… war wohl in der Tat kein gutes Omen für den ersten Konzertabend 2012.
Der Reihe nach. KYLESA kamen mal wieder in die Gegend. Mit dabei: Die seit ihrem aktuellen Album verstärkt auf der Rechnung zu habenden KEN MODE und die zum ersten mal auf Europatour kommenden CIRCLE TAKES THE SQUARE.
Meine Anreise timete ich dabei so, dass ich den beim letzten Konzert 2011 (mit Hierophant und Oathbreaker) noch genossenen Local Support RED APOLOO nicht schon wieder sehen musste. Denn so gerne ich die Jungs als Dortmunder Band gut finden und supporten wollen würde … ne, Leute. Sorry, aber echt nicht. Nasen, die man von diversen Hard-/Metalcore-Bands aus der Gegend kennt, haben sich hier zusammen getan, auch mal was Richtung „Post-Metal“ zu machen. Generisch, unspannend und identitätslos.
KEN MODE haben dann am ersten Abend der Tour auch mal gleich schon beim Soundcheck Anlaufschwierigkeiten. Irgendwas läuft zwischen kettenverkabelten Effektpedalen und Amp nicht ganz rund. Der nur in Radlerhose auflaufende Drummer sorgt derweil beim einen oder anderen für Erheiterung. Im Übrigen wurde dabei dann auch recht deutlich, dass die Kanadier diesem Leben nicht mehr nennenswert größer und beliebter werden dürften. Das ist 'ne Nerd-Band für Nerd-Fans. Dass sie in der Blogosphäre und unter einigen wenigen Zweitgeist-bewussten Übersee-Musikjournalisten höchstgeschätzt werden, kann nichts daran ändern, dass KEN MODE nicht cool genug sind, um noch mal Szene-Stars zu werden, und nicht unbekümmert und souverän genug, um auch ohne szenige Coolness cool zu sein. Die Jungs kommen halt etwas flachzangig rüber (bis auf den kalifornischen Basser, aber der ist ja eh nur temporär).
Der Sound in Oberhausens „Maschinenraum der Turbinenhalle“ ist dann leider auch noch unter aller Kanone, als KEN MODE mit ‚Obeying The Iron Will...‘ und ‚Never Was‘ den Gig so anfangen und beenden, wie ich persönlich ja schon das starke aktuelle Album angefangen und beendet hätte. Summa summarum war ein okay gehender Auftritt, wenn man die Songs kennt und mag. Aber der Sound ging wie gesagt überhaupt gar nicht, und verleidete einem die Sache schon etwas.
Und es wurde auch nicht besser, als CIRCLE TAKES THE SQUARE dann nach einer dreiviertelstündigen (!) Umbaupause mit weiteren technischen Problemen endlich mal anfingen. Der eh schon nicht einfachst zugängliche Frickelscreamo mit narrativen Songstrukturen war beim in dieser Bruchbude vorherrschenden Kacksound (ich bitte meine harsche Ausdrucksweise zu entschuldigen) kaum zu ertragen. Nicht wenige waren extra gekommen, um endlich mal CTTS zu sehen, und danach zurecht eher ein bisschen angesäuert.
Meine Haltung zu KYLESA, bei denen schon wieder irgendein personeller Wechsel in der Rhythm Section stattfand, ist inzwischen ja recht ambivalent. „Static Tensions“ war seinerzeit ein starkes Album und ihre vielen Konzerte zu der Zeit oft – nicht immer, aber doch oft –durchgängig sehr mitreißend. Als sie dann auf dem recht popigen „Spiral Shadow“ über weite Strecken genau das wegließen, was ich an ihnen zuvor so bestechend fand (geil groovende Riffs in nicht zu gewöhnlichen Song-Arrangements), und beim entsprechenden Konzert zum Album auch nicht gerade überzeugten, musste ich wieder etwas auf Distanz gehen.
Als sie an diesem Abend nach einer dann auf einmal doch überraschend kurzen Umbaupause loslegen, können sie nicht vollends versöhnen, sind es aber größtenteils selbst nicht in schuld. Die Band legt einen unglaublichen Energielevel vor, so dass es mir schon leid tat, dass dieser mich aufgrund des übersteuert-breiigen Sounds der Maschinenraum-Anlage nicht anstecken wollte. Es war wirklich nicht auszuhalten. Zudem ging mir einer der beiden Schlagzeuger, der dieses mal nur ein Steh-Set ohne Bassdrum (???!) spielte, mit seinem Jamblock und zwischenzeitlichen Keyboard-Einlagen auf die Nerven, und dem Cope gehört wirklich mal das Theremin weggenommen.
Ein weiterer, eher durchwachsener Gig der Band, die der ganz heiße Scheiß der letzten 1-2 Sommer war. Wie gesagt, größtenteils konnten sie dieses mal nicht mal was dafür, aber ob sie ihre ’09 rum eigens hochgelegte Messlatte noch mal wieder zu nehmen schaffen bleibt spannend …
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