Wo wir dabei sind, muss auch folgendes mal wieder gesagt werden:
Auch wenn es in meinem persönlichen Umfeld eh tatsächlich ein paar Jungs gibt, die diese Platte sehr mögen und schätzen, muss ich dennoch mal wieder eine Lanze für CARCASS‘ „Swansong“ brechen. Warum? Einfach nur so, weil die Scheiße den Kohl fettestens rockt, und ich gleichermaßen auch heute noch Grindcore-Freaks kenne, die dabei immer noch weinen müssen.
Was war passiert? Von der Rumpelgrind-Combo mit Gore-Texten hatten sich die britischen Genre-Pioniere zuvor Schritt für Schritt einem Stil angenähert, der „musikalischer“ geworden war. „Necroticism – Descanting the Insalubrious“ markierte ‘91 den Übergang zum Death Metal. Mehr Groove, mehr Melodie und Finesse im Gitarrenspiel, längere Song-Arrangements, halt kein einfaches Drauflosschroten mehr. Das „Heartwork“-Album trieb das Ganze dann zwei Jahre später perfektioniert auf den Punkt und die Spitze. Die Extrem-Metal-Crowd war hier trotz aller harmonischer Lead-Dudeleien aber noch zufrieden, denn immerhin knatterten dabei auch immer wieder mal Blastbeats los.
Als CARCASS dann 1996 das Abschiedswerk „Swansong“ vorlegten, war das Geknatsche bei Vielen allerdings so groß, dass sich einige davon bis heute nicht erholt haben. Anstatt nochmals den (Achtung, RH-Vokabular:) Knüppel aus dem Sack zu liefern, nahm das Quartett seinen Trademark-Sound mit Knurr-Vocals und brachialen Gitarren, um damit so etwas wie ein sehr Schweinerock-lastiges Album zu machen. Death’n’Roll - „Swansong“ rockt einfach ohne Ende, nicht mehr, nicht weniger, und das absolut gelungen. Allerdings wurde das Album dabei so viel gescholten, abgelehnt und missverstanden, dass Basser/ Krächzer Jeff Walker beim Revival-Gig auf Wacken eine Nummer davon grinsend mit (sinngemäß) „Sorry, aber so schlecht war es ja nun auch wieder nicht“ ansagte.
Lange Rede, kurzer Sinn: CARCASS‘ „Swansong“ kann eigentlich so ziemlich alles. Und Knüppelgrunzfreunde, die zu doof sind das einzugestehen, hatten so ein geiles Album halt eben gar nicht verdient. Habe gesprochen.
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