Mittwoch, 29. Mai 2013

Der Vollständigkeit halber (Retox)

RETOX, eine aktuelle Band von Justin Pearson (The Locust, Three One G Records), haben gerade ein neues Album namens „YPLL“ über Epitaph rausgebracht.
Da ich die letzte („Ugly Animals“, Ipecac) zwar ganz spaßig fand, die bei mir aber eines dieser Alben ist, das man danach dann irgendwann trotzdem nie wieder auflegt, muss ich persönlich hier dieses mal wohl eher nicht zuschlagen.
Wer generell Grindcore auf der gänzlich unmetallischen, eher Noise-/Mathrock- und HC-/Punk-lastigen Seite des Genres mag, für den dürfte das aber wohl eine essenzielle Veröffentlichung sein.
Im Juli übrigens auch hierzulande auf Tour!

Dope in the Ballroom

DOPETHRONE, HUATA
Köln, Sonic Ballroom, 27.05.2013

Typisch Köln, typisch Sonic Ballroom.
Da ist man von Veranstalterseite aus immerhin schon so fair auf die Website zu hauen, dass das Konzert in einer solch essenziellen Studentenweltmetropole wie Köln auf einem Montag Abend natürlich erst um 21:30 startet, was dann aber darin gipfelt, dass nach der schon locker eine Stunde spielenden ersten Band, der Headliner Punkt Mitternacht aufzuhören und damit auch das angedachte Set zu kürzen hatte, weil dann halt auch Schluss sein muss. Wer denkt sich eigentlich sowas aus? Einer der Gründe, warum ich Konzertbesuche in Köln so hasse, denn mit Denken hat man es am Dom ja oft eher nicht so …
Die eröffnenden HUATA sind jedenfalls Franzosen. Merkt man sofort, denn irgendwas scheint mit denen nicht so ganz zu stimmen. Ihr „go with the flow“-mäßig arrangierter Doom/ Sludge mit barfüßigem Sänger in Mönchskutte, Drone-Zwischengeplänkel und (an diesem Abend wenig im allgemeinen Soundbrei zu vernehmenden) Key-Einlagen besticht vor allem durch einen wirklich geilen Gitarrensound. Die Gitarre klang mal wirklich, wirklich geil. Zehn Minuten weniger hätten es allerdings auch getan, denn die Band erging sich nach hintenraus für meinen Geschmack etwas zu sehr in ewiggleichen Spielchen, die man auch von anderen Bands im Doom/ Sludge/ Drone-Spannnungsfeld gerade in jüngerer Vergangenheit zur Genüge hatte…
Einen ganz so geilen Gitarrensound hatte der Rastakopp von DOPETHRONE nicht, dafür hat das kanadische Trio aber ein paar wirklich geile, griffige Songs (z.B. „Tap Runner“ oder „Hooked“), die mit ihrer Kombination aus rockigen Stoner-Grooves und heiseren Krächz-Vocals (samt irrer Kicher-Einlagen) wie die perfekte Fusion aus Electric Wizard und Weedeater daherkommen. Betont davon beeindruckt und begeistert, dass sich das deutsche Konzertpublikum auf einem Montag Abend volllaufen lässt, hatte gerade besagter Sänger/ Gitarrist der Band wohl von allem Anwesenden sichtlich den meisten Spaß, auch wenn ich sein affektiert wahnsinniges Gehabe beim spielen/ singen eine Spur drüber fand. Und auch wenn DOPETHRONE sowas wie die kleinen Zweitliga-Brüder der bereits erwähnten Vorreiter sind, war das ja trotz aller Widrigkeiten, und trotz einiger wirklich seltsamer bis mittelschwer nervender Leute im Publikumsraum (Kölh, Sonic Ballroom … jedes mal das gleiche…), ein durchaus kurzweiliger und unterm Strich absolut zufriedenstellender Konzertabend.
In diesem Sinne: „Worship Drugs and hail Satan!“
(Foddo: A.J.)

Jex Thoth...

JEX THOTH
(& Support Bands & Fußball Public Viewing)
Oberhausen, Helvete, 25.05.2013

Als JEX THOTH vor einem Jahr schon mal in der gleichen Stadt spielte(n), hatte ich dazu schon mal einiges geschrieben, das ich jetzt nicht noch mal wiederholen muss.
Interessant ist allerdings der Umstand, dass der geräumige Kulttempel, mit seinem nur allzu gut passendem Ambiente, letztes Jahr nur mäßig gefüllt war, der Andrang in der schäbigen Metal-Mehrzweckkaschemme Helvete dieses mal jedoch etwas stärker ausfiel. Zumindest zu späterem Zeitpunkt. Als noch das Champions League-Finalspiel lief, sowie im Kellerkonzertraum zwei ziemlich überflüssige Vorbands aus der Gegend rockten (spielerisch durchaus gekonnte MeloDeath-Beliebigkeit und Power Metal-Gepose), blieb es erst mal eher leer.
Als Jex und ihre Band dann um 23:00 rum mal die Bühne betraten, fanden sie im dann doch noch ganz gut gefülltem Bunker eine Horde williger und begeisterter, mitunter sichtlich betrunkener Metaller/innen vor. Mit einem derartigen Flair von wochenendlicher Mayhem in der Luft fehlt zwar irgendwie so das letzte Fünkchen Zauber, das man eigentlich von einer JEX THOTH-Show mitnehmen will, aber nun ja. Die inzwischen doch wieder mit Keyboarder bestückte Band arbeitete sich gekonnt durch alle Songs, die man hören wollte (Son of Yule, Separated at Birth, Warrior Woman, …) und die gute Frontfrau im Zentrum des Geschehens wirkte sogar einen Tick fokussierter und souveräner als sonst schon mal.
Guter Auftritt. Außerdem konnte man bereits das offiziell erst Mitte Juni erscheinende, neue Album käuflich erwerben...


