Montag, 5. März 2012

Bi-Bi-Bielefeld

Und gleich ohne Einleitung los: Für einen Local Support mit bescheuertem Namen waren NEGATIVVM mit ihrem angenehm klischeearmen 3rd Wave Black Metal-Rundumschlag Marke WITTR light (wenn Ihr versteht, was ich meine) eine wirklich unterhaltsame Angelegenheit. Viel mehr fällt mir dazu dann zwar jetzt auch nicht ein, aber das war schon in Ordnung.

THE WOUNDED KINGS waren mir vor diesem Auftritt ja gar kein Begriff gewesen, aber ich will es mal so sagen: Wenn man denn neben Jex Thoth noch Platz für eine weitere retrospektiv tönende Band mit Eye- und Ear-Candy-Frontfrau hat, dessen Musik im konkreten Fall in trocken aber satt auf den Punkt gebrachtem Doom Metal der Sabbath/ Obsessed’schen Schule ausartet, dann kann und sollte man diese Band mitnehmen. Der Schlagzeuger ist im Übrigen leicht wahnsinnig - mit seinem kraftvollen und Crashbecken-betonten Spiel aber das Salz in der Suppe, durch das die ja nicht gerade übermäßig originelle Mucke gut die Kurve kriegt, mitreißend zu bleiben.
Cool!

MONARCH! waren danach natürlich mit ihrem zeitgenössischen, eher experimentellen, kaltem Dronnedoom Richtung Khanate, Khlyst, Switchblade und co. ein krasses Gegenstück zum knackig runtergerockten Kram der Band davor. Ein episches Klangerlebnis ohne Unterbrechungen, mit ruhigen, atmosphärischen Momenten, und minimalistisch aber überwältigend in die Welt gefurchten Wellen aus Lärm und Schmerz. Sängerin Emilie kommt mit ihren Delay-, Reverb- und Loop-Effektgeräten ein bisschen wie ein weiblicher Mike Patton rüber.
Ich fands gut, zumal die Band einen konsequenten Ansatz gefunden hat, der spannend genug ist nicht in beliebiger Nichtmusik auszuarten, und far out genug um vielen Freunden konventionellerer Rock/Metal-Musik vermutlich dennoch eher verschlossen zu bleiben.

Als ich ALTAR OF PLAGUES vor zwei Jahren (zweimal) beim Roadburn sah, fehlte es der Band noch ein bisschen an Souveränität. Inzwischen scheint die junge Truppe das entscheidende Quentchen gereift zu sein, davon nix mehr spüren zu lassen, auch wenn einige der Iren – das muss man einfach mal so zu Protokoll geben – ja schon etwas whitetrashig rüberkommen. Was ist das eigentlich, dass solche Bands immer einen offensichtlichen Oberproleten mit im Line Up und an forderster Front haben? Keine Ahnung. Der Musik tat das aber natürlich keinen Abbruch. Das Quartett fegte so geil durch die Monstersongs ‘Neptune is dead‘ und ‘Earth: As a Womb‘, dass sich bei mir ein zufriedenes Dauergrinsen einstellte.


Sehr netter Konzertabend. Dafür nimmt man dann doch gerne mal nächtliche Autobahnrückfahrten von mehr als einer Stunde auf sich …

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