Montag, 27. Oktober 2014

Tja.

Oh Ironie, oh Ironie.
In meiner prätentiös übertriebenen und vor Selbstherrlichkeit nur so strotzenden Besprechung des aktuellen Swans-Albums konnte ich mir keinen Seitenhieb darauf verkneifen, dass die ganzen Hipsterspackos und Möchtegernmusikexperten sowieso lieber zu etwas so einfach zugänglichem wie Beastmilk rennen, als sich etwas wirklich interessantes wie Swans anzuhören.
Tja. Eigentlich wollte ich vergangenen Freitag beim SWANS-Konzert in Köln sein, allerdings scheint das ja neuerdings die Veranstaltung zu sein, bei der man als cooler Szenezeitgenosse dann doch gesehen werden will, weswegen es schon Wochen vorher ausverkauft war. 
Wo waren all diese hornbebrillten, mit Smartphones verwachsenen Idioten und Okkultrocker-Barbies, die da dieses Jahr auf ein mal alle hinrennen müssen eigentlich bei der letzten Swans-Tour?  (Nein, da war ich selbst auch nicht, allerdings aus Gründen und zähneknirschend, während ich eigentlich sehr gerne dabei gewesen wäre…)
Weil ich allerdings auch keinen Bock hatte vielleicht noch irgendwie second-hand-mäßig an eine Karte ranzukommen, um mich dann in diesen Gebäude-9-Kasten zu zwängen, während  er ausverkauft ist (bei sowas wie Swans brauche ich schließlich genug Platz und Luft für ekstatische Stammestänze),  landete ich am gleichen Abend stattdessen im Essener Turock, wo – und hier kommt die dicke Pointe – u.a. Beastmilk spielten.  Ja, an dieser Stelle jetzt bitte lachen.
„Wer sich rechtfertigt, klagt sich an“, schon klar, aber ein Plattenfirmenmensch von den headlinenden IN SOLITUDE hatte mich halt eingeladen, doch mal auf 1-2 Bier rumzukommen, und solchen Einladungen folgt man gerne.
Ich mache es mal kurz: BEASTMILK waren okay. Keine Ahnung, ob es an der neuen zweiten Gitarristin oder mit an der Clubatmosphäre lag, aber im Gegensatz zum Roadburn-Auftritt der Skandinavier, dessen Glätte mich einfach nur langweilte, funktionierte das diesen Abend mit etwas mehr schmutzigem Rock’n’Roll im Sound ganz gut. IN SOLITUDE wiederum bewegen sich inzwischen ja in einer nicht ganz einfach zu greifendenden Grauzone zwischen traditionellem Okkult-Metal (Mercyful Fate) und dem Düsterrock der Vorband, was eine erstaunlich spannende Sache sein kann, wenn man sich gerade auf sowas einlassen möchte. Soll heißen: Ich muss fürs sowas in der richtigen Tagesform sein. An diesem Abend war ich es und habe es somit nicht bereut…

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