Montag, 26. Juli 2010

Converge und co. ...

Als ich früher noch mehr für Magazine geschrieben habe, waren mir Konzertberichte ja oft ein Graus. Warum ich damit hier im Blog jetzt doch wieder anfange – keine Ahnung. Jedenfalls spielten gestern mal wieder die Hektikcore-Könige CONVERGE in der Bochumer Matrix und hatten ein bestechendes Vorprogramm im Gepäck:
Los ging’s mit KVELERTAK. Das überstrapazierte Wort „Hype“ zu benutzen möchte ich vermeiden, aber man versucht derweil offensichtlich schon so ein bisschen, die Norweger als ‚kultige‘ Sache aufzubauen. Sei es ihnen jedoch gegönnt, denn der Schweinerock, Hardcore und Black Metal-Akzente unter einen Hut bringende, kerzengerade Mittelweg aus popiger Turbonegro-Partytauglichkeit und räudiger Impaled Nazarene Klischee-Bosheit ist vermutlich tatsächlich ein bisschen das frische, kommende Ding der Stunde mit szeneübergreifendem Konsenspotenzial, bei dem man sich ärgert, nicht selbst darauf gekommen zu sein. Live macht das Ganze wie erwartet einen Mordsspaß, die Band hat tierisch Bock, und zumindest ein Teil des Publikums im sich erst langsam füllenden Laden auch (KVELERTAK starteten schon um 19:30!). Wer zu nah an der Bühne steht, wird von der witzigen Frontsau auch schon mal in den Schwitzkasten genommen. Unterhaltsame Angelegenheit, würde ich durchaus zeitnah gerne noch mal sehen.
Die folgenden GAZA sind mit Sicherheit keine schlechte Band, und passen mit Sicherheit auch ganz gut ins Converge-Vorprogramm. Zwischen den Abrock-Kapellen Kvelertak und Kylesa fand ich den gebotenen Kontrast aber doch etwas zu stark, um mich für GAZA so richtig zu begeistern. Denn bei denen war erst mal eher apokalyptische Stimmung angesagt, mit eigenwilligen Songs eines höchst intensiven Mathcore-Gebräus, samt magenumdrehendem Bassgewummer und heftigst angepissten Brüllschrei-Eruptionen. Definitiv ein Tipp für Fans von Botch, Dillinger Escape Plan und den Headliner des Abends, mich persönlich erwischte die Kapelle an diesem Abend damit aber komplett auf dem falschen Fuß.
Denn KYLESA waren der primäre Grund meiner Anwesenheit und jene machten alles richtig. Auch wenn sie von meinen 3-4 Lieblingssongs des aktuellen Albums „Static Tensions“ mal wieder nur einen der hinteren spielten. Egal, auch zu „Time will fuse it’s worth“-Material kann man prima den Booty shaken, was ich tat. ('Hollow Severer' gleich zu Anfang und, ganz groß:'Where the Horizon Unfolds'!!)
, Absolut runde Sache, ich habe die Truppe wohl auch schon mal etwas weniger mitreißend als an diesem Abend rocken gesehen. KYLESA sind im Übrigen völlig zurecht auf einem steilen Weg nach weiter oben, denn sie werden aktuell offensichtlich von immer mehr Festivalbookern querbeet (Area4, Puckelpop, Summer Breeze) entdeckt und dürften damit schon mit einem Fuß aus der reinen Subszenengröße heraus sein. Außerdem sind KYLESA eine dieser Bands, von der ich sogar ein Shirt kaufe, obwohl die aufgefahrenen Motive eigentlich alle ziemlich gewöhnungsbedürftig aussehen …
CONVERGE? Ja, die waren gut. Ich bin einfach zu wenig Fan, um da noch mehr zu sagen zu können, aber CONVERGE lieferten eine sehr tighte, energiegeladene und auch sympathische Show ab, die für mich persönlich halt nicht so wichtig war wie Kylesa und Kvelertak, und auch wenn das Quartett bei mir so eine „muss ich zu Hause nicht oft hören“-Band ist, überzeugte der Hauptact live wieder auf ganzer Linie.
Netter Konzertabend. Und man muss auch mal eingestehen, dass der Sound in der Matrix aus irgendwelchen Gründen besser geworden zu sein scheint.

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