Montag, 13. Februar 2012

Helms Alee

O.g. Band wurde nicht nur im Rahmen dieses Blogs bisher gar nicht gewürdigt, sondern meiner selektiven Beobachtung nach bisher generell kaum.
Was verwundert, denn 1.) ist ihr Label Hydrahead durchaus eines, das in den letzten Jahren ein bisschen im szenischen Fokus lag, 2.) spielte Gitarrist Ben Verellen zuvor bei den Harkonen, die unter Noiserock/ Sludge Metal/ Post-Hardcore-affinen Nerds zu ihrer Zeit keine gänzlich Unbekannten waren, und 3.) würde ich der Musik von HELMS ALEE neben Originalität durchaus auch eine gewisse Zugänglichkeit zusprechen.
Dennoch scheint hierzulande noch kein Hahn nach HELMS ALEE zu krähen. Dabei spricht alleine die Tatsache, dass sie stilistisch nicht so einfach definitiv einzutüten sind, schon für sie.
Das weibliche wie männliche Sing-/Shout-Stimmen auffahrende Trio mag klangliche Spitzen in Richtung Stoner/ Sludge aufweisen, formt ihre häufig knackig auf dem Punkt knallenden Songs dabei allerdings aus Stilmustern, die man eher der Nosie-/Indie-/Mathrock-Ecke zurechnen möchte (geiler Basssound übrigens).
Nach dem 2009er „Night Terror“ weitete die Band ihren Stil auf dem letztjährigen „Weatherhead“ noch etwas aus. Das Zweitwerk ist noch etwas facetten- und abwechslungsreicher, partiell (aber eben nur partiell) auch mal etwas ruhiger oder gar mal popiger, und erlaubt sich (kleine) weitere Vorstöße in Richtung Prog. Auch wenn „Weatherhead“ damit zugegeben etwas zerfahrener und nicht so homogen wie das kompaktere Debüt daherkommt, verstehe ich trotzdem nicht, warum es einigen Internetuser-Urteilen zufolge im Vergleich eher nicht so gut ankam. Geht es nach mir, gelang HELMS ALEE auf ihrem zweiten Album ein interessanter Spagat zwischen Shellac und Baroness, den man nicht alle Tage hört.
Lange Rede, kurzer Sinn: Gute Band. Ich hoffe wirklich, dass es hier mal zu einer Tour in hiesigen Gefilden kommt, und bin wirklich gespannt, wo das Ganze musikalisch beim nächsten Album noch mal landet.