Mittwoch, 25. Juli 2012

Eyehategod, Berlin

Die letzten Tage schlurfte ich nicht nur ein bisschen durch die Gentrifizierungsbezirke der Hauptstadt (als crazy urban Milfhunter muss man halt schon mal beiläufig erwähnen, dass man eben das total obligatorischerweise gelegentlich tut, um die eigene trendbewusst-lebemännische Relevanz im Kontext aktuellen Weltgeschehens zu betonen), sondern lauschte außerdem dem Konzertgastspiel der Musikkapelle EYEHATEGOD aus New Orleans, Louisiana, im Berliner Magnet.
Als jene im nicht gerade kühlen Club natürlich nicht zu früh die Bühne betraten, wurde zur Erheiterung aller erst mal über den Namen der ausfallenden Vorgruppe abgelästert (Upwind? Like …fart?).
Den Rest kennt man. Die zwischen den Songs dauerkiffende Band pendelt von bluesigen Doom-Parts zu ruppigem Hardcorepunk-Gekloppe und zurück, wozu das Publikum immer wieder zu einem wilden Pogopulk explodiert. Zwischendurch wird mal ein Sabbtah-Song o.ä. angespielt, während Schreihals‘ Mike Williams‘ Liebeserklärungen an die deutsche Hauptstadt und Weltmetropole langsam anfangen zu nerven.
Als Überraschung und Geburtstagskind des Abends steht auf ein mal keine geringere als Kylesa’s Laura Pleasants mit auf der Bühne, um die Nummer ‘Left to Starve‘ zu brüllen (was sie ja auch schon mal bei einer Studiocoverversion davon getan hat, muss man wissen).
Nettes i-Tüpfelchen eines grandios groovenden, brachialst lärmenden, mitreißend rockenden, verschwitzt peitschenden, kurzweiligen Gigs einer Band, die man sich immer wieder ansehen kann.
Dass EHG anno 2012 vielleicht auch nicht mehr ganz das fiese Monstrum mit komplett asozialer Aura sein mögen, das sie Anfang-Mitte der 90er mal verkörperten  - geschenkt.  Normal. An den Live-Qualitäten ihres nach wie vor ureigenen Stils lässt sich auch dieser Tage nicht rütteln.

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