JEX THOTH – Blood Moon Rise
Es klingt irgendwie seltsam, das neue JEX THOTH-Album. Nachdem die letztjährige Liveband-Inkarnation um die betörende Sängerin mehr denn je zum Doom Metal als zum Psychedelic Rock neigte, hatte man eigentlich in freudiger Erwartung damit gerechnet, dass auch „Blood Moon Rise“ primär von tief im Dreck brummenden SloMo-Gitarrenwänden dominiert werden würde. Zumindest ein paar Tracks (z.B The Four of us are Dying") sind stilistisch auch tatsächlich noch ein Stück doomiger ausgefallen, aber irgendwie ist die mit ein paar auffälligen Percussion-Overdubs und Vocal-Dopplungen gespickte Produktion extrem sauber und klar, ja doch, im Grunde genommen eigentlich schon eine Spur zu popig geworden. Was einerseits Songs wie dem recht flotten und vintagerockig tönenden „The Places you walk“ durchaus gut zu Gesicht steht, gänzlich unhartes wie „Keep your Weeds“ aber wiederum doch einen Hauch zu sehr glattzieht.
Wie gesagt, das Album klingt in den Ohren des Krachfreunds eigentlich schon etwas zu brav und unrockig.
Im Gegensatz zu den vielen anderen Female Fronted Occult/ Retro/ Vintage/ Pschedelic Rock-Bands, die es derzeit da draußen so gibt (Blood Ceremony, Gold, Jess and the Ancient Ones, Purson…), hat JEX THOTH allerdings auch auf „Blood Moon Rise“ immer noch einen sehr eigenen Charme. Hier steckt definitiv mehr Inspiration und Originalität drin, als in den zahllosen Veröffentlichungen neuer Bands besagter Schiene, denen vorgestrig klingen und aussehen über eigene Identität und gute Songs geht. Davon, dass Jex die meisten anderen Damen (und Herren) stimmlich locker in die Tasche steckt, ganz zu schweigen.
Das selbstbetitelte Langspieldebüt war im Direktvergleich zwar das deutlich spannendere Album, aber „Blood Moon Rise“ geht immerhin noch voll okay, lässt man sich vom ungewohnt glatten Klangbild nicht zu sehr irritieren.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Aktuelle Alben (Barn Owl, Kylesa, Lychgate, ...)

BARN OWL - V
Das Duo BARN OWL verstand es bei bisherigen Alben und Live-Auftritten vorzüglich, sich in der Grauzone zwischen reinem Gitarren-Drone und so etwas wie Postrock zu bewegen. Handgemacht-Ambient mit einem Hauch von Metal-Spirit, zwar irgendwie mit Sunn o))) und Earth verwandt, aber doch ein bisschen in einer eigenen Nische unterwegs.
Bei den sechs Tracks von „V“ setzen sie neuerdings verstärkt auf brummende und wabernde Synthie-Flächen, was ihren Klangcollagen noch mehr Dichte verleiht, die Musik aber auch etwas mehr auf der Stelle treten lässt. Eigentlich nähern sie sich damit schon Elektronikern wie Lustmord, Demdike Stare, Tim Hecker oder Prurient an (Referenzen, die ich als totaler Nixblicker dieser Richtung(en) einfach mal in einen Topf schmeiße). Sie bleiben dadurch allerdings auch in einem Feld interessant und relevant, das derzeit dadurch an Witz verliert, dass jeder, der ein Saiteninstrument und ein paar Effektpedale auftreiben kann, auch noch mitmachen möchte. Und schaffen es ferner, trotz aller minimalistischer Ambient-Charakteristika immer wieder vordergründig aufhorchen zu lassen, anstatt in mikrotonale Beliebigkeit wegzusäuseln. Muss man so erst mal hinkriegen. Mir gefällt‘s!
Die Version mit Bonus-CD ist bei Thrill Jockey leider schon ausverkauft.

DER_WARRIOR - ehrenfeld³

Auch wenn es nur weniges gibt, das mir persönlich noch mehr auf den Sack geht, wie die berüchtigte Kölner Selbstherrlichkeit, kommt man nicht umhin mal das krude Trio DER_WARRIOR und dessen apokalyptische Ode an jenen Stadtteil der Rheinmetropole zu erwähnen, der letztens irgendwann auch noch (natürlich) von Wolfgang Niedecken besungen wurde. Nicht jeder bei DER_WARRIOR - einem ungenierten Aufspringen auf den aktuellen Doom-Zug, mit Salut an Herrn Fischer aus der Schweiz - ist ein unbeschriebenes Blatt (Referenzstichworte: Cyst, Daghoti). DER_WARRIOR traten auch schon bei zwei South of Mainstreams auf, wo Roadburn-Organisator Walter ihnen die Visuals an die Wand strahlte, und das Trio lieferte ferner auch einen Beitrag für den JaKa-Tributsampler ab. Irgendwie hat außerdem Brian Daniloski (Darsombra, Premonition, Ex-Keelhaul, Ex-Trephine) gastiert.
Was eigentlich schon ganz schön viele Promoparameter für solch ein Beamtenfreizeitprojekt sind, das in den Ohren des Sludge-Connaisseurs dann ja doch einen Hauch zu sehr nach Zahlen gemalt anmutet. Aber man muss auch mal gönnen können, und eingestehen, dass das
Instrumentalgeschleppe vom atmosphärischen "Field of Honour" (>10 min.), dem von zäh zu etwas wilder gesteigerten "Heilios" (>12 min.), und dem, wie es der makabere Zufall will, passagenweise irgendwie etwas hannemännisch tönenden "III" (>11 min.), handwerklich durchaus Hand und Fuß hat.
Und jetzt noch den Kalauer, den ich mir wirklich nicht zu verkneifen schaffe: Wir lassen den Doom in Kölle.

 ehrenfeld³“ kommt Mitte Juni auf handnummerierten 180g-Vinyl. Gibt’s bei www.unundeux.de/shop und auch digital über derunterstrichwarrior.bandcamp.com

