Dienstag, 24. April 2012

Sunday Bloody Sunday

Dafür, dass BLACK BREATH und CHRISTIAN MISTRESS zwei in der Metal-Szene derzeit doch recht oft aufblitzende Namen sind, war das Dortmunder FZW am vergangenen Sonntag dann ja nur mäßig gefüllt. Ist halt doch nicht alles immer tatsächlich schon so Hype und Massen anziehend, wie man es aus der vollnerdigen Internetecke heraus wahrnehmen möchte, nur weil ein Bandname auch mal in anderem Kontext gefallen ist, als dem eigenen.
TORMENTED eröffneten den Abend souverän mit gekonntem Old School Schweden-Death-Geprügel. Das abschließende Kreator-Cover (Tormentor) ist in der Wahl nicht originell, kommt im tieferlegten HM-2-Pedal-Sound aber ganz cool. Keine Offenbarung,  aber kann man machen.
CHRISTIAN MISTRESS überraschten mich, positiv. Die von Fenriz stark supportete Truppe macht zwar so eine Art von retrospektivem Metal, dem gegenüber sich mein Enthusiasmus seit jeher in Grenzen hält (um es diplomatisch auszudrücken), aber das war wirklich gut. Spielerisch ziemlich gewitzt, in punkto Gitarrenarbeit und auch Songwriting mit netten Ideen, sowie wirklich coolen Riffs und Licks gespickt, und einer Sängerin, die stimmlich recht rau und kräftig (auch wenn man ihr die Tour schon anmerkte) eine gute Figur abgab. Doch, doch, das war schon in Ordnung.
Bei BLACK BREATH wollte der Funke bei mir dann allerdings nicht 100%ig überspringen. Keine  Ahnung, woran es genau liegt, vielleicht auch an der Sonntagslethargie, aber diese Mischung aus Crustgeboller, Entombed-Sound und einem Hauch Slayer bietet einem alten Sack wie mir wohl einfach nichts aufregendes mehr, und reißt mich in Richtung der Abgeher vor der Bühne zu Äußerungen a la „Wo wart Ihr eigentlich damals, als Bonehouse gespielt haben? Ach, die waren ja nicht auf Southern Lord …“ hin. Man hat es schon nicht leicht als Besserwisser mit Distinktionswahn. Immerhin: Ich gestehe neidlos ein, dass es da handwerklich nichts dran zu meckern gab, aber so richtig geil fand ich es dann halt einfach nicht.

Am Vorabend schaute ich im Übrigen auch in die Record Release-Show der geschätzten Lokalcoreler SIDETRACKED rein, in dessen Rahmen vor allem auch die Neocrust-Kelle der Bielefelder RUINS überzeugte, sowie gewohntermaßen auch der instrumentale Doom/ Post/ Ambient Metal der BLCKWVS. 
Letztere sind qualitativ eigentlich längst weit über dem Underdog-Status, den sie noch haben. Wollte ich nicht unerwähnt lassen
.

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