Dienstag, 13. Juli 2010

live gesehen und kurz festgehalten

Kleine Notiz ins Tagebuch: Die letzte Woche fing schon fulminant an und hörte im wahrsten Sinne des Wortes heiß auf.
Am Montagabend hieß es sich im geschätzten FZW für die geschätzten BARONESS einzufinden. Als Anheizer fungierten die BLACKWAVES (auch: „Blckwvs“). Jene sind mit ihrem teilweise sogar recht virtuosem (der Basser!) Instrumental-Post-Metal eine unterhaltsame Angelegenheit, auch wenn ich persönlich mir da noch etwas „hitverdächtigeres“ Songmaterial wünschen würde. Denn auch, wenn es im Moment gut reingeht, bleibt irgendwie nichts so wirklich hängen. BARONESS fuhren dann eigentlich (fast?!) das gleiche Set wie vor einiger Zeit in Köln. Sie sind die sympathische Speerspitze der Beardocore-Szene und der aktuelle „Prog’n‘Post-Metal“-Hype in der Metal-Fachpresse zugleich, aber das verdientermaßen. So findet man diesen Abend auch ein recht gemischtes Publikum vom eher Indie-/Postrock-affinen Typen über Mädels in Kylesa-Shirts bis zum Altmetaller vor. Am routiniert, dabei aber dennoch höchst spielfreudig runtergerissenen Konzert gibt es nichts, aber auch gar nichts dran auszusetzen. Dass ich die Band inzwischen vier mal in zwei Jahren sah, ist natürlich mein eigenes (Luxus-)Problem, aber bis zum nächsten Mal dürfen sie dann allerdings bitte doch auch mal wieder neue Songs und ein etwas anderes Set mit dabei haben. Oder einfach endlich mal wieder 'Vision' spielen, anstatt immer die gleiche Alibi-Altsong-Zugabe zu bringen ... aber wie gesagt: Meckern tue ich ja gar nicht.
Abgeschlossen wurde die Woche am Freitag dann mit einer (natürlich irgendwie nicht besonders angenehmen) Fahrt nach Köln. Hatten wir die obligatorische Odyssee durch kilometerlange Autobahnbaustellenstaus hinter uns gebracht, standen pünktlich zu unserer Ankunft am/im Underground BLACK COBRA bereits im kleinen Raum auf der Bühne. In besagter Lokalität herrschten allerdings Klimaverhältnisse jenseits der Zumutbarkeit. Schwitzend und schwer atmend saunierte man also etwas unentspannt vor sich hin, während die Zweimann-Band von heavy groovend bis aggressiv rasend Sludge Metal vom feinsten aufbot. Die danach aufrockenden SAVIOURS sind ja wiederum eher nicht so mein Ding. Ihr Gepolter kombiniert traditionelle Heavy/Thrash Metal-Versatzstücke mit Sludgematsch-Gerumpel, monotonem Stumpfgebrüll und ein bisschen Poser-Faktor. Man kann nicht mal sagen, dass die Truppe damit ein nennenswertes Unding fabriziert, aber meins ist es halt nicht so richtig. Als Headliner dann WEEDEATER. Legendär und asozial, irgendwann hervorgegangen aus der 1st Generation Sludge-Band Buzz*oven, ein krudes Catweazle-Trio zwischen lustigen Typen und fast ein bisschen Angst machend. Ihr dreckiger Stoner Metal begeistert live sogar noch mehr als auf Platte - womöglich stimmt hier in Konzertsituation mit Livesound und mit skurriler Optik-Komponente wohl einfach das Gesamtpaket. Dass der Gig etwas kurz ausfällt, darüber beschwert sich kaum einer, schließlich sind die Temperaturen im Raum der Aufführung wirklich nicht mehr tragbar. Der Drummer schrie sogar, als er nach vollendeter Arbeit schweißüberströmt aus dem Konzertraum taumelte (!) „Holy fuck!!!!!“ in die Botanik. Indeed, buddy, indeed. Ist doch immer wieder schön in diesem Köln …

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