Dienstag, 22. Mai 2012

Horseback - Half Blood

Ob es Alterherrenrockern, die sich in der Comfort Zone ihrer Glam- bis Thrash-Jugendikonen suhlen, gefällt oder nicht: Der aktuell im eigentlichen Sinne des Wortes progressive, weil neue Extreme erschließende Rand des Metals gehört kruden Klangkünstlern wie HORSEBACK. Natürlich wird manch einer fragen, und das auch nicht ganz zu Unrecht, was das denn hier noch mit "Metal" bzw. Rockmusik zu tun haben könnte, aber der u.a. durch Sunn o)))'sche Eskapaden erprobte "moderne Metal" im Visions-Sinne streift inzwischen nun mal tatsächlich Ecken, in denen auch Platz für Soundexperimentalisten wie Mamiffer, Locrian, Barn Owl, Menace Ruine, oder eben HORSEBACK ist, die mit eineinhalb Beinen eigentlich eher in Ambiet/ Drone/ Noise-Schubladen gehören.
So passt es auch ganz gut ins Bild, dass "Half Blood", wie schon der 2010er "Invisible Mountain", von den Spezialisten von Relapse Records rausgebracht wird, die zwischen diversen Ballerkapellen immer wieder mal ungewöhnliche Schätzchen aus dem totalen Nischenrand ziehen, die nicht gerade so wirklich jeder mag (ich ja in einigen Fällen auch schon mal eher nicht) …

Ein HORSEBACK-Album sezieren zu wollen ist jedenfalls müßig, denn ein wirklich gut beschreibender Oberbegriff für diese Fusion aus unaufdringlichen Rhythmusgrundgerüsten und fast blackmetallischem Geknurre im Hinter-, sowie raumfüllenden Psychedelic/ Ambient/ Drone-Aufbauten im Vordergrund, muss wohl nach wie vor erst noch gefunden werden. Mainman Jenks Miller webt dabei reine Klangteppiche genauso, wie anderes dann doch schon mal näher an (Psych-/ Kraut-/ Post-/ ...) Rock tönt, allerdings ohne die einmal eingeschlagene Spur dann auch nur im Ansatz mal zu verlassen.
Und das ist seltsam wie spannend, das lullt trotz seiner unterschwelligen Räudigkeit höchstsonor ein, das kann man genauso gut mal einfach nur im Hintergrund laufen lassen, wie es sich ebenfalls ganz bewusst richtig aufmerksam anzuhören, und das ist vor allem nach wie vor etwas anderes und eigenes, das man in genau dieser musikalischen Zusammensetzung, mit derart verschnürter Kompaktheit, exakt so derzeit auch wirklich nur von HORSEBACK kennt. Und genau das hört man sich dann auch einfach immer wieder gerne mal an, auch wenn man gar nicht so gut beziffern kann, warum eigentlich.

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