Dienstag, 24. Mai 2011

Kurze Zusammenfassung

… einer Woche voller Kultur und E-Gitarren.

Samstag 14.05.: Die Zeche Carl zu Essen rief, ausnahmsweise und endlich mal wieder, in diesem Fall zum „Evil Horde Fest“, einem regionalen Metal-Event. Mit dabei: Alte Helden wie Night In Gales, frische Größen wie Motorjesus, nach wie vor aufstrebende Hausnummern wie The Very End, und hungrige Jungspunde wie Harasai. Aber schön, dass in dem traditionsreichen Schuppen auch überhaupt endlich mal wieder was los ist. Als Rahmenprogramm lasen dann auch noch im Vorraum die beiden Köppe, die dieses „Heavy Metal im Ruhrgebiet“-Buch verfasst haben aus eben diesem, sowie Til Burgwächter. Danach dann noch fleißig gib ihm auf der berüchtigten Sleaze- und Hair Metal-Party im Panic Room – muss man auch mal mitgemacht haben.

Dienstag 17.05.: Heute dann mal voll spirituell, Kunstmusik in der Kulturkirche, statt Suff und Rock’n’Roll - BARN OWL dronen in der Bochumer Christuskirche. Das Vorprogramm bestreitet Jefre Cantu-Ledesma, der später auch beim Headliner akzentuiert mitwirkt, mit einer Drone/ Ambient/ Nosie-Kiste aus sowohl dem Elektrobaukasten als auch der Gitarre. Um in der Kirchenbank sitzend mal ein bisschen zum Raumklang wegzudösen ist das ja ganz spannend, aber auch nichts, was man unbedingt noch mal gehört haben müsste. Anders jedoch BARN OWL, die hiermit auch jenen ans Herz gelegt seien, die es sonst eher nicht unbedingt übermäßig mit Musik aus dieser Ecke haben. Das Duo ist der perfekte Missing Link zwischen den entspannten jüngeren Werken von Earth, dem Düstergedröhne von Sunn o))) und einem Anflug von WITTR-Atmosphäre. Der Clou an BARN OWL ist nämlich vor allem, dass man es hier im Gegensatz zu anderen Genrevertretern nicht nur mit Atmogesurre zu tun hat, sondern ihre durch Gitarren und Effektboards erzeugten Klangaufbauten mitunter erkennbare musikalische Strukturen (sprich Melodie und Rhythmik) aufweisen, die in sich wiederum sehr losgelöst wirken. Gefällt! Vielleicht schreibe ich demnächst noch was zum Album, wenn ich es ein paar mal gehört habe …

(Mittwoch: Eigene Bandprobe)

Donnerstag 19.05.: ENTOMBED spielen mal wieder in Essen. Keine Seltenheit, aber doch etwas, das man immer wieder gerne mitnimmt. So manch einer schien allerdings schon vorher gewusst zu haben, was ihn im Vorprogramm erwartet, denn bei den beiden Lokalvorbands blieb es im Turock doch erstaunlich überschaubar. Zu ENTOMBED kann man dann eigentlich auch nur sagen, dass die endlich wieder mit zwei Gitarren auflaufenden Schweden Bock machen wie seit eh und je. Wobei die Tatsache, dass sie derzeit live nur sehr wenig Material von ihren geilen rotzrockigsten Alben („To Ride Shoot Straight and Speak the Truth“ und „Uprising“) spielen, für mich schon einem kleinen Wermutstropfen gleichkommt. Aber egal, auch ‚Out of Hand‘, ‚Left Hand Path‘ oder ‘Chief Rebel Angel’ sind natürlich Knaller vorm Herrn.

Freitag 20.05.: Heute geht es mal in die Provinz nach Hagen. Dort zocken nach den Dortmunder HClern Remember (okayes Gepolter und Gespringe mit höchst unbeholfenen Ansagen) und den lokalansässigen Union of Sleep erst mal BLACKWAVES (oder auch „Blckwvs“), die den Verfasser dieser Zeilen eigentlich noch mehr überzeugen als sonst schon mal. Lead-Bass und Rhythmus-Gitarre, dazu ein Keyboard mit schmutzigem Moog-Sound? Kann man echt so machen. Auch wenn die neusten Songs noch nicht ganz sitzen, ragt das aus dem Groß anderer Instru-Metaller mit seiner eigenwilligen Herangehensweise ja doch etwas raus. Abschließend komme ich endlich mal in Genuss von ALPINIST. Die Münsteraner Jungspunde mit unterernährter Milchbubi-Optik sind schon ein Phänomen, zumal selbst der Typ mit Vollbart so aussieht, als wäre er von der Volljährigkeit eher noch ein Stück entfernt. Ihre Musik und Performance hat es jedoch gehörig in sich. Wie genau auch immer man ihren hardcoreigen Stil subspartenstilistisch etikettieren möchte - die gelten wohl zurecht schon als gewisse Hausnummer. Gute Kapelle! Würde ich mir durchaus noch mal ansehen.

Am folgenden Abend endete die Woche dann in einer weiteren Metalparty, doch hier erspare ich meinen Lesern lieber die verschwommenen Details … und genieße, mal ganz unter uns, momentan dann ja doch mal die Stille.

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