Sonntag, 11. Juli 2010

Killing Joke - In Excelsis EP

Ein paar Worte zur aktuellen KILLING JOKE EP: Zwanghafte Musikanalysten wie mich springt die bei diesem Release allzu offensichtlich werdende Erkenntnis an, wie sehr der Gesamtsound einer Band dann doch, und gerade auch von der Rhythm Section abhängt. Auf „In Excelsis“ warten die Briten nämlich im Ur-Line Up auf, mit Basser Youth und Drummer Paul Ferguson. Und da verwundert es auch nicht, dass das neue Material wieder einen ganzen Tick stärker nach Waverock und Postpunk klingt, als noch auf der vorangegangen Scheibe, auf der mit dem inzwischen leider nicht mehr unter uns weilendem Basser Paul Raven und Prügeldrummer Ben Calvert (u.a. Twin Zero) Kollegen mit wesentlich stärkerer (Industrial) Metal-Affinität mitwirkten. So ist der brachiale „Alternative Metal“ jüngerer Vergangenheit einer etwas gemäßigteren Gangart gewichen - auch wenn der mitunter recht dreckige Gitarrensound und Jaz Coleman's raue Stimme der Musik nach wie vor gehörige Ecken und Kanten verleihen und man sich klanglich somit nicht wirklich weit weg entfernt hat.
Drei Songs lang rocken KILLING JOKE hier nun also erstmal verhältnismäßig popig, wenn auch mit fies harter Gitarre und Pfeffer im Hintern, und legen ein relaxt schwebendes Stück mit Reggae-Kante nach. Warum ein ziemlich unnötiger Dub-Remix von letztgenannten Track die EP dann abschließen muss, verstehe wer will. Die regulären vier Songs sind jedenfalls durch die Bank solide KJ-Kost, der es vielleicht etwas am aggressiven Feuer und der apokalyptischen Dunkelheit des Vorgängeralbums mangeln mag, die als fast schon etwas gesetzte und freundlichere Variante der einflussreichen Briten aber auf dem Punkt funktionieren und einen großen Kreis schließen.
Ich bin auf das Album im Herbst gespannt ...

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