Montag, 13. September 2010

Saisonabschluss in Essen

Im Rahmen des Stadtfests „Essen Original“ durften auch die Jungs und Mädels des beliebten Metal- Clubs Turock dieses Jahr nun doch wieder eine Open Air Bühne betreiben. Zwei Tage Lärm mitten in der Innenstadt der bekanntlich metallischsten Stadt/Region der Nation im kurzen Resümee:
Im Clash der beiden Schweden-Death-Headliner ENTOMBED vs. UNLEASHED gingen (natürlich) ganz klar erstere als Sieger hervor. Diese Band muss man einfach lieben. Alleine, weil Frontvorturner „L.G.“ mit Pocke, schütterer Matte und komischer Körperhaltung ja ein bisschen was von Ozzy hat, ferner aber auch in Kombination mit witzigen Deutsch-Versuchen und Song-Umtextungen („When in Essen ...“ statt „When in Sodom ...“, nun ja …) einen putzigen Obersympathen vorm Herrn abgibt. ENTOMBED insgesamt sind dann auch, jetzt endlich wieder mit zwei Gitarristen, völlig über alle Zweifel erhaben. Die Setlist involviert neben Standards wie 'Out Of Hand', 'Damn Deal Done' oder dem wie immer Gänsehaut verursachendem 'Left Hand Path'-Finale auch endlich wieder die lange Zeit aus dem Liveprogramm verbannten Videosingle-Knaller 'Wolverine Blues' und das Roky Erickson-Cover 'Night of the Vampire“. Genug Grund zur Freude. Großartige Band, schon immer gewesen, und nach wie vor.
Im Duell, welche in die Jahre gekommende (beide sahen inzwischen recht „brav und spießig“ aus), progressiv angehauchte Thrash Metal-Band den Champion-Belt hochhält, gewann die Siegener Underdog-Legende ACCU§ER haushoch (!!!) gegen die Schweden DARKANE. Während letztere mit irritierenden Soundproblemen zu kämpfen hatten, aber auch abseits davon nicht so wirklich überzeugen konnten, begeisterten ACCU§ER mit einer höchst agil abgehenden, Hits bietenden (z.B. 'Who Dominates Who') Killershow, die mich dazu veranlasst, mir ihr kürzlich veröffentlichtes neues Album und einiges vom Backcatalogue zeitnah doch noch mal zuzulegen. Total geil, wirklich.
Der Rest ereignete sich wie erwartet: Die Lokalmatadoren THE VERY END bieten bei einem Bierchen im Freien auf so einer Veranstaltung wie gewohnt beste Unterhaltung, während DEBAUCHERY (O-Ton Kumpel: „Six Feet Under für die deutsche Landbevölkerung“) irgendwas zwischen komplett peinlich und „kann man als stumpfes Klischee-Entertainment so gerade eben noch mal durchgehen lassen“ sind. SKELETONWITCH werde ich nach wie vor nicht auf Konserve brauchen, live ist das Ganze aber doch immer wieder ein ziemliches Fest. Ähnliches gilt für WARBRINGER. Letztere haben vor allem verstanden, was zu Thrash Metal alter Schule zwangsläufig dazugehört: Weiße Klotzturnschuhe und Tennissocken. So muss das aussehen und nicht anders!
Ach ja, GRAND MAGUS waren auch noch dabei. Obwohl (vielleicht auch weil) der pathetische Heavy/Doom Metal schon ganz schön nah an so was wie „Bikerrock“ ist, kann man sich das Trio ja eigentlich ganz gut geben, irgendwie ist ihre Musik aber trotzdem mit diesen ganz schön klischeetriefend ausholenden Gesten derart „alte Cheese-Schule“, dass es mir nicht so richtig gelingen mag, das Dargebotene 100%ig für voll nehmen zu wollen.
Nettes Wochenende zum Metal Open Air-Saisonabschluss! Und jetzt geht’s in den Winterschlaf (bzw. bald schon wieder nach Essen zum zweitägigen Indoor-Event mit Postrock, Dronedoom und Sludgecore …).

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