Samstag, 26. Juni 2010

Sludge

Seltsam, dass ich die Band o.g. Namens durch einen Zufall jetzt erst entdecke. Zumal ich seit Jahren betonter Freund der Schweizer Krachmacherszene bin, und bei besagter Truppe ein Mitglied der bis um die Jahrtausendwende mal ziemlich angesagten Avantgarde-Düstermetal-Institution Samael und eins der vor allem von mir höchst geschätzten „Neurosis, Breach, und 'n Schuss Meshuggah“-Brachialcoreler Unfold zusammentreffen. Die um diesen Kern personell und damit auch schon mal klanglich zum bisher letzten Album „Lava“ (2008) etwas variierende Kapelle trifft sich musikalisch dabei tatsächlich in der Mitte: Feedback-gewürzte Anleihen schmutzigen, nun ja, Sludgecores der Marke EyeHateGod oder Buzz*oven, Rock'n'Roll, ein bisschen crustiger D-Beat hier und gelegentliche, kantige „math-metalcorige“ Anflüge a la Knut dort finden sich in Songkompositionen wieder, denen man durch Doublebass-Einlagen und Riffing tatsächlich anhört, dass hier auch Musiker mit etwas traditionellerem Metal-Background involviert sind.
Das, wie gesagt von Album zu Album etwas unterschiedliche Stilgebräu ist somit eine interessante Bastard-Dampfwalze, die auf ihre, mit Bassverzerrer auf Anschlag derbe nach vorne hämmernde Art auch schon wieder fast was von Voivod zu Eric Forest-Zeiten hat, mit beiläufigen Verspieltheiten im intensiven Fluss z.B. auch etwas an die Landsleute Nostromo erinnert, und dank einer Brise Death Metal auch einen Hauch Entombed versprüht.
Wobei man sagen muss, dass auf „Lava“, auf dem Unfold's Odin etwas mehr das Ruder übernahm, der allgemeine Stil doch etwas mehr in eine intensivierte „-core“-Ecke zu driften scheint, während SLUDGE in anderem Line Up auf den Alben davor noch wesentlich näher an Death'n'Roll, Doom, typischen Metal-Rifing und mit mehr Meoldie auf dem Gesangssektor tönten, womit dort dann auch schon mal eher Referenzen von Paradise Lost über Bolt Thrower bis The Haunted zusammenkommen.

Hörproben/Downloads von zwei Alben gibt es hier bei bei lastfm.

Apropos Unfold: Sie nehmen tatsächlich ein neues Album auf. (Siehe hier.) Ich will jetzt nicht schon wieder die Story erzählen, wie ich diese Band vor einer halben Ewigkeit das komplette Rest-Billing eines Underground-Festivals in Montreux aus dem Saal blasen sah, und nicht schon wieder darauf rumreiten, wie sehr ihr Album „Aeon-Aony“ sträflich unbeachtet auf dem „Post-Metal“-Sektor bereits Akzente setzte, bevor er dann noch so richtig hip wurde, also sage ich jetzt nur: Da freue ich mich drauf.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen