal-Bands a la Isis, aber doch auch so viel mehr als die meisten anderen Sludge-Rumpeltruppen. Organisch, melodisch, sehr eingängig, aber auch sehr eigen und regelrecht progressiv.

Irgendwie sollte es HULL allerdings leider nicht gegönnt sein, zu Peers wie Baroness und Kylesa in die gleiche allgemeine Beliebtheitsgrad-Liga aufzuschließen.
Warum das so gewesen sein mag müssen wir an dieser Stelle jetzt mal nicht genauer analysieren.
Es war jedenfalls sehr, sehr cool, die Jungs letztes Jahr immerhin zwei mal live gesehen und kennengelernt zu haben und vom entsprechenden Roadburn-Wochenende und einem skurrilen Konzertabend in Köln die eine oder andere Anekdote mitgenommen zu haben.
Und ich finds cool, so einen Meilenstein wie „Viking Funeral“ als Schallplatte im Schrank stehen zu haben, denn in einigen Jahren wird das Teil in den üblichen „die unterbewertetsten Metal-Releases ihrer Zeit“-Ausführungen auftauchen.

In the wake of the fire, we were born!
In the wake of the fire, we still burn!

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