KYLESA - Ultraviolet

Das, was ich an KYLESA’s „Static Tensions“ 2009 so mochte, war die Kombination aus „Abrock-Sludge“ und einem Hauch von Prog. Songs, die schon mal etwas verbreakt arrangiert waren, aber trotzdem auf die Fresse, in die Beine, und nach ein paar Durchläufen auch in den Langzeitspeicher gingen. Geile Riffs, geile Grooves, ordentlich Feuer im Arsch, und in den richtigen Momenten auch schon mal das akzentuierte Zurücknehmen. „Spiral Shadow“ lies das alles vermissen. Bis auf das Zurücknehmen, denn das taten sie darauf viel. Zu viel. Über weite Strecken war das Ganze dann oft schon bedenklich nah an kantenlosem Indierock. Für mich ein Schritt in die völlig falsche Richtung.
Okay, „Ultraviolet“. Beim neuesten Album hat man erstmals das Gefühl, die Band so wirklich zu kennen, geht aber trotzdem ohne eine Erwartungshaltung in irgendeine Richtung ran. So ist das bei mir zumindest. Und ich bin weder ferner enttäuscht, noch übermäßig begeistert und versöhnt. Die inzwischen öfter singenden als brüllenden Stimmen von Laura Pleasants und Phillip Cope sind wie einerseits willkommende, andererseits auch schon mal leicht nervende, alte Bekannte. Aus dem Doppelschlagzeug könnte man nach wie vor noch viel mehr rausholen, als man es tut. KYLESA haben einige dieser auch schon mal um die Ecke zielenden Brechergrooves, die „Static Tensions“ ausgemacht haben, in abgeglätteter Form zurück in den Stilmix geholt, klingen insgesamt aber nicht nur weitaus psychedelischer und atmosphärischer, sondern auch noch ungefährlicher und stromlinienförmiger denn je.
So sympathisch die gleichmäßige Nähe zu Punk, Indie und Stoner die Band ursprünglich mal gemacht haben mag, so sehr verkauft diese sich mit einem effektüberladenen aber kraftlos dahingekackten Punkrocker wie „What Does It Take” weit unter ursprünglichem Wert. Auch zwischen eher schon verträumt veranlagten Nummern wie „Low Tide“ und „Quicksand“ im letzten Drittel mit „Vulture’s Landing“ noch mal eben eine zwar härter rockende, aber irgendwie kaputtproduzierte und gesanglich ziemlich schiefliegende reingedreht zu bekommen, steigert nicht gerade die Motivation, sich dieses ambivalente Gesamtwerk noch weiter schönhören zu wollen.
„Ultraviolet“ hat, so fair muss man sein, zwar durchaus seine Momente (ironischerweise vor allem bei verhältnismäßig popigen Songs wie
Unspoken" und Steady Breakdown"), klingt über weite Strecken aber irgendwie, als hätte man sich bei der Produktion weit mehr Mühe gegeben, als beim eigentlichen Songwriting und Einsingen. Ein Album, bei dem ich gar nicht mal so richtig weiß, ob ich es überhaupt gut finden möchte oder nicht, und auf das ich daher wohl auch keinen weiteren Bock habe.

LYCHGATE – s/t

Interessantes Line Up: Bei LYCHGATE hat sich „Aran“, von den inzwischen dann doch wieder aufgelösten Bayern-Black Metallern Lunar Aurora und dem Dark Ambient/ Space-BM Projekt Trist, unter ein paar Briten gemischt, zu denen auch Greg Chandler von der bereits seit zwei Jahrzehnten aktiven Funeral Doom-Urgewalt Esoteric gehört.
Und was einen auf diesem selbstbetitelten Debüt erwartet, ist nicht unbedingt von leicht zu fassender Natur. Die pechschwarze, aber dennoch komplexe Musik von LYCHGATE hat nämlich was von Emperor-Spätwerken. Extremer Metal mit sowohl düsterer Atmosphäre und Blastbeat-/ Doublebass-Raserei, als auch Prog-Gefrickel, sowie symphonischen Elementen und Kirchenorgel-Einlagen.
Was in dieser Kombination eigentlich nicht wirklich eine meiner bevorzugten Baustellen, aber gerade auch vor dem Hintergrund seiner Mitwirkenden eine nicht gänzlich unfaszinierende Angelegenheit ist.
Ein erstaunliches Album! Kein epochales Meisterwerk oder Saisonbester, aber doch so gut und interessant, dass ich gespannt bin, ob man in Zukunft noch mehr von LYCHGATE hören wird. Wer auf Bands wie Emperor, Enslaved, Absu, Krallice, Dodecahedron u.ä. steht, sollte vielleicht mal das eine oder andere Ohr riskieren.
Weiteres auf lychgate.eu

MÄDCHENDRECK – Friendly Fire

Spaßprojekt aus dem JaKa-Umfeld, zum ersten: MÄDCHENDRECK ist so etwas wie eine Black Metal-Parodie, und wie der Bandname bereits vermuten lässt, nicht unbedingt auf der Trve-LoFi-mäßigen Seite des Genres angesiedelt.
Witzigerweise driftet man dabei neben puren BM-Schreddereien (ganz geil: „Zahl“) immer wieder in die, nicht mühlmännisch-abwertend gemeint, für diese Clique übliche Suppe aus Crust-, Grindcore-, Thrash und Death Metal-Versatzstücken. So könnten der Opener „Müll“ und die Midtempo-Groovenummer „Qualität“ - Krchz-Vocals hin oder her – im Grunde genommen auch von JaKa sein, was sich u.a. auch in Drum-Performance und –Produktion bemerkbar macht.
Unerwartet kommt allerdings der, mit richtig schön kühlem Gitarrensound, gelungen atmosphärisch schleichende „Loser“ daher, der durchaus die angestrebte Wirkung erzielt, ein bisschen creepy zu tönen. Cooler Song!
Summa summarum ist „Friendly Fire“ somit ein ganz witziges Dingen geworden, das für so eine humoreske Angelegenheit eigentlich schon eine Spur zu hochqualitativ klingt, und mit seinen 22 Minuten für die kurzweilige Schelle zwischendurch wohl auch voll und ganz ausreicht.
JaKa-Fans wissen wo’s hingeht: unundeux.de/shop; alternativ gibt's auch Bandcamp

