Dienstag, 3. April 2012

Fuck The Facts zum zweiten

Da es sich zwischen nächtlichem Clubbing mit einheimischen Rockchicks und dem Besuch von Hochkulturveranstaltungen am Deutschen Theater letztes Wochenende zufällig ergab, FUCK THE FACTS in Berlin noch mal sehen zu können, nahm ich diese Gelegenheit natürlich wahr.
Bei meiner extra schon etwas spät angesetzten Ankunft im „Koma F“ hatte der Local Support 100000 TONNEN KRUPPSTAHL bereits angefangen. Musikalisch und erscheinungsmäßig irgendwo zwischen dem roh-punkigem Geschrote der Yacøpsæ, der unorthodoxen Stilistik ganz früher JaKa, und dem zonal-humoresken Duoformations-Charme von Dÿse unterwegs, war der Weirdo-Grind der beiden zwar keine zwingende Offenbarung, aber dennoch so unterhaltsam, dass ich mir das Ganze in der Zukunft definitiv wieder live ansehen würde, sollten sie über die Luftbrücke mal in hiesige Längengerade kommen.
FUCK THE FACTS zogen danach souverän ihren geilen Stiefel durch, der gleichermaßen martialisch wie intelligent daherkommt. Im kleinen Kellerraum des Köpis funktionierte das auch ziemlich gut, aber mal ganz ehrlich: Auch wenn ich es als alternder Musikfreund durchaus begrüße, dass man bei so einem Konzert mal in Bühnennähe stehen kann, ohne gleich dauernd umgepogt zu werden oder Stagediver um die Ohren fliegen zu haben – was war das eigentlich für ein lahmes Publikum? Wie gesagt, etwas entspannter ist es mir natürlich sehr viel lieber, als sich nervige Moshpitfighter geben zu müssen, aber ein kleines bisschen mehr Enthusiasmus und Begeisterung für die aufgebotene Brutalomusik hätte ich an diesem Abend im allgemeinen ja schon gerne gesehen. Dit is Balin, wa‘?!
Anyway. FTF sind und bleiben eine gute Band. Wird Zeit, dass das auch endlich mal ein paar Leute mehr einsehen.

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