Mittwoch, 12. November 2014

Kurz notiert: Napalm Death

Es soll ja Leute geben, und ich würde mich glatt dazuzählen, die gelegentlich bedauern, dass die Zeiten größerer Experimente im Hause NAPALM DEATH vorbei scheinen. So etwas wie den verhältnismäßig sperrigen Brocken „Fear, Emptiness, Despair“ oder das mehr auf Groove und Atmosphäre ausgerichtete „Diatribes“ wird es in diesem Leben von den Briten vermutlich nicht noch mal geben, während die letzten paar Alben ja doch eine etwas sehr gleichförmige Reihe bildeten.
Auf dem neuen, Januar kommenden Jahres erscheinenden Album „Apex Predator – Easy Meat“, von dem ich schon eine Hörkostprobe genießen durfte, wird der Kurs von Alben wie „Smear Campaign“, „Time Waits For No Slave“ und „Utilitarian“ zwar weitgehend gehalten, allerdings kommen NAPALM DEATH den „ein bisschen mutiger und abenteuerlustiger dürfte es aber doch ruhig mal wieder sein“-Nörglern unter uns ein Stück weit entgegen.  Das Album beginnt gleich sofort mal mit einer höchst eigenwilligen Industriallärm-Nummer, und während vom Brecher-Groove über den typischen Uffta-Part bis zum Hyperblast alle Signature-Trademarks zu finden sind, wurden diese über weite Strecken ein ganzes Stück komplexer zusammenarrangiert als bei einem der letzten fünf Alben, während bei einem noch dichteren Sound Einflüsse wie Swans, Killing Joke und Voivod dieses mal einen Hauch stärker durchblitzen und vereinzelte Ausreißer ins langsam-atmosphärische (wie einem Song, dessen Premiere man bei ihrem Special-Set im Rahmen des diesjährigen Roadburn Festivals zu hören bekam) Kontrastpunkte setzen.
Es mutet zwar ein bisschen nach einem Kompromiss an, auch mal wieder ein paar andere Sachen auszuprobieren, während man auf das allzu gewohnte Geballer, welches allerspätestens auf dem letzten Werk schon etwas zu ermüden anfing, offensichtlich nicht verzichten wollte, für Anspruchsvolle oder zumindest Unentschlossene scheint es allerdings dem ersten Hinhören nach ein ND-Album zu sein, das man sich doch eher zulegen als auslassen sollte.

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