NONSTOP SPRITZEN – Metalmekka Malaga

Spaßprojekt aus dem JaKa-Umfeld, zum zweiten: NONSTOP SPRITZEN sind alte Bekannte. Alle Jubeljahre trifft sich das Duo, um mit Old School-Aufnahmemethoden ein paar spontane Death Metal/ Grunzpunk/ Porngrind-Nummern samt komplett bescheuerter Titel und Texte einzurotzen. Für „Metalmekka Malaga“ haben „Cornal Infernal und Reverend Wrong“ ganze 15 Tracks in den 8-Spur-Rekorder gegrowlt, gekreischt, gezimmert und gerifft. Darunter auch mit „All das muss verunstaltet werden“ eine schon im Original recht dreckig-derbe JaKa-Nummer, die hier mit noch mehr Keller-Charme und außerdem Karaoke-Teil daherkommt.
Natürlich ist sowas wie das hier ein Release für eine vordefinierte Zielgruppe (z.B. ehemalige bzw. potenzielle Besucher des Death Feast Open Airs; Anhänger der Paderborner Grind-Kult-
Underground-Supergroup Steve Austin; Freunde und Förderer von JaKa und ihren Ablegern), und nichts, was man der Allgemeinheit als universell zwingendes Metal-Album anpreisen möchte. Aber Spaß machen kann und tut dieses Rohkostgekloppe durchaus ziemlich.
Wie gesagt: Interessenten surfen zu unundeux.de rüber.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Greber - Thunderstatement (Videoclip)

 

Taken from a split 7" we're releasing with Hiroshima Vacation in June. You can pre-order the record here:
swt4records.storenvy.com/products/1414684-greber-hiroshima-vacation-split-

Dienstag, 21. Mai 2013

Fuck the Facts - L'enclume et le marteau


Taken from the upcoming FUCK THE FACTS EP "Amer" out June 18th 2013.
Animation courtesy of Osborne Oddities.


pre-order AMER on vinyl & cassette here:
... http://fuckthefacts.bigcartel.com/

pre-order the digital download here:
http://fuckthefacts.bandcamp.com/album/amer

kurz notiert

# Das diesjährige Rock Hard Festival war tendenziell mal wieder ein witziges Familientreffen, auch wenn ich persönlich mich ehrlich gesagt nach hintenraus kolossal gelangweilt habe, und zwischenzeitlich gar zur eigenen Bandprobe und aufs heimische Sofa verschwand, anstatt mir „same procedure as last year, same procedure as every year“ drei Tage von Mittags bis Mitternachts am Stück zu geben. Als musikalisches Highlight bestachen vor allem die Retrodoomrocker ORCHID, die spielerisch, wie man zugeben muss, absolute Oberliga sind, und auch durchaus 1-2 geile Songs haben. Als Gurke des Festivals bestätigte mir Kollege A.J. ATTIC, die ich mir nach ihrer katastrophalen Performance beim Roadburn-Anheizen gleich erspart hatte. Offensichtlich haben sie auch beim RHF nicht gerade durch spielerische Souveränität oder bestechende Musik geglänzt. 

# Apropos Roadburn, apropos RockHard: Dass Meister Himmelstein von besagtem Magazin zum Sabbath Assembly-Gastauftritt von Genesis P-Orridge im Roadburn-Bericht des aktuellen Hefts was von einem „bezopften Michelin-Männchen oder -Frauchen“ faselt, während Psychic TV nicht mal als Randnotiz erwähnt werden, ist echt mal der Gipfel an Ignoranz.
Mit dem Running Gag-Selbsteingeständnis bzgl. der Irish Pub-Nummer seid Ihr ferner ein Jahr zu spät dran, Jungs und Mädels.


# Freitag erscheint das neue Album von KYLESA. Wer sich nach dem schwachen „Spiral Shadow“ mit der Kaufentscheidung noch nicht so ganz sicher ist, kann sich das Ganze schon mal im folgenden Komplettstream schönhören:

Donnerstag, 16. Mai 2013

Master Musicians of Bukkake

Bei mindestens zwei Roadburns habe ich MASTER MUSICIANS OF BUKKAKE ignoriert. Irgendwie passierten dort immer viel zu viele andere interessante, prioritärere Sachen, als dass ich da mal in einen Auftritt dieses extravaganten Auswechselbank-Kollektivs aus Seattle reinschnuppern wollte.
Gestern spielten sie allerdings zufällig um die Ecke in der Zeche Carl - früher mal das Metal-Mekka des Ruhrgebiets, heute nur noch eine dezente Randnotiz im Kulturplan – also ist man mal hin.
Keine Vorband, Beginn um 20:40, Band spielt vor mäßigem Publikumsandrang ziemlich genau 100 Minuten am Stück durch und hängt noch eine kleine Solozugabe hintendran, und danach ist man sogar schon vor elf Uhr wieder zu Hause – so könnte das ruhig öfter mal laufen.
Mit exotischem Ambiente und Verkleidungen irgendwo inmitten von Comedy und Drogentrip, Instrumentenwechseln zwischen Doppelschlagzeug, Analogsequencer und Saiteninstrumenten, von Filmmusik-Zitaten gespickte, ritualistisch-hypnotische Psychedelic-Exzesse, und mit einem
Burka sowie anfangs auch Hirschkopf tragenden Sänger (kein Witz), der seinem arg daneben liegenden Klatschrhythmus zufolge irgendwo ganz woanders unterwegs ist, war das dann auch durchaus mal was anderes.
Satanischer Spacerock-Karneval vom feinsten. Mir hat‘s Spaß gemacht! Müsste ich nicht jede Woche haben, und würde ich jetzt auch nicht unbedingt den gesamten Tonträger-Backkatalog von aufarbeiten, aber doch, als nicht alle Tage zu sehendes Abendunterhaltungsprogramm hat das schon zeimlichen Spaß gemacht.
Kann man sich gut und gerne mal geben, wenn man es „outside the box“ mag.
(Foto: El Chewbacco Diabolico)

