Montag, 5. Januar 2015

2015

Ja, ich weiß, das Jahr hier gleich wieder mit so einer Nummer a la „eigentlich habe ich gerade nicht so wirklich die Zeit und Energie so zu bloggen, wie ich gerne würde, mache es aber trotzdem halbherzig“ anzufangen ist schon irgendwie albern. Ich mache es aber eben tatsächlich trotzdem.
Nach einigen Gesprächen und Beobachtungen in jüngerer Zeit war ich schon kurz davor eine Neujahrsansprache zu bringen, in der ich mich über die derweil immer schlimmere Durchlässigkeit der Metal-Szene gegenüber brauner Kotscheiße und dummer Bullshitideologien auskotzen wollte. Da ich es 2015 aber mit ein bisschen mehr Zen-Philosophie probieren wollte, spare ich mir das bis auf weiteres erst mal für noch schlechtere Zeiten auf.


Was mich aber auch schon zu meinem ersten Konzertbesuch in diesem Jahr bringt: DEAD CONGREGATION und Vorbands im Oberhausener Helvete.
Dass man es in besagter Lokalität mit dem Rauchverbot alles andere als eng sieht passt auf jeden Fall ganz gut dazu ins Bild, dass die Idiotendichte an diesem Abend gar nicht mal so gering ausfiel. Ich mags ja auch gerne mal eher ein bisschen rustikaler, aber bei mitten im Konzertsaal vor sich hin urinierenden Vollasis hört es wirklich auf.
Ich glaub‘, ich bin inzwischen einfach echt zu alt fürs sowas…
Dass der extreme Metal-Underground musikalisch lebendiger und interessanter denn je ist, wurde an diesem Abend allerdings recht deutlich. DEAD CONGREGATION wurden ihrem Ruf als momentan heißester Scheiß in Sachen Death Metal absolut gerecht, denn es war eine sehr souveräne und mitreißende Show. Die irischen ZOM versprühten ein bisschen Crust-Aura und aufgrund der sehr Hall-lastigen Vocals auch einen gewissen Grad an Eigensinnigkeit. BONES passten als Opener perfekt.
Das eigentliche Highlight waren jedoch die aus der Gegend stammenden KHTHONIIK CERVIIKS, und fragt mich jetzt bitte nicht wie zur Hölle man das aussprechen soll. Was der Gitarrist sich da immer wieder an ziemlich Voivod-artigen Läufen rauswrang war teilweise nicht von dieser Welt. Interessante Band!
Beim Bandcamp von Iron Bonehead Productions gibt es ein aktuelles Demo, dessen Sound dem Ganzen aber noch nicht so ganz gerecht wird.
 

Themawechsel, Veröffentlichungskalender:
Diesen Monat gibt’s die neue NAPALM DEATH, kurz darauf die neue MÖRSER. Beide schon gehört, beide geil.
Die gerade kommende MARDUK geht schon als Comedy-Platte durch, vor der neuen THE CROWN wiederum habe ich fast schon so ein wenig Angst, weil schon die letzte ziemlich mau war.
Im Februar kommt außerdem ein Album mit bisher unbekannter Musik von Regisseur von Score-Komponist JOHN CARPENTER. Da habe ich echt Bock drauf, weil Fan.
Ein neues Album von THE HOOKERS ist auf CD schon raus und kommt als LP im März.
 

DISTORTED PONY haben derweil auf Facebook ein Bild von den Aufnahmen ihres Reunion-Albums geteilt. Da deren beiden 90er-Alben in jüngerer Vergangenheit hier auch öfter mal liefen, bin ich sehr gespannt auf die Dinge, die da kommen mögen. Generell muss ich sagen, dass derartiger Noiserock mich dieser Tage immer öfter deutlich mehr anregt als die meisten Metal-Subgenres, warum genau auch immer*.

Wo wir dabei sind: Besser spät als nie habe ich gerade HTRK für mich entdeckt. Deren 2007er Debüt „Nostalgia“ läuft aktuell rauf und runter und gefällt mir mit seinem kühlen No Wave/ Noiserock/ industriell angehauchtem Shoegaze-Avantgarde-Pop, oder wie auch immer man das nennen möchte, ziemlich gut.
Bandcamp-Link: htrk.yourcomicbookfantasy.com/...
Jüngere Releases werden später noch abgecheckt…


*Randnotizen-Resterampe, ganz so schlimm ist es mit der Metal-Unlust allerdings auch nicht: Neben dem einen oder anderen Geheimtipp-Klassiker aus der Ecke Hellhound Records (Iron Man!) und artverwandtem (Spiritus Mortis!), sowie gelegentlichen Black Metal-Anflügen, gehörten zu den Dauerrotatoren jüngerer Vergangenheit vor allem auch EVOKEN. Was folgende zwei Fragen aufwarf: 1.) Wie geil, interessant und eigen, gerade auch wegen der Schlagzeugarbeit, sind eigentlich die ersten beiden EVOKEN-Alben, und 2.) warum wird diese Band seitdem anscheinend leider von Release zu Release jeweils einen Tick weniger faszinierend?


Soweit dazu. Ich gehe mal davon aus, dass es hier die nächsten Tage/ Wochen erst mal nicht so viel zu lesen geben wird, denn ich wüsste gerade nicht, dass zeitnah weiteres interessantes ansteht. 


PS: Kann mir eigentlich mal jemand erklären, was genau eigentlich alle Welt mit dieser Lana Del Rey hat?

Kommentare:

  1. Inzwischen eine Meinung zur The Crown? Ich fand die jetzt nicht überragend, aber immer noch solide und unterhaltsam.

    Der Del Rey-Hype erschließt sich mir auch nicht; für mich ist das von Alternativen akzeptierter Pop, mit wenig Substanz.

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    1. Nä, hatte sich bisher noch nicht so richtig ergeben.
      Gerade "Hell Is Here" und "Crowned in Terror" ja eigentlich Alben, die ich tatsächlich immer wieder mal hervorkrame... weil die letzte nicht so wirklich prall war, musste ich in die aktuelle bisher aber nicht zu dringend reinhören...

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