Freitag, 18. Mai 2012

Ne, echt nicht, Jungs!

Schon diesen neuen CALLEJON-Videoclip gesehen, den RockHard, Visions und co. auf ihren Websites präsentieren? ACH DU MEINE FRESSE!!!

Der Reihe nach …
An 2-3 verschiedenen Stellen im bekanntlich nicht vergessenden Internet kann man u.U. noch alte Lobhudeleien von mir finden, als mich der „Fun Faktor“ von CALLEJON um 2005 rum mal angesteckt hatte.
In einer Ära von Stumpfbollo-Scheiße, At the Gates-Abziehbildern mit Schattenboxer-Fans, Discometallern und sich selbst zu ernst nehmenden Emocore-Kapellen, hatten CALLEJON in ihrem Gesamtpaket aus Irgendwascore und Maiden-Riffing mit deutschen Texten, sowie einem dazu passend spaßbetonten statt martialischem oder prätentiösem Auftreten, damals mal genau in eine Kerbe geschlagen, die zuvor noch unbesetzt gewesen und sympathisch war.  Sie versprühten Originalität und einen jugendlichen Charme, waren ein bisschen mehr Metal als Hardcore, dann aber wiederum ein bisschen mehr Konfettipunk als Metalcore, und somit sowas wie Caliban in gut und lustig. Die „Chronos“  EP und „Willkommen im Beerdigungscafé“ waren zwar nicht perfekt produziert, warfen aber ein paar Hits ab, und live machte das Ganze einfach Laune.
Kurz danach wurden die Rheinländer von Nuclear Blascht assimiliert und irgendwas fühlte sich schon bald nicht mehr richtig an. Selbst von früheren Weggefährten und befreundeten Bands (ich nenne natürlich keine Namen) kamen schon bald Kommentare wie „irgendwie ist das inzwischen nicht mehr so meins“ als CALLEJON sich selbst zu einem Modeding stilisierten, dessen ursprüngliche Unbekümmertheit sich nun bereits künstlich konserviert anfühlte.  Zwischen Comic-Image, zeitgenössischer Emodeathkindercore-Erscheinung (Ihr wisst schon, was ich meine ...) und irgendwie nicht mehr so wirklich frischer Musik, ist die Band donzdorfisiert in großen Schritten sowas ähnliches wie das geworden, zu dem ich sie anfangs eigentlich als Antithese wahrnehmen wollte.

Was einem dieses aktuelle Video „Porn from Spain 2“ dann auch noch mal richtig reinreibt. Okay, der Kalauertitel ist ganz witzig, aber dann auch noch plakativ der zweite Aufguss von einem vorangegangenen Hit? Wirklich?
Auf der Gästeliste:  Diese Kröte von den unerträglichen Madsen brüllt auch ein bisschen mit, einer von der völlig überschätzten Humorhiphop-Fraktion K.I.Z.  bringt als Höhepunkt ‘ne Rap-Einlage, und der sich nun mal wirklich für jeden Scheiß (ich sach nur Crosscut, Edguy, In Extremo …) hergebende Miland Petrozza klampft irgendwo im Hintergrund auch noch mit rum.
Die Musik: Eigentlich schon näher an Rammstein als an irgendwas anderem.
Das restliche Drumherum: Passend dazu ein Skaterampen-Partyvideo, wie man es eigentlich schon seit ca. ’94 nicht mehr so ironiefrei auf Hochglanz bringen darf.
Gesamtergebnis: Un-er-träg-lich. Selten eine derart gekünstelte, uninspirierte, trotz aller Grellheit ziemlich farblose, abturnende Kiste vorgesetzt bekommen.

Stellt sich mal wieder die Frage: Habe ich diese Jungs anfangs missverstanden oder haben sie tatsächlich schon früh irgendwann die falsche Abzweigung genommen? Oder bin ich einfach nur zu alt für so einen Quatsch und verstehe das daher nicht mehr?

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