Donnerstag, 26. April 2012

Prong - Carved Into Stone

Lange Vorreden darüber, dass PRONG in den 90ern eine meiner absoluten Lieblingsbands waren, man Post-Jahrtausendwenden-Releases der personell ständig generalüberholten Truppe um Tommy Victor aber schlichtweg nicht mehr so wirklich braucht, ist selbst mir etwas zu sehr „stating the obvious“.
Gar nicht reinhören ging aber irgendwie auch nicht. So bleibt mir festzustellen, dass „Carved Into Stone“ weitaus weniger wehtut, als man befürchten wollte.

Die hier angerührte Mitt90er-Groovethrash-Brühe ist ohne großen Firlefanz irgendwelcher Industrial-Gimmicks o.ä. mit einem sehr trocken-sauberen Sound angerührt worden, bietet popige Momente genauso wie martialische, und läuft tatsächlich ohne große Ausfallerscheinungen durch.
Besonders erwähnenswert sind vor allem der rasante Opener, der straight aber trotzdem verspielt eine nicht gänzlich unbeeindruckende Lehrbuchlektion in Sachen Auf-die-Fresse-Thrash Metal erteilt, und "Revenge...Best Served Cold", das zwar wie eine doch sehr verharmlost selbstkopierte Variante von früherem Tanzbar-Material (a la „Whose Fist …“) tönt, dafür aber eben auch eindeutige Hitqualitäten aufweist. Ähnliches gilt für den Refrain von "Put Myself To Sleep". Muss man diesen Nummern lassen.

Sicherlich ist zeitgemäß, interessant, überraschend, spektakulär oder total knallermäßig etwas völlig anderes, als das hier. Betont eine Lanze dafür brechen zu wollen liegt mir auch fern.
Diesem Album haftet in seiner Inszenierung allerdings ein sympathisch-zeitloses Understatement an, das es für mich erträglicher und unterhaltsamer macht, als etwa den total blödsinnigen letzten Output von Machine Head, dem plakativen Revival-Versuch von Rob Zombie, der Kirmestechno-Infusion aktueller Korn, der Ohrenzeugen zufolge katastrophalen aktuellen Ministry (die ich mir bisher erspart habe), der gepflegten Langweile später Helmet, der traurigen Egalität heutiger Sepultura, oder wer einem sonst noch so alles an kaum noch tragbaren Helden der 90er einfallen mag.
An diesem Maßstab gemessen geben PRONG anno 2012 eine gar nicht mal so schlechte Figur ab. Und den verdienten Anstandsapplaus dafür soll Herr Victor hiermit dann auch bekommen.
So ist „Carved Into Stone“ zwar nichts, auf das man wirklich gewartet hätte, dafür aber eben doch schwerstens okay.

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