Dienstag, 7. Dezember 2010

Bison und so ...

Der Verfasser dieser Zeilen war schon wieder auf einem Konzert. Einem mit relativ bunt gemischtem Billing, was er grundsätzlich immer ganz angenehm findet.
Dass ich an diesem verschneiten Abend in Essen den Namen der Vorband nicht mitbekommen habe, tut mir leid. Aber Jungs, Ihr wart ganz okay. Geboten wurde irgendwas zwischen Hard- und Sludgecore, mit 'ner ordentlichen Brise Crowbar und fast schon etwas Death'n'Roll-Flair. Für'n Anheizer absolut in Ordnung.
Was die mit vom Headliner geborgten Aushilfsdrummer auftretenden KVELERTAK betrifft, so stehe ich diesen nach dem dritten mal inzwischen schon etwas ambivalent gegenüber. Klar, das ist halt Partymucke mit Geschrei, Szene-übergreifend ankommender Black'n'Roll-Popcore, bei dem man eigentlich begrüßen sollte, dass auch sowas mal Anklang in Kreisen findet, in denen man sonst eher zu den Beatsteaks abhottet. Aber nun ja. Bei meiner im Alter zugegeben seit einigen Jahren immer schlimmer werdenden pseudo-avantgardistischen „Es soll knallen, aber bitte auch originell sein“-Musiknazi-Eigentümlichkeit meine ich, langsam mal aus Bands rausgewachsen zu sein, bei denen Mitklatsch-Spielchen und ähnliches an der Tagesordnung sind. Naja, ich will nichts schlechtes über KVELERTAK sagen, aber dass das mit uns eher nur so eine Sache für einen Sommer wird, bis der Szenechecker sie wohlwollend an die breite Festivalmasse weitergibt, das zeichnete sich ja vorher irgendwie schon ab ...
Positiv überrascht war ich auf jeden Fall vom BISON B.C.-Auftritt danach. Ja meine Fresse, dieses Quartett aus Kanada ist ja on stage tatsächlich inzwischen eine absolute Offenbarung in Sachen wuchtiger Sludge-Metal geworden. Was auf Konserve (für mich) irgendwie nach wie vor noch nicht in voller Konsequenz funktioniert (was mitunter auch an der Produktion liegen mag oder so), entfaltet sich live vollkommen zu einer ziemlichen Macht. Der in irgendeinem Review mal gebrachte, damals von mir als unpassend empfundene Vergleich mit Mastodon ist so falsch gar nicht – denn wenn man von jenen zu „Remission“-Zeiten mal das verfrickelte subtrahiert und etwas mehr Thrash mit HC-Kante draufpackt, bekommt man in der Tat ungefähr das, was BISON B.C. machen. Sehr, sehr geile Show, wirklich. Wohl ein weiterer Fall auf der „die Alben muss ich irgendwie nie hören, live wird aber definitiv wieder hingepilgert“-Liste.
Was COLISEUM betrifft, so sind jene mit ihrem Hardcore-Punk wohl einfach nicht ganz mein Ding, für so einen Konzertabend aber eine kurzweilige Sache. Zum Schluss gabs außerdem noch ein Danzig-Cover, bei dem alle Bands zum diesen Abend zu feiernden Tour-Abschluss noch mal geschlossen abrockten, bierduschten und crowdsurften, und das war doch irgendwie als furios spaßiges Finale ganz knuffig mit anzusehen.
Fazit: COLISEUM ‘ne ganz nette Sache, auch wenn ich sie nicht unbedingt bald wieder sehen muss, KVELERTAK halt das richtige für die Partylaune, auch wenn ich die nach dem dritten mal in einem Jahr jetzt ebenfalls erst mal so bald nicht schon wieder sehen muss, und BISON B.C. eine ziemlich fette Angelegenheit, die man weit mehr auf dem Zettel haben sollte, als ich bisher eingestehen wollte.

1 Kommentar:

  1. das package war super. ich habs in hh gesehen und war hellauf begeistert. kvelertak zum 2. mal gesehen, funktionierten bei mir immer noch hervorragend. bison haben mich auch dick und fett überrascht, aus der dose schön behäbig, live wahrlich mächtig, sehr sogar; auch dank des beeindruckenden drummers!. und coliseum haben mich durch ihren sound und ihre repitativen elemente überzeugt. grüße

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