Zehnjähriges: Nasum – Helvete

Einen weiteren, zehnten Veröffentlichungsgeburtstag eines sehr essenziellen Albums, den wir diesen Monat feiern können, ist NASUM’s dritter Longplayer „Helvete“.
Bemerkenswert an „Helvete“ ist, dass dieses etwas dicker, präziser und damit verhältnismäßig glatter als seine beiden, unumstritten bereits als Grindcore-Klassiker geltenden Vorgänger produzierte Werk an der Basis der langjährigen Freunde von Undergroundgeknüppel und Lärmperversitäten im Direktvergleich nicht ganz so gut ankam. Aber auch wenn ich persönlich das zugegeben etwas schroffere „Inhale/ Exhale“ (1998), und gerade auch das mit einigen Hits gespickte, noisige Dauerinferno „Human 2.0“ (2000) durchaus sehr zu schätzen wusste und nach wie vor weiß, ist „Helvete“ mit einem hauchdünnen Vorsprung vor letztgenanntem ja doch irgendwie mein Lieblingsalbum von NASUM.
Was in erster Linie überhaupt gar nichts mit der Gesamtinszenierung zu tun hat, sondern vor allem an den Songs liegt. „Helvete“ feuert gleich als zweites mit "Scoop" eines der extremsten Geschwindigkeitsmassacker ever raus, welches dann auch in einem knallhart und tight klopfendem Groovepart mit geilem Bollerbasslauf und Stakkatoriffgebrate gipfelt. Nicht nur das äußerst abwechslungsreich durchkomponierte "Stormshield" ergeht sich in atmosphärischen Parts, sondern das doomige "The Final Sleep" hat außerdem gar schon was von „Post-Metal“. Und das Song-Doppel "Breach of Integrity"/ "The Everlasting Shame" sagt endgültig alles, was man mit gesteigerter Freude an leicht verspieltem und doch höchst eingängigen Songwriting im Genre straighten Grindcores/ Extrem-Metals noch abschließend sagen bzw. dem geneigten Hörer mit einem Hauch von etwas mehr Melodie aber dennoch rohster Gewalt ins Hirn nageln konnte, ohne sich dabei an einer allgemeinverträglicheren Ecke anzubiedern. 

Ja doch, „Helvete“ ist ein gutes Album.
Unfassbar, dass sich diesen Dezember schon der neunte Todestag von Gitarrist/ Sänger/ Produzent Mieszko Talarczyk  jährt, der am zweiten Weihnachtstag 2004 im Urlaub durch eine Tsunamiwelle des „Sumatra-Andamanen-Bebens“ umkam. 
Ich lernte den gebürtigen Polen auf der Tour kurz zuvor noch als äußerst sympathischen Zeitgenossen kennen, dem gerade auch Selbstironie nicht fremd war, so sprach er z.B. von seiner eigenen Musik bescheiden als sowas wie „still pretty much just a Napalm Death Rip off“.
R.I.P. Mieszko Andrzej Talarczyk, never forgotten!


Wreck and Reference - No Content (Videoclip)



"Content", die aktuelle 7" von WRECK AND REFERENCE, bekommt man bei The Flenser.

Montag, 13. Mai 2013

Killing Joke - Corporate Elect (Videoclip)


Valborg, Nicoffeine und so...

Typisch ich. Letzte Woche hätte ich in Berlin die Melvins „Houdini“ und/ oder „Stoner Witch“ am Stück spielen sehen können, wannandermal noch diesen Monat spielen an zwei direkt aufeinanderfolgenden Abenden Shellac und Swans in der Hauptstadt, ich jedoch fliege natürlich dann durch Prenzelberg, wenn Bands aus Bonn und Koblenz in einem Kneipenkellerloch aufspielen.
Eröffnen taten besagten Abend im Kastanienkeller jedoch erst mal die heimischen GROW GROW, deren Postpunk/ Indie-/Noiserock mit 90ies-Vibes ziemlich gut reinging. Auch wenn der alberne grüne Adidas-Trainingsanzug des Gitarristen/Sängers mal ziemlich Sportfreunde Stiller 2002 war.
VALBORG spielten danach erst mal vor einem etwas lichteren Publikum als die Lokalmatadore. In ihrer Triobesetzung (man sieht sie wohl auch schon mal zu viert) legten sie den Schwerpunkt auf Material des aktuellen Killeralbums Nekrodepression. Geile Sache, geiler Auftritt, eine der allerbesten Metal-Bands, die wir derzeit in Teutonia so haben, gucke ich mir immer wieder gerne an. Auch wenn sie mir die Hymne „I Am Space“ schuldig blieben, die zwar auf der Setlist stand, aber diesen Abend nicht gespielt wurde. Da arbeiten wir noch mal dran, Jungs!
Die abschließenden NICOFFEINE muss man live tatsächlich mal gesehen haben. Was auf Platte zwar durchaus schon ganz spaßig ist, sofern man etwas für teils schon mikrotonale Noiserock-Eskapaden übrig hat, als Konservenhörerlebnis aber eben nur bedingt funktioniert, das entpuppt sich in Konzertsituation als völlige Explosion. Was die drei da mit Spielfreunde für sieben so intensiv an temporeich dargebotenem Lärm hinzaubern, ist schon eine ziemlich erstaunliche Angelegenheit. Muss man wie gesagt mal dabei gewesen sein, und würde ich mir
bei Gelegenheit ebenfalls auch zeitnah wieder ansehen.
Wirklich guter Abend, im Kastanienkeller. Ziemlich nahtlos ging es dann aber noch rüber in den Magnet, wo auf dem „Stoner/ Metal/ HC“-Floor der Visionsparty noch zu L7 und Survivor das Tanzbein geschwungen wurde…

