Dienstag, 27. Juli 2010

"Srontgorrth" Re-Release!

Komischer Zufall: Vor kurzem noch kreiste das Album bei mir durch die „mal wieder hervorgekramt“-Dauerrotation, da finde ich jetzt gerade heraus, dass am kommenden Freitag der Re-Release erhältlich sein wird.
Die Rede ist von „Srontgorrth“, dem Konzeptalbum von NAGELFAR, das von der längst aufgelösten Band selbst damals nicht mal als reguläres Album betrachtet wurde.
Der Reihe nach: Als die Aachener NAGELFAR mit „Hünengrab im Herbst“ 1997 ihr offizielles Longplay-Debüt veröffentlichten, gelang ihnen damit ein schon damals hochgelobter und heute (speziell im deutschen Underground) als Klassiker geltender Meilenstein des Black Metal-Genres. NAGELFAR schafften es schon damals, den Einflüssen der norwegischen Frühneunziger-Schule auch ohne antichristlichen Bohai musikalisch im Kern treu zu bleiben, während sie nicht an Genre-Konventionen festhielten, sondern ständig mit einer eigenen Stil-Interpretation und -Kreation dieser Schiene experimentierfreudig, ja, schon regelrecht progressiv blieben. Das Album enthielt außerdem einen Song namens „Srontgorrth (Das dritte Kapitel)“, dessen Kapitel 1 und 2 auf den vorangegangenen Demos bereits abgehakt wurden.
Danach kam wohl irgendwie die Idee auf, die angefangene Geschichte noch mal zusammengefasst darzubieten, und so veröffentlichten NAGELFAR ‘99 auf „Srontgorrth“ Neuaufnahmen der ersten drei, sowie die finalen Kapitel 4 und 5. Fünf Tracks von fast 70 Minuten Gesamtspiellänge - thematisch in der Fantasy/Science Fiction-Ecke angesiedelt, musikalisch der gelungene Kunstgriff räudiges Geknatter und Gekeife zu einer epischen Symphonie zu formen. Der auf Szene-Reinheitsgebote scheißende Spieltrieb der Band ging sogar soweit, dass man auf „Srontgorrth“ immer wieder elektronische Einsprengsel vernehmen kann, was beim vorletzten Kapitel sogar in so etwas wie einer Industrial-Nummer gipfelt. An solchen Stellen hat das Werk heute minimalen Staub angesetzt, aber trotzdem nur erstaunlich wenig. Abgelutschte Prädikate wie „gehört in jede Sammlung“ sind hier jedenfalls absolut angebracht – nämlich mindestens zwischen „Chronoclast“ von Buried Inside und aktuell gerade angesagten Post-Black Metal der Marke Wolves In The Throne Room und Altar Of Plagues.
Und so gut auch die anderen beiden Alben „Hünengrab im Herbst“ und „Virus West“ sein mögen (zwischen den beiden bevorzuge ich persönlich ja ganz klar letzteres), so muss man gerade „Srontgorrth“ eigentlich auch heute noch als extreme Musik gewordene Phantastik-Geschichtenerzählung würdigen, die einem – sofern man eine ausreichende Affinität zu dieser Art von Musik aufbringen kann – durchaus sogar den einen oder anderen Schauer über den Rücken jagen, und so manches an Staunen und Begeisterung abringen kann.

Der Re-Release wird mit einer, die alten Demo-Versionen beinhaltenden Bonus-Disc, sowie einer neuen Aufmachung inkl. anderem Cover daherkommen. Letzteres ist fast ein bisschen schade, aber nun ja ...

Sich als dichtes Geamtwerk verstehende Alben wie dieses werden jedenfalls nach wie vor viel zu selten gemacht!

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