Dienstag, 17. April 2012

Roadburn 2012 (2)

(Peace, Love & Sludge Metal, Teil 1)

Peace, Love & Sludge Metal, Teil 2:

Auch das gehört zum Roadburn: Langsam erste Ermüdungserscheinungen in Form von schmerzenden Füßen und Rücken zu spüren. So schleppe nicht nur ich mich ….

Freitag …

… nach etwas zu wenig Schlaf, etwas zu viel Alkohol, und einem etwas zu wilden Vortag schon leicht abgekämpft durch die Gegend, und murmel die Standartphrase vor mich hin, für so eine Scheiße ja eigentlich längst viel zu alt zu sein. Aber nützt ja alles nicht, die Party im Paralleluniversum muss weitergehen.

Bevor es zum ersten Parkplatzbier in Tilburg kommt, verdrehe ich allerdings erst mal über Indie-Experte und „Proto-Metal“/ 70ies Rock- Aficionado Jan S. die Augen, weil er beim Frühstück lieber die ganze Zeit Deep Purple und U.F.O. hören möchte, anstatt Carcass oder Christ of Kather & Markus Maria Hoff, wonach den wahren Metal-Zuschätzenwissenden der Reisegruppe eigentlich wäre. Aber der feine Berufsmusikzerreder findet das ja zu steril und schwört stattdessen auf Retrokapellen. Womit ich meinem Unverständnis darüber hiermit auch Ausdruck verliehen hätte.

Auf dem Weg über die Kneipenmeile sieht man auch die Jungs und Mädels vom RockHard wieder – was ziemlich überrascht – aus dem Irish Pub gen 013 aufbrechen.

Heute eröffnen die abseits der Bühne gerne viel über Drogen redenden NACHTMYSTIUM mit einem „Instinct: Decay“-Set, was ich mir aber nur anfangs kurz gebe, weil ich die eine halbe Stunde zeitversetzt auf der Stage 01 auflaufenden END OF LEVEL BOSS, aufgrund ihres sehr guten aktuellen Albums unbedingt sehen möchte. Und es lohnt sich. Mit generalüberholtem Line Up zocken sich die Briten durch einen Gig, der genauso so lebendig, spielfreudig, interessant, und anders ist, wie „Eklectic“. Das hat mal echt Spaß gemacht!

Bei J.G. THIRWELL’S MANOREXIA hält sich der Andrang in Grenzen und irgendwie möchte ich mir das auch gar nicht lange angucken. In anderer Form gerne, aber in so einem Eventrahmen fehlt mir für sowas irgendwie dann doch die richtige Stimmung, Geduld und Sitzgelegenheit. Ein Problem, das auch vom Denovali Swingfest oder Auftritten von Bohren & der Club of Gore bekannt ist.
Zu Sólstafir ins Het Patronaat rübergehen lohnt aber auch nicht, da als nächstes KONG im Green Room zum Tanze bitten. Die holländischen Urgesteine (von denen allerdings nur noch ein inzwischen ziemlich beleibtes Originalmitglied übrig ist) sind mit ihrem Instrumental-Kram zwischen Metal, Prog und Dance ja fast schon sowas wie Postrock-Vorreiter, und haben es vermutlich auch ihrem Heimvorteil zu verdanken, dass der Raum voll ist und die Leute Bock drauf haben. Was soll ich sagen - auch wenn sie nicht wie gewohnt quadrophonisch auftreten, hat selbst ein sonst eher unnostalgischer Typ wie ich tatsächlich noch mal ziemlich viel Freude an der Zeitreise, die Material aus „Push Comes To Shove“- und „Earmined“-Zeiten so mit sich bringt. Schön. Wirklich.

Ca. eine Stunde persönliche Pause zwischen Kong und YOB ist mit Essen, Biernachschub und internationalem Smalltalk schnell gefüllt.
YOB spielen „The Unreal Never Lived“ komplett und hauen als Bonus mit 'Adrift In The Ocean' auch noch den besten von der aktuellen hinterher. Irgendein weiteres Wort drüber zu verlieren, ist unmöglich und überflüssig, denn das ist etwas, wo man tatsächlich einfach dabeigewesen sein muss.

Für einen Abstecher zu Black Breath oder Barn Owl habe ich keine Energie; sich nach dem ersten von zwei Yob-Gigs den zweiten von VOIVOD zu geben … ja, das weckt ein weiteres Déjà-vu an Vorjahre.
Aber egal, VOIVOD spielen „Dimension Hatröss“ am Stück. Ohne Spaßbonustrack. Dafür noch mal das Die Kreuzen-Cover, nun allerdings mit dem extra dafür angereisten Die Kreuzen-Sänger Dan zusammen, der es am Vorabend nicht aus Amsterdam schaffte. Unnötig zu erwähnen, dass die Alteisen auch ein zweites mal wieder begeistern.

Die Entscheidung zwischen der primär namentlich zum Roadburn passenden Crustknüppellegende Doom und der französischen Blackened Sludgecore-Truppe CELESTE fällt beim freitäglichen Finale zugunsten letzterer aus. Auch das lohnt sich, denn das musikalisch derbe, optisch sinpel-wirkungsvoll inszenierte Massacker an Wuchtigkeit und Düsternis macht, so antonym das bei dieser Band vielleicht auch klingen mag, tatsächlich eine Mordslaune. Meine bewegungsfreudige Begeisterung für die Darbietung sorgt unter einigen Bekannten gar (sicherlich zurecht) für einiges an Heiterkeit. Anyway, die möchte ich im Idealfall zeitnah noch mal sehen!

Danach müssen die letzten Kräfte noch für Foyer-Metaldisco und folgende Bungalow-Bunga-Party herhalten (und eine zwischenzeitliche Diskussion mit einem Belgier, der mich mit seinen Metallica-Lobhudelein dazu brachte, „sowas muss ich mir echt nicht anhören“ schnaufend einfach zu gehen), bevor es endgültig dunkel wird.

to be continued …

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