Montag, 6. Mai 2013

55mm²

Nachdem mit dem Roadburn Festival das jährliche Highlight bereits hinter mir liegt, und ich ausnahmsweise auch mal ein paar andere logistische und finanzielle Aufwendungen um die Ohren habe, als meinem rund um die Uhr auf Musik eingestellten Suchtverhalten zu folgen, wollte ich es die letzten bzw. nächsten Tage/ Wochen ja eigentlich mal ein bisschen ruhiger angehen, und nicht schon wieder jeden zweiten Tag ein Konzert ansteuern.
Wenn allerdings die BLCKWVS schon in der Gegend spielen, ist Anwesenheitspflicht, also parkten Kollege El Lukerino de Muerte und meine Wenigkeit am frühen Samstag Abend die Hintern im RegioExpress gen Mühlheim an der Ruhr. Im dortigen AZ fand schon den zweiten Tag das 55mm² (55mm2.tumblr.com) Festival statt.
Nach unserer Ankunft fingen irgendwann COLARIS an, deren erste Set-Hälfte eigentlich 1:1 nach den US-Postrockern Maserati klang, gegen Ende wurde es dann allerdings einen Tick stonerrockiger. Ganz abgesehen davon, dass es 2-3 Songs weniger bei einer so früh aufspielenden Band auch getan hätten, anstatt von einem namenlosen Newcomer gleich einen einstündigen Auftritt reingeschraubt zu bekommen, war das allerdings durchaus ziemlich gut.
Ähnlich ORANGE SWAN. Auch jenes Instrumental-Trio fand kein Ende, war aber ebenfalls durchaus ziemlich gut, vor allem auch spielerisch. Gerade dem hörbar Bock habenden Poserdrummer merkte man Metal-Background an, während die beiden Gitarristen (richtig, kein Bass!) Akzente vom dezenten 80ies-Stadionrock-Ansatz bis zur Dronesound-Raumfüllerei ganz gut drauf hatten. Nicht schlecht.
Als Kontrast zu diesen knackiger rockenden Bands setzten sich als nächstes das Bochumer Drone-Duo [ B O L T ] und der Dortmunder Sologitarrist N zu einer gemeinsam Session vor eine Wand aus Amps. Was, wenn man etwas für reine Soundwall-Experimente übrig hat, nicht ohne war, in so einem Rockclubevent-Rahmen aber immer so eine Sache sein kann…
Mit einem weit im Verzug liegenden Zeitplan dann noch BLCKWVS, die wie immer geil ablieferten. Ihr eigensinniger Instrumental-Metal lässt live wirklich die Luft brennen. Warum wird diese Band allgemein noch so ein bisschen übersehen? Ich weiß es nicht. Guckt sie Euch an, wenn es eine passende Gelegenheit gibt. Die sind super, glaubt mir.

Samstag, 4. Mai 2013

Aktuelle Alben (Vhol, Altar of Plagues, Agrimonia, ...)

AGRIMONIA - Rites of Separation
Album Nummer drei von AGRIMONIA, und das erste über Southern Lord. Da dürfte wohl jemand in Zukunft endlich etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen...
Wie auf diesen Blogseiten erwähnt, fand ich schon die erste ganz töfte, die zweite im Halbwerttest dann sogar noch besser, und war daher auch sehr heiß auf die neue.
Jene ist dieses mal nicht so ein mächtiger Brocken geworden, wie das über 70minütige „Host of The Winged“, sondern pendelt sich mit fünf Tracks bei nur bzw. immerhin fast einer Stunde ein. Außerdem ist „Rites of Separation“ stilistisch wieder mal ein bisschen anders als sein Vorgänger ausgefallen, und auch hier trotz mitunter überlanger Songs nicht ganz so erdrückend wie zuvor.
Die Schweden scheinen sich von ihren deathmetallischen Einflüssen, auch wenn diese immer wieder mal durchschlagen (Basser Martin kennt man im Übrigen auch als At The Gates(!)-Gitarristen), gerne mal noch einen Ticken mehr als zuvor in Richtung postrockiger Momente verabschieden zu trauen, und auch ihre punkigen Roots sind hin und wieder offensichtlicher denn je (er spielt übrigens auch bei SkitSystem). Beim Crust/ Doom/ Melo-Death/ Post-Metal/ Freistil-Allerlei von AGRIMONIA wurden die Karten also mal wieder eine Runde neu gemischt. Aber, Hand aufs Herz, so wie sie dieses mal gelegt wurden, ist ein nicht ganz so epochal begeisterndes Album wie „Host Of The Winged“ dabei rausgekommen. „Rites of Separation“ hat sehr viele mitreißende Passagen, lädt zur wiederholten Entdeckungsreise ein, gefällt durchaus, wirkt gegen seinen Vorgänger aber manchmal fast schon etwas unausgegoren.
Dass spielerisch hier und da durchaus ein Schüppchen draufgelegt wurde, lässt nicht darüber hinwegsehen, dass ich im kompositorischen wohl irgendwie auf eine weitere Steigerung gehofft hatte, die jedoch eher ausblieb. Irgendwie wirkt das Songmaterial für Tracks mit derartigen Marathonlängen ja doch schon mal etwas wahllos eklektisch aneinandergeschustert.
Was zugegebenermaßen Beschweren auf hohem Niveau ist, denn was AGRIMONIA auch auf „Rites of Separation“ so abliefern, bewegt sich dennoch in Sphären, die viele andere Bands mit grob vergleichbarer Peergroup niemals erreichen werden. Von daher geht unbefriedigend wohl immer noch ganz anders als das hier.
Link: Bandcamp

ALTAR OF PLAGUES - Teethed Glory And Injury

Habs schon mal gesagt, und sage es noch mal: ALTAR OF PLAGUES' „White Tomb“ ist eines der allerbesten Alben der letzten 10-15 Jahre. Das Teil ist perfekt. Die Roadburn Records-EP „Tides“ und der nächste Longplayer „Mammal“ lieferten zwar weitgehend zufriedenstellend ab, „White Tomb“ ist und bleibt jedoch ein regelrechtes Manifest im Feld des vorwiegend atmosphärisch ausgerichteten und episch arrangiertem Extrem-, ja, meinetwegen „Post-Black“ Metals.
Dass mit dieser Nummer, einen auf Drone und Ambience zu machen, und das mit Blastbeats, Melodiebogengeschrubbe und Geschrei in ausufernden Marathon-Songaufbauten unter einen Hut zu kriegen, inzwischen auch mal alles gesagt ist, haben AoP allerdings selbst gemerkt, und sich auf „Teethed Glory And Injury“ daher nun stilistisch umorientiert.
Und meine Güte, ist das ein seltsames Album geworden. Die Ambient-Ansätze und Black Metal-Stilelemente sind zwar immer noch gegeben, werden aber von schneidigem Math-Metal-Stakkato, Avantgarde-Schrägheiten, gar elektronischen Sounds und Noise-Flächen, sowie ferneren Arrangement- und Produktionsexperimenten gewaltig durcheinander gewürfelt.
Es wäre ein leichtes, dieses durchaus mutige und sehr interessante Album nach Erstkontakt spontan nicht zu mögen. „Teethed Glory And Injury“ verlangt einem einiges an Geduld und Toleranz ab. Aber das wiederholte Eintauchen in AoP's neuerdings recht futuristischen Sound und sehr eigentümliche Songkonstruktionen lohnt sich, denn die starken Momente überwiegen deutlich. Lediglich der etwas wirre und murksige Schlusstrack greift leicht daneben und hinterlässt einen nach dem Albumdurchlauf etwas ambivalent. Ohne besagte Nummer würde ich
„Teethed Glory And Injury“ vielleicht sogar total großartig finden, anstatt nur ziemlich gut.
Link: Profound Lore Store

