Wie nah Crust-Punk, Sludge und Proto-Black Metal eigentlich aneinander liegen, wird einem beim Nebeneinanderhalten von (alten) Amebix und Celtic Frost, High on Fire und Venom, dem Hören jüngerer Darkthrone („The Cult Is Alive“), und ob der Existenz von Bands a la Dishammer, Gallhammer, Coffinworm, Okkultokrati, usw. recht schnell bewusst. Und im Endeffekt geht dabei wohl eh alles auf Motörhead zurück …
WOLVHAMMER mögen mit einen der albernsten Namen, und in der Vergangenheit auch schon alberne Klischees von Totenkopf- und Streitaxt-Artworks, bis zu den chaotisch und versoffen rüberkommenden White Trash-Prolls mit schäbigen Tattoos und Knarrenfimmel erfüllt haben, sie sind aber auch einer der frischesten und kontrastreichsten Vertreter eines zuletzt neu aufgekeimtem Crossover-Mottos.
Schon zu Demo-Zeiten als vielversprechender Geheimtipp gemunkelt, hat sich nun Profound Lore die Combo fürs zweite Album unter die Fittiche genommen.

Eines ist dabei sicher: „The Obsidian Plains“ ist eher keines dieser Alben, an das man sich in ein paar Jahren noch als Bibliotheks-tauglichen Klassiker zurückerinnern wird, wie es bei so manchem Release von etwa Wolves In The Throne Room oder Yob jetzt schon der Fall ist. WOLVHAMMER an sich werden allerdings dem einen oder anderem als Band in Erinnerung bleiben, zu der man dann schmunzelnd sowas wie „Joah, dat war ma‘ noch ‘ne derb‘ lärmende Dampframme, wie et sie heute gannich‘ mehr gibt“ anmerken wird.
Zusammen mit dem wiederholt auf dem Produzentenstuhl platznehmenden Sanford Parker (den ich ja für sehr überschätzt halte, aber ein paar Tonspuren stimmig dick zusammenmischen kann er) haben es WOLVHAMMER jedenfalls geschafft, die nötige Schüppe Intensität und Weiterbewegung zum Vorgänger drauf zu werfen, um im Gespräch zu bleiben.
Und ferner den Schwerpunkt noch einen Tick mehr auf die Blastbeat- und Doublebassboller-Gangarten gelegt, was sich auch in der noch Black Metal-lastiger gewordenen Gitarrenarbeit bemerkbar macht. Jener merkt man im Übrigen außerdem den personellen Neuzugang aus Richtung Nachtmystium an. Jeff Wilson’s Spielstil hat definitiv ein paar Signature-Elemente, die man von den letzten beiden Longplayern eben jener kennt, und jetzt auch bei WOLVHAMMER hören kann.
Was die Band dadurch an atmosphärischer Dichte und einem Schuss Melodie dazugewonnen hat, ist tatsächlich neu, und im Detail auffällig wiedererkennbar.
Mit dem Besetzungswechsel und der damit einhergehenden, kleineren musikalischen Kurskorrektur, hat die Band allerdings eigentlich sogar ein klitzekleines bisschen von ihrem ursprünglich sehr naiv-rohem Charme eingebüßt.
Und wie schon gesagt: Diese sieben Songs von 44 Minuten Gesamtspiellänge sind eigentlich erst mal eher nix, was in zeitlicher Ferne mutmaßlich mal in nennenswerten „die besten Metal-Alben der vergangenen Dekade“-Listen o.ä. auftauchen wird.
Dennoch bringt diese gelungene Fusion aus old schooligem Doublebassgepolter (persönliche Assoziation: alte Sodom), dem dazugehörigen Schuss Hardcore, zeitgeistigen Genreschubladen (let’s face it: schwarzmetallisch angehauchtes gilt derzeit als schick, dreckig gerumpeltes auch), ‘ner gelegentlichen Brise Atmo-Betonung (wie erwähnt: diese Nachtmystium-Sache hört man), und ein paar sich fies durch die Gehörgänge sägenden Feedbackfiepern ein frisches Lüftchen in die Subgenre-Abteilungen, die zuletzt einen Hauch zu sehr von Bands mit Stoner-Vibe oder postrockiger Kante dominiert wurden, was WOLVHAMMER genauso abgeht, wie - trotz vorhandenen Fühlern in solche Richtungen - das einfallslose Durchexerzieren irgendwelcher D-Beat-, Standartcore- oder Doomsludge-Muster.
Was wirklich spannendes und aufregendes mag etwas anderes sein, aber als (wenn auch „nur“, aber eben doch) zumindest saisoneller Knaller hat das hier den richtigen aggressiven Biss, meiner Meinung nach eher wie mäßiges wie die „sind derzeit überall“-Partyrocker Saviours, das langweilige und aufgesetzte Hasskappengedoome von Indian, u.ä. locker in die Tasche zu stecken.

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