Donnerstag, 28. April 2011

Altar Of Plagues - Mammal

Als ALTAR OF PLAGUES 2009 ihr offizielles Debüt „White Tomb“ über Profound Lore veröffentlichten, gelang ihnen damit wohl sowas wie in Instant Classic in dem Feld, dem man ein schon etwas trendverdächtiges Etikett wie „Post-Black Metal“ anheften möchte. Ähnlich, aber eben doch auch anders als die Genre-Speerspitze Wolves In The Throne Room, formt das irische Quartett ohne Nieten- und Corpsepaint-Klischees musikalische Stilmittel der Darkthrone-Schule unter Hinzunahme von so etwas wie Ambient/ Drone/ Postrock-Ansätzen zu epischen Mammut-Songaufbauten, die - gleichermaßen sphärisch wie rau – alles einvernehmende Vibes ausbreiten.

„Mammal“ ist dabei nicht so ein kompaktes Hit-Album wie „White Tomb“ geworden, im Direktvergleich auf die ersten Hinhörer stinkt die neue gegen die davor sogar tatsächlich etwas ab. „Mammal“ ist allerdings dafür auch anders, noch viel dunkler, und in seiner subtilen Sperrigkeit noch konsequenter ausartend als „White Tomb“, dabei aber doch wieder sehr viel variationsreicher und „musikalischer“ als die stoische LoFi-EP „Tides“ vom letzten Jahr.
Ein paar der abrundenden Gimmicks, wie z.B. auch mal eine weibliche Stimme, oder einen Moment von Lagerfeuer-Feeling mit Ethno-Brise einzubauen, hätten sie sich zugegeben vielleicht auch sparen können, zumal diese einen sehr an die Schubladenkollegen von WITTR und Cobalt erinnern. Aber so sehr man darüber streiten könnte, was man in vorliegender Form an einem eher wie ein Interludium anmutendem Track wie 'When the Sun Drowns in the Ocean' hat oder auch eben eher nicht – und hier passt auch das Cover perfekt zur Musik – eine Art von vernebelter „im Auge des Sturms“-Stimmung wird auf diesem Album wirklich über die volle Länge nahezu perfekt rübergebracht.

Was man ferner von diesem Album unterm Strich bekommt ist die Vermutung, dass ALTAR OF PLAGUES ihr wahres Meisterstück vielleicht erst zukünftig noch abliefern könnten. Bis dahin hat man von der Band allerdings schon mal zwei Alben und eine EP bekommen (Frühststadium-Veröffentlichungen nicht mitgezählt), die in ihren stilistischen Ansätzen ans Genre originell und clever, sowie äußerst spannende Hörerlebnisse sind. Und was will man eigentlich noch mehr?
Außerdem, der Clou an „Mammal“ ist folgender: Es ist eine dieser Scheiben mit ungeheurem „Grower“-Potenzial, die man erst mal über mehrere Durchläufe entdecken und erfassen muss, bis man sie richtig zu schätzen weiß.
Gut!

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