Dass ich dabei kürzlich an GROINCHURN denken musste, hat vielleicht etwas was mit dem Wiederentdecken von C.S.S.O. neulich zu tun, vielleicht aber auch mit der Veröffentlichung der neuen Brutal Truth. Denn wie erstere waren GROINCHURN so eine Band, die im Zuge der „zweiten Grindcore-Welle“ um die Jahrtausendwende mal kurz als ganz heißer Scheiß bei einigen Freunden des extremeren Metal-Undergrounds gehandelt wurde, während man zweitere durchaus ein bisschen als Paten ihres Sounds sehen darf.
GROINCHURN waren aus Südafrika, und frönten auf ihren Longplayern zwei und drei („Fink“, 1998 und „Whoami“, 2000) – anderes Material als diese beiden Platten kenne/ besitze ich (bisher?) nicht - einem eigenen Grindcore-Gebräu, das neben den typischen Blastbeats und Uptempohackereien, sowie gutturalen Vocals, die oft angenehm variationsreich und verständlich im nicht übertriebenen Bereich blieben, eine völlig eigene Mixtur aus rockigen Grooves und angejazzten Unkonventionalitäten auffuhr.
Rückblickend waren sie damit, neben öfter mal auftauchenden Referenzen wie Brutal Truth oder Pungent Stench, sowas wie die Party-Version von Pig Destroyer. Denn nicht wenige Songs bargen eher einen gewissen Rock’n’Roll-Spaßfaktor und gelegentlich auch mal breitere Einflüsse skizzierende Experimentierfreude in sich (vereinzelt kann man sogar Hip Hop-/ Raprock-artige Akzente ausmachen, die unaufdringlich funktionierend reingebracht wurden), anstatt sich wie Andere in vordergründiger Boshaftigkeit oder dem peniblen Einhalten der Genre-Blaupausen zu ergehen.
Und genau das macht an GROINCHURN - die ich damals leider nie live gesehen habe, obwohl man von Augen-/Ohrenzeugen nur begeistertes drüber las und hörte – auch heute noch Spaß.
Aus der generischen Beliebigkeit herausstechende, und dabei auch noch irgendwie unbekümmert-authentisch wirkende Bands wie dieses verblichene Trio sind jedenfalls heute auf diesem Sektor eher selten geworden. Rede ich mir zumindest gerne ein.
An „Fink“ oder ihr Debüt-Album „Sixtimesnine“ ist für kleines Geld ranzukommen, bei „Whoami“ und der Early Days-Compilation „Thuck-Grinding South Africore“ muss man für Gebrauchtes zwar 2-3 Euro mehr hinlegen, aber auch da hält es sich mit der Rarität noch in Grenzen.
Fans von JaKa und Carcass sollten da auch retrospektiv jedenfalls ruhig noch mal ein Ohr riskieren. Wirklich!
Ach ja, einen Videoclip hatten sie auch:

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