Freitag, 18. Februar 2011

Kaputte nackte Affen (JaKa)

Wisst Ihr was seltsam ist? Normalerweise kann ich mit meinem besserwisserischen Eindrücken über das aktuelle Album irgendeiner Band nicht lange hinterm Berg halten. Bei „Kaputte nackte Affen“, dem Abschiedsalbum der JAPANISCHEn KAMPFHÖRSPIELE, fällt es mir aber auch nach so einigen Durchläufen irgendwie noch schwer, das Gehörte einen sachlichen Blogpost werden zu lassen. Was bestimmt auch nicht das allererste mal ist, dass ich so etwas über einen Release schreibe, aber nun ja. Im Falle der neuen und letzten JaKa ist das jedenfalls so. Warum? In meinen Ohren ist „Kaputte nackte Affen“ eine auf krude Weise bunte Mixtur aus „gewohntem“, „wie zu erwarten war auch ungewohntem“ und „eher unerwartetem“ geworden, wie man es von der Band wohl auch irgendwie erwarten konnte, was dann aber natürlich auch ein bisschen anders zusammenfällt, als sich das innere Ohr das zuvor hätte ausmalen wollen. Kommt Ihr noch mit?
Okay, anders: Nach dem räudigem Kurzsong-Marathon „Luxusvernichtung“, und der irgendwie etwas geordneter und konventioneller wirkenden Scheibe „Bilder fressen Strom“, ist „Kaputte nackte Affen“ noch mal ein Album geworden, dass 1.) produktionstechnisch mit mehr Wumms und einer etwas aufgeblähten Glätte daherkommt, 2.) natürlich wieder die urtypischen Stilmittel und unverkennbaren JaKa- Trademarks auffährt, 3.) dabei auch Hits abwirft (‚was wenn?‘), 4.) aber hier und da auch immer wieder mal diese kleineren Momente hat, die dazu irgendwie etwas querlaufen. Und dabei sind nicht mal Gimmicks wie Rap-Einlagen oder der songdienliche Einsatz eines Polizeisirenen-Samples u.ä. das, was am meisten aufhorchen lässt, sondern oft auch eher die partiell sehr coole Gitarrenarbeit. JaKa drehen dabei natürlich wieder von Hardcore-Punk über Bollogroove-Anleihen bis Death’n’Grind-Geblaste alles durch den metallischen Freistil-Fleischwolf, schaffen es aber mach wie vor durchaus, dabei nicht nur selbstreferenziell zu tönen.
Fazit: „Kaputte nackte Affen“ ist schon irgendwie die passende Platte zu Abdanken, denn sie verdeutlicht einem noch mal, was für ein Unikat man in dieser Band doch eigentlich hatte. Tschüss.

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