Donnerstag, 18. November 2010

Reinhör-Rundumschlag:

TITAN – Sweet Dreams
Eines muss man Relapse Records ja lassen: So sehr man als Musikliebhaber/-nazi/-nerd/-sammler, Hobbytalentscout und virales Trendfrühwarnsystem eingestehen muss, dass dieses grundsätzlich sympathische Label inzwischen in die Jahre gekommen ist, in denen es nicht mehr unbedingt in angenehmer Regelmäßigkeit am laufenden Meter die Kapellen neu auf den Markt haut, die im Bereich "Lärm und Geprügel" frische Akzente setzen - denn, seien wir mal ehrlich: Bands wie Black Tusk oder Cough sind ja eher so ein bisschen "Fähnchen im Wind" - so sehr sind sie auf anderer Ebene dann aber dennoch anderen Labels voraus. Denn wie schon mal erwähnt kann man sich drauf verlassen, dass man aktuelle Relapse-Veröffentlichungen selbstverständlich an mehreren Stellen im Netz ganz offiziell als Komplett-Stream findet.
So auch "Sweet Dreams" (lasftm-link) von TITAN aus Brooklyn, mit Steve Moore von Zombi im LineUp. Jene machen eher unmodernen, epischen, spielfreudigen Prog/Space/Hard Rock, der Erinnerungen an Hawkwind, Yes, Deep Purple und ähnliches weckt. Brauche ich persönlich eher nicht so, aber einen Hinweis war es mir wert.

THE BODY - All The Waters Of The Earth Turn To Blood
Nach dem Review in der aktuellen Ausgabe von Rock-A-Rolla, dem britischen Magazin für die Krach-Gourmets unter den Rock-Freunden, habe ich mir diese Scheibe der schon mal erwähnten Band nun doch mal zugelegt. Bisher nach einer Hörprobe eher unter Doom/Sludge/Drone verortert, liegt der Sachverhalt eher so, dass sich Stilelemente dieser Ecke nervenzersetzend mit Avantgarde-, Industrial- und Noise-Ansätzen (early Swans, frühe Neubauten, Godflesh und Todd lassen grüßen), sakralen Chören und Burzum-artigem Verzweiflungsgeschrei vermengen. Das Album ist jedenfalls einen ganzen Tick experimenteller, eigenwilliger, ungewöhnlicher, partiell auch anstrengender, als ich gedacht hätte. Und ja, das ist erst mal eine gute Sache. Ob das hier der Beginn einer wundervollen Freundschaft ist, oder eben gerade eher nicht, wird sich im Zuge der Langzeitrotation zeigen müssen. Aber auch eine Band wie diese war in solch einer verstörenden Konsequenz wohl einfach mal überfällig.

Was noch?
Eigentlich gefallen mir die Teaser-Songs diverser diesjähriger Profound Lore-Releases wie Man's Gin, Stargazer oder Coffinworm ja ganz gut, dann aber wiederum eben doch nicht sooo gut und bestechend, dass ich mir auch da jetzt noch die Alben von besorgen müsste.
Probiert habe ich es ebenfalls noch ein paar mal mit Ufomammut’s „Eve“. Wieder mit dem Ergebnis, dass ich den grundsätzlichen Ansatz dieses dreiviertelstündigen 1-Song-Stoner Metal-Epos eigentlich ziemlich geil finde, die Italiener irgendwo unterwegs aber etwas am Ziel vorbeirauschen (pun intended).
Bei Lantlôs überlege ich nach wie vor, ob ich der unheiligen ostwestfälisch-französischen Allianz mal zeitnah in Langspielllänge eine Chance geben sollte. Tendiere im Moment aber dazu, dass ich das wohl erst mal eher nicht brauche, wenn ich Altar of Plagues und Enslaved habe ....vielleicht ja später noch.
Ach ja – Im aktuellen RockHard ist als CD-Beilage ein Konzertmitschnitt von Kreator beim diesjährigen RH Festival am Rhein-Herne-Kanal.

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