CORRECTIONS HOUSE - Haox The System (7“)

Anfang April völlig vergessen zu erwähnen hatte ich die auch als Digitalsingle erhältliche 7“ von CORRECTIONS HOUSE. Jene sind so eine Art Künstlerkollektiv, bestehend aus EyeHateGod-Frontzwerg Mike IX Williams, Neurosis' Scott Kelly, Yakuza-Saxophonist/-Sänger Bruce Lamont, und dem ja irgendwie überall mitwirkendem Sanford Parker. Bei ihren Auftritten gipfeln vier Solo-Sets (musikalischer Natur und auch Spoken Word) in gemeinsamen Jams. Zwei davon wurden für diese 7“ aufgenommen. Der Industrial-Touch des Ganzen ist bestimmt nicht jedermanns Sache, kommt mir persönlich aber eigentlich sogar entgegen. Vor allem die rebellische A-Seite ist ein ganz geiler Song geworden!
Link: „Hoax The System“ Videoclip
Link: „Grim with a Purpose“ Videoclip
Link: Burning World Records

THE BODY - Master, We Perish

THE BODY sind wichtig! Während sich viele andere Kapellen im eher doomigen Feld der aktuellen Underground-Metal-Landschaft längst in generischen 08/15-Schemata ergehen und damit Peers aus der Schablone bedienen, scheut sich dieses bärig-bärtige Duo nicht, potenzielle Fans immer wieder vor den Kopf zu stoßen. Ihr zweites Album „All The Waters Of The Earth Turn To Blood“ war ein deftig derber Brocken voller verquerer Ideen, nicht ganz von dieser Welt, ultrabrachial und doch episch; ein eigensinniges Godflesh-meets-Neurosis-meets-Burzum-meets-Weltuntergang-am-Ostersonntag-Monster von einem Album. Die gemeinsame EP mit Braveyoung irritierte und erstaunte mit einem schizophrenen Übergang von Drone-Stücken zu einem Folk-Song mit weiblicher Singstimme.
Auch auf ihrer neuen EP machen sie es dem Hörer mal wieder nicht so leicht. Naja, mir persönlich schon, denn Distortion bis an die Schmerzgrenze, zermürbend in die Länge gezogene Repetition, und gequälte Schrei-Vocals sind Stilmittel, für die ich gerade auch in Kombination so etwas wie einen sadomasochistischen Fetisch habe.
Dabei erzählen einem die drei Tracks von „Master, We Perish“ (Gesamtspiellänge ca. 18 Min.) nichts nennenswert neues, festigen aber den Bandstatus als fieses Monstrum und ziemliche Ausnahmeerscheinung. Mit anderen Worten: Total geil!
Link: „The Ebb and Flow of Tides in a Sea of Ash“ Videoclip
Link: „Worship” Videoclip
Link: At A Loss Recordings

VHOL – Vhol

Überraschung des Jahres! Bei VHOL (heißen sie denn jetzt eigentlich Vhol oder Vhöl?) singt Yob-Riffgott und -Mainman Mike Scheidt, allerdings ohne dabei auch Gitarre zu spielen, und der Rest rekrutiert sich aus bekannten Figuren der San Francisco-Szene zusammen, die man aus Bands wie Ludicra, Hammers of Misfortune, Agalloch, oder Amber Asylum kennt und schätzt. Musikstilistische Assoziationen bezüglich dieser Referenzen kann man allerdings (bis auf Ludicra) gleich mal wieder weitgehend vergessen. Das selbstbetitelte Debüt des illustren Ensembles begeistert aus dem Stand mit einer vorwiegend im Uptempo gehaltenen Melange aus Crust-Gekloppe, Black Metal, Motörhead'schem Rock'n'Roll-Spirit, einigen schrägen Reminiszenzen vor allem früher Voivod, latenten Psychedelic-/ Prog-Anleihen, und immer wieder mal durchblitzenden Wurzeln klassischen Heavy/ Thrash Metals („Arising“ z.B. könnte auch ein NWOBHM-Cover auf Speed sein). Dazu grölt, röhrt, keift, singt und johlt Scheidt das gesamte Spektrum ab, ohne dass dieser, soundtechnisch gelungen ins räudige Gerödel eingebettete Variationsreichtum auch nur eine Sekunde irgendwie unpassend käme.
Groß! Ganz, ganz groß! Definitiv eines der besten Metal-Alben 2013!
Link: Profound Lore Store


Und sonst noch?
Bei so viel guter neuer Musik schiebe ich das aktuelle Coveralbum der MELVINS mal für einen Monat mit weniger interessanten Veröffentlichungen auf.
Jucifer's GAZELLE AMBER VALENTINE hat gerade übers eigene Label Nomadic Fortress ihr akustisches Solo-Debüt namens „Devil's Tower I“ rausgebracht, aber auch wenn ich schon immer gerade auch die ruhigeren Jucifer-Songs mit am meisten mochte, ist mir derzeit eher nicht so nach Lagerfeuer.
Generell zugeneigte finden wohl die aktuelle WOE mal wieder recht stark, aber besagte US-Black Metaller habe ich bisher irgendwie noch nie so wirklich verfolgt.
Apropos US-Black Metal - auch die im BM-Genre als sehr einflussreich und oberkultig gehandelten Rumpelpolter-Opas von VON haben wohl gerade den ersten Teil einer ganzen Veröffentlichungstrilogie mit neuem Material rausgehauen. Aber jetzt mal ehrlich...
Diese Industrial-Grunzdoomer namens C R O W N, nicht zu verwechseln mit den Schwedendeathern The Crown, und ihr kürzlich veröffentlichtes Album wollte ich ursprünglich eigentlich auch mal checken, sehe nach dem eher etwas faden Auftritt beim diesjährigen Roadburn Festival aber doch erst mal davon ab.
THE OCEAN sind auch mit ihrem neusten Konzeptalbum am Start - ich kann diese geballt überambitionierte Mittelmäßigkeit, die diese Band für mich verkörpert, aber immer weniger ertragen.
Auch ROB ZOMBIE hat ein neues Album raus, aber gelutschter könnte ein Drops kaum sein.
Last but not least: SODOM. Nun ja.

