Montag, 3. Januar 2011

Resterampe 2010 (2)

Jaja, frohes neues. Hier noch, zum vermutlich letzten mal, ein paar Höreindrücke von 2010er Musikveröffentlichungen:

TOUNDRA – „II“:
Instrumentaler Postrock, die zweihundertvierundachtzigste. Dafür, das muss ich ganz deutlich mal sagen, aber dann trotz aller generischen Verhaltenheit doch irgendwie ganz geil anzuhören. Plus: Nettes Artwork, nette Schlagzeugarbeit.

PROFANATICA – „Disgusting Blasphemies Against God“:
Seit ihrem Unten-Ohne-Cover auf einer Osmose-7“ in den ganz frühen Neunzigern sind PROFANATICA der totale Kult. Und als eine der ersten amerikanischen 2nd Wave Black Metal Bands können sie es sich wohl auch irgendwie erlauben, zwanzig Jahre später noch mal mit einem Album voller infantil-antichristlicher Songtitel, hinter denen sich auf Dauer nervtötend primitives Gerumpel verbirgt, um die Ecke zu kommen. Naja.

JULIE CHRISTMAS – „The Bad Wife“:
Wirklich große Erwartungen hatte man an das Solo-Album der Battle of Mice/ Made Out Of Babies-Sängerin und Beardoszene-Vorzeigebarbie ja nicht so wirklich, oder? Naja, so ist es auch bezeichnend, dass „The Bad Wife“ ein irgendwie weder positiv noch negativ herausstechendes Alternative/Modern Metal-Machwerk geworden ist, das mich weder begeistert noch abturnt, und zu dem mir tatsächlich nicht sehr viel mehr als nur das zu sagen einfällt.

CANDY CANE / ORANSSI PAZUZU – Split:
Während CC ihre Wurzeln irgendwo im HC haben und diese in den letzten Jahren avantgardistisch ausloteten, leben sie sich auf dieser Split-CD ganzheitlich in extremen Metal-Gefilden mit Blastbeats und Gekeif aus. OP wiederum experimentieren nach wie vor damit, so was wie Black Metal in einer ganz eigenen Stilformel mit Psychedelia unter einen Hut zu bekommen. Unterm Strich dabei leider keine zwingende Veröffentlichung, sondern eher ein Beweis dafür, dass zu verkopft angegangene Krach-Konzepte manchmal etwas krampfig kommen.

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