Dienstag, 28. Dezember 2010

Versäumnisse und Resterampe (Update!)

Eigentlich dachte ich, das Jahr ist veröffentlichungstechnisch jetzt mal durch, aber eine mehr oder minder essenzielle Sache habe ich nach wie vor nicht im Player: ELECTRIC WIZARD. Irgendwo las ich, dass deren aktuelle Scheibe „Black Masses“ auf der Mitte zwischen der relativ poppigen „WItchcult Today“ und der ziemlich schroffen „Dopethrone“ angesiedelt sein soll. Zwei Alben, die ich in letzter Zeit öfter mal gehört habe, und ja doch sehr gerne mag. Wisst Ihr was? Vermutlich mache ich mir das Album zeitnah noch selbst zum Weihnachtsgeschenk. Passt ja mit seinem „okkulten“ Motto dann auch sehr gut dazu.

Weiterhin: Alben aus 2010, bei denen man als alternativmetallischer Krachfreund vielleicht mal ein Ohr riskiert haben sollte, die bei mir aber aufgrund mangelnder Kapazitäten und anders gelegener Prioritäten bisher durchs Raster fielen:
BLACK SUN - Twilight Of The Gods
GNAW THEIR TONGUES - L'Arrivée De La Terne Mort Triomphante
LOCRIAN - The Crystal World
NAILS - Unsilent Death
YEAR OF NO LIGHT – Ausserwelt

Von Envy, Alpinist und Panopticon kam auch irgendwas, aber die rannten bisher irgendwie generell vor mir weg, Deathspell Omega sind dann wohl doch nicht so mein Fall, und in der Hardcore-Ecke (Ceremony, Trash Talk, Sick of t All, Escapado, Integrity) komme ich wohl gar nicht mehr mit, habe aber zugegeben wohl offensichtlich auch ein bisschen das Interesse daran bzw. den Bock drauf verloren. Muss man sich dann auch einfach mal eingestehen können.



Update: Okay, YEAR OF NO LIGHT's "Ausserwelt" habe ich dann jetzt doch mal gehört. Jenes ist eines dieser Alben, das ich mir sehr gerne immer wieder mal anhöre, obwohl ich es weder weltbewegend finde, noch wirklich viel direkt dazu zu sagen hätte. Was Bands wie Altar Of Plagues oder Wolves In The Throne Room in der (Post-)Black Metal-Ecke sind, das verkörpern YONL jedenfalls instrumental in der "Post-Metal"- oder "Ambient Metal"-Richtung irgendwo zwischen Doom, Shoegaze und cineastischem Postrock. Episch, laut und atmosphärisch, Songs um die 10 Minuten-Marke, mit ordentlich Verzerrung, schönen Melodien, irgendwo zwischen Red Sparrowes, Mono, Omega Massif, Ufomammut, Cult of Luna und ähnlichem. Wer Musik mag, die was von Soundtracks hat, dabei aber trotzdem danach klingt, mitunter breitbeinig vor Boxentürmen in die Stromgitarren eingerifft worden zu sein, ist hier an der richtigen Adresse. Gutes Album.

Update 2: O.g. Meinungen zur aktuellen ELECTRIC WIZARD treffen tatsächlich zu, ebenso wie die hier und da geäußerte, dass „Black Masses“ zwar ganz cool ist, dabei aber nicht unbedingt eines der allerzwingendsten EW-Alben darstellen dürfte. Ganz putzig fand ich auch den Ansatz im etwas lieblosen RockHard-Review, das der repetitiven Riff-Ausschlachtung und dem schroffen Sound der Truppe einen „nonkonformen“ Charme andichtet. Hier dürfte bei genauerem Überlegen allerdings wohl auch einer der Gründe liegen, warum ich ein „nur solides“ EW-Album aktuell tatsächlich sehr viel lieber höre, als so manch andere Kapelle ähnlicher Stiletikette, die mir mitunter so angepriesen wird – es klingt einfach saugeil, so wie die meisten anderen Stoner und Doomer eben nicht klingen. Ein Album, bei dessen Hören man im Idealfall eine dunkle Sonnebrille tragen sollte.

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