Freitag, 3. Mai 2013

Jeff Hanneman verstorben

Gerade geht die traurige Meldung rum, dass Slayer-Gitarrist Jeff Hannemann um 11 Uhr PST in einem Krankenhaus einem Leberversagen erlag.

Wäre die Story zum Interview, das ich einst mit ihm führte, im Archiv der Legacy-Seite noch online, würde ich es jetzt verlinken, dem ist aber leider nicht so.
Was mir trotzdem bleibt, sind die 2-3 ganz witzigen Teilanekdoten, wie ich mit Hanneman einst im Tourbus Heineken trank und dabei mit einem durchaus umgänglichen Szenesuperstar einen lockeren Chat um den Themenkreis Slayer führte.

Über sein musikalisches Vermächtnis brauchen wir wohl eigentlich gar nicht erst anfangen, war Hanneman u.a. der Hauptverantwortliche hinter klassischsten Slayer-Songs wie Angel of Death, Raining Blood, South of Heaven, War Ensemble, Dead Skin Mask, Seasons in the Abyss, Die by the Sword, oder auch den späteren Hits Disciple und Jihad.

Die Musik-Welt bzw. Metal-Szene hat einen ihrer markantesten Protagonisten verloren.

R.I.P.

Donnerstag, 2. Mai 2013

20jähriges: Anthrax – Sound of White Noise

Bis es mir aufgrund von Recherchen für diese Bloggerei hier kürzlich auffiel, war mir gar nicht bewusst gewesen, dass zwischen „Sound of White Noise“, dem ersten ANTHRAX-Album mit John Bush am Mikrophon, und „We’ve Come For You All“, dem letzten regulären mit ihm (ein Live-Album und die Neuaufnahmen alter Schinken auf „The Greater of Two Evils“ kamen danach ja noch), genau zehn Jahre liegen.

„Sound of White Noise“ war bei Erscheinen eine mit Spannung erwartete Angelegenheit gewesen. ANTHRAX gehörten zu den Pionieren der Speed/ Thrash Metal Szene, wurden gar immer mit Metallica, Megadeth und Slayer zu den „großen vier“ davon gezählt. Unter jenen waren sie damals mal die Band mit der meisten Selbstironie (bis über die Grenze zu greller Albernheit hinaus) und dem weitesten Horizont gewesen (so öffneten sie sich früh in alle möglichen Richtungen vom Rap-Spaßsong bis zur satirischen Nebenband mit hyperschnell-brutalstem Geknüppel).
Nachdem Sänger Joey Belladonna ’92 von der Band gefeuert wurde - und den genauen Grund dafür kriege ich heute nicht mal mehr zusammen -  kam John Bush von Armored Saint ins Boot, und läutete eine neue Ära der Band ein; nicht nur personell, sondern auch musikalisch.
Zwar hatte die Band schon auf „Persitance of Time“ (1990) gewisse Tendenzen zu etwas dunkler klingenden und sozusagen leicht experimentellen Herangehensweisen gezeigt; zusammen mit der raubeinig-röhrigen Stimme von Bush, dessen Sangestalent zudem ca. drei Ligen höher spielt als das seines Vorgängers, verlagerte sich die Musik auf „Sound of White Noise“ allerdings noch mal ein Stück weiter zu einer etwas rockigeren, groovigeren, melodisch anders gearteten Schlagseite.
Bei der Basis der Kuttenträger, Old School Metaller und Thrash-Puristen kam das bis heute nicht so gut an, bei musikalisch etwas breiter interessierten Zeitgenössen wie mir war dieses Album im Frühjahr ’93 jedoch eine für die Ewigkeit anhaltende Instant-Liebe.
Ich fand zwar schon immer, dass „Sound of White Noise“ einen irgendwie seltsam komprimierten Gitarrensound hat, und finde es noch heute. Gealtert ist gerade „Sound of White Noise“ allerdings ausgesprochen gut.
Dabei sind typische Thrash-Elemente auf diesem Album gar nicht mal so weit runtergefahren worden, wie von einigen Kritikern behauptet. Die grundsätzliche Herangehensweise in Bezug auf Produktion und Komposition war nur einfach eine modernere.
So wurde einem eigentlich erst immer in Konzertsituationen bzw. bei Live-Versionen klar, was für ein Knaller „Room for One More“ eigentlich ist, und auch Songs wie das von der Band nur gelegentlich live gespielte „1000 Points of Hate“ (was für ein Brecher-Riff in der Strophe!) oder die unbekanntere Videosingle „HyProGlo“ (der Bridge-Part mit der zweistimmigen Vocal-Line – Hammer!) entpuppen sich, vielleicht erst auf den zweiten Hinhörer, als totale Übersongs vorm Herrn. Die Hymne „Only“ wurde bereits von Musikerkollegen mehrfach als perfekter Song genannt. Bei „Burst“ verheizen ANTHRAX dann auch noch einen ihrer geilsten Refrains, leicht punkig angehaucht, beim vorletzten Song. Und beim ruhigeren, Twin Peaks-beeinflussten „Black Lodge“ konnte kein geringerer als David Lynch’s Haus- und Hof-Komponist Angelo Badalamenti zum Mitmachen gewonnen werden.
Und auch wenn nicht jeder der elf Song auf SoWN ein 10/10-Volltreffer ist, ist es als Gesamtwerk ganz klar eines ihrer besten und rundesten Alben. Und, wie gesagt, trotz der komplett indiskutabel schlimmen Bandgeschichte von Verkehrsunfall-Ausmaßen seit 2005, ein bis heute von mir geliebtes.

PS: Natürlich bin ich in Besitz der Limited Edition mit Skull-Prägecover:


Mittwoch, 1